Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 3 (August 1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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Rußafcßoff, ErfHinge der Entjudung 199 Gemeindeglieder felbft, fö find es atome Teilchen zur Verfolgung unendlicher partikularer Zwecke, zerfdinitten und aufgelöft,- jedes fidi auf fich (teilend, und fich für das Höchfte haltend. Da iß keine gemeinfame Innigkeit, welche fie verbindet, als etwa die Furcht, kein höheres Interefle, wofür fie irgend etwas von ihren zeitlichen Gütern zu opfern im Stande wären, als etwa die Mitleidigkeit: das ift die Tugend, zu deren Fahnen fie gefchworen haben, weil es eben die finnlkhfte Tugend ift. Wo man fie angreift: es ift diefe Tugend, die fich ins Mittel legen muß, und wenn man ihnen vor* wirft, daß fie keine öffentlichen. Schulen und keine Verdienfte um geiftige Bildung haben, fo ift es das öffentliche Lazarett, welches die Verteidigung übernehmen foll. Sehen wir auf die Bildung der Einzelnen, — wo-find die wiflenfchaftlichen Männer, die zeitgemäß Gebildeten, die an der Spitze der Verwaltung ftehen,» wo find die überhaupt, die würdig repräfentieren dürften? Was von europäifcher Bildung gewonnen ift, das ift nicht die echte Gediegenheit derfelben, fondern jene fchaale und leere Außenfeite, jenes Prunken mit den Formen und Konvenienzeo des Lebens, die um fo unerträglicher werden, je weniger man vom Inhalte merkt. Daß nun diefes von innen ganz morfche Gebäude von außen etwas aufgeputzt erfcheine, dazu hat man von guten alten Zeiten her das Schild der Aufc klärung zum Aushängefchilde genommen, daß es wenigftens die Firma zeige, unter der man fortzuhandeln gedenkt. Auf diefem Boden ift unfer Verein entftanden: wenn auch der größte Teil feiner hiefigen Mitglieder nicht aus folchen, die hier geboren find, befteht. Diefer Boden mag die Entfchuldigung führen, daß nicht fo viel geleiftet worden ift, als wohl hätte geleiftet werden können. Wenn einige der vorzüglichen Mitbürger diefer Stadt fich uns und unferen Beftrebungen angefchloflen, fo haben fie fich von felbft als die Ausnahme von dem erwiefen, was hier als das Allgemeine gefchildert worden ift. Indem ich nun zu der Darftellung unferer Arbeit in diefem Jahre fortgehe, will ich mir zum Schlufle noch einige Bemerkungen vorbehalten. A. Pfenum des Vereins. Es find in diefem Jahre 39 ordentliche und drei außerordent* liehe Sitzungen gehalten worden, worunter eine am 7. November bei Gelegenheit der Stiftungsfeier des Vereins. In demfelben wurden zu Mitgliedern erwählt: I. zu ordentlichen Mitgliedern. Die Herren Jacob Ahrens, M. Wolffohn, Julius Oppenheimer in Hamburg, und R. Schiff in Altona, am 28. April 1822/ der Herr Abraham Veit, am 23. Juni,- der Profeflbr der Medizin Herr Dr. Haindorf in Münfter und Herr Marks in Hamm, am 7. Juli,- Herr Dr. J. Ries und Herr H. Heine in Berlin, am 4. Auguft/ die Herren Berlin und J. Meyer in Altona, M. H. Schwabe, Jacob Magnus, M. M. Haarbleichcr, W. Oppenheim, Levyfohn, E. Michaelis in Hamburg, am 25. Auguft/ der