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Der jüdische Wille · 1918-08-01 · Heft 3 (August 1918) · page 33

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 3 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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Krojanbeh, K. J. V. und Mif&ehe 173 geringere Gewähr bieten als die aus rein jüdifcher Ehe. Hier ift der an fich richtige Satz, daß unfer Zionismus ein Akt des Willens Fei, in feinem Sinne entfdieidend verfälfcht. Denn diefer Wille ift kein freier, der aus irgendwelchen Erwägungen heraus für dies oder jenes fidi entzündet,« er erfährt vielmehr feinen befti'mmenden Antrieb aus jenen dunklen Quellen, die man Ralfe oder Blut oder fonftwie benennen mag. Es ift wirklich nicht nötig, fich in raffen^ theoretifche Erörterungen zu verlieren. Denn das weiß jeder von uns, daß zu unferer Gemeinfchaft uns kein frei erwogener Entfchluß, fondern das dunkle Drängen des Blutes geführt hat, das uns begreifen machte, wo wir hingehören, das uns die Ahnen zeigte, in deren Reihe auch wir stehen, unauflöslich und bleibend, und aus deren unentrinnbarem Kreise kein Wille unslösen kann. Ja, das dunkle Drängen des Blutes..... Rieses Spott über das Abzählen biologisch^semitischer Bluteinheiten ist billig,- jede Auffalfung, in ihre letzte Konsequenz gesteigert, läßt sich ins Komische ver^ zerren. Aber keine so leicht wie die vom freien Willen. Dann hätte es uns also auch freigestanden, für die Sache etwa der tschechischen Nation mit Begeisterung einzutreten? Was ist es dehn, das einen Menschen aus unjüdischem Milieu zu uns zu führen vermochte? Die jüdische Religion und die jüdische Kultur mit all ihren Traditionen und Werten offenbar nicht, da er beide nicht kannte. Es muß etwas Tieferes und Bindenderes gewesen sein, über delfen Benennung wir nicht streiten wollen. Daß er dann allerdings an den naturgegebenen Felfeln nicht riß, daß seine einmal erkannte Zugehörigkeit ihm nicht gleichgültig blieb, daß er für die Zukunft seiner Gemeinschaft sich einzusetzen entschloß das in der Tat war Sache eines schon weniger bedingten Willens. Aber um ihn zu entflammen, muß die Grundlage doch gegeben sein. Wie rechte fertigen wir den Kampf gegen die Assimilation? Aus unserem Lebenswillen. Aber das ist ein Naturtrieb, dem man die Natur nicht entziehen darf. Und wir rechtfertigen ihn ferner mit der Be^ gründung, daß die Einwurzelung in fremdes Volkstum noch für den einzelnen restlos nie zu vollziehen ist, daß er zur Entfaltung seiner besten Kräfte nur im eigenen Lager gelangen kann. Aber wo ist das Lager des Mischlings? Da werden die Gegner ant^ worten: wo eine planmäßige und zielbewußte Erziehung ihn hinweist. Zu diefer Antwort gehört, wenn nicht Leichtfertigkeit, unglaublich viel Mut. Wir wilfen, was es fchon für ein fragwürdiges Unternehmen ift, wenn wir heute für uns felbft unfer Verlangen nach einem jüdifchen Leben zu verwirklichen fachen,- wenn wir nachholen wollen, was wir als Kinder verfäumten. Immerhin mag das noch angehen: denn wenn auch die Jahre unwiderruflich vorbei lind, wo jüdifche Sagengeftalten uns erftes entfcheidendes Erlebnis, wo jüdifche Feße der kindlichen Phantafie entzündender Stoff werden konnten, mag doch heut noch manchem aus alten Blättern ein Hauch

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