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Der jüdische Wille · 1918-08-01 · Heft 3 (August 1918) · page 56

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 3 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
– (sequence 56)
Language
German
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196 RuBafcßoff, Erftlinge der Entjudung zum Bewußtfein zu bringen, die jüdifdie Welt fich felbft vorftellig zu machen. Nicht diefes oder jenes Gute foll vollbracht, nicht diefe oder jene Nützlichkeit foll ausgeführt werden: mit einer fo atomiftifchen, vereinzelten Tätigkeit haben wir es hier überhaupt gar nicht zu tun, fondern was in den verfchiedenften Äußerungen eines nur noch naiven Pflanzenlebens zum Vorfchein kommt, was* zufammenhanglos durch feine Vereinzelung hinwelkt und erßirbtr dem wollen wir den Mittelpunkt geben, wohin es fein Leben hin^ zuleiten habe, und von dem es fich wieder herleiten kann: diefe höhere Einheit ift es, die wir im Auge hatten, nicht irgend ein be~ ßimmtes Diefes, das man uns etwa aufbürden möchte. Diefe Ein* heit ift aber das Bewußtfein alles deflen, was gefchieht oder zur Brfcheinung wird, das Willen vom Judentum und von den Juden. Indem ich fomit erklärt zu haben glaube, warum Ihre Tätige keit fchlechtweg eine wiflenfchaftliche fei, und wie Sie durchaus kein anderes Prinzip für diefe Tätigkeit haben können, als die Willenfchaft, da fie das reinfte Bewußtfein der Dinge ift, habe ich nun auch zugleich angegeben, in wieweit fich Ihre praktifche Tätigkeit zu erftrecken habe. Was fich vor dem Bewußtfein nicht rechtfertigen und verantworten kann, das ift oben als das Nichtige und Ver* fchwindende angegeben worden, das die Zeit von fich weift. Was fich vom Judentum nicht vor der Wiflenfchaft in ihrer heutigen Ge* ftaltung auszuweifen vermag, das wird nicht erft fallen, und eines befonderen Umftößens bedürfen, fondern es ift fchon dadurch ge* fallen und umgeftoßen, daß es feine Verantwortung der Wiflenfchaft fchuldig blieb. Indem Sie das Seiende als folches anerkennen und ehren, ift jede beftimmte Erfcheinung gefchwunden und aus dem Kreis des Lebens überhaupt getreten, welche auf diefe Anerkennung keinen Anfpruch macht. Was in Ihnen alfo das Wiflenfchaftliche ift, ift in Ihnen auch das Praktifche. Das Unhaltbare fliehet wie Rauch, indem Sie es nur verfuchen, die Fackel der Erkenntnis daran zu halten, aber was früher nur eine ganz unfcheinbare Exiftenz hatte, das tut fich mit riefenartigem Fortfehritte auf und wird zu einem mächtigen Gebäude, indem es die Wiflenfchaft und die Erkenntnis für fich hat. Abermals hätte ich eine abftrakte Darfteilung Ihres Wollens zu geben gewagt ,• ich habe jetzt von den Hindernden zu fprechen, die fich diefem Wollen entgegengefetzt, und die zum Teil gemacht haben, daß Ihre Wirkfamkeit fich noch nicht zu jener reichen Gliede* rung hat entfalten können*, die allerdings zu wünfefaen wäre. Jene Hindernifle find nicht etwa der Gedanke, der mit dem Gedanken kämpft, in diefem wahren Elemente, wie heftig auch der Streit der Meinungen walte, es wird fich bald die verföhnende Mitte auftun, in der jeder feine Berechtigung und feine Wahrheit findet. Jene Hindernifle beliehen eben in dem, was von jeher fich als der unverföhnlichfte Feind des Gedankens ausgewiefen hat, weil es gerade das ift, was von jedem Gedanken entblößt geblieben, nämlich das

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