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Der jüdische Wille · 1918-08-01 · Heft 3 (August 1918) · page 6

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 3 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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146 Löwenßeitt, Gegenwartsarbeit in der Diaspora Natiorialrat eingefetzt worden, bei dem die Stärke der einzelnen Parteien nadi den Wahlen beßimmt wurde, die bereits zum Kon* greß ßattgefunden hatten. Dabei find die Zionißen mit 28 Sitzen die bei weitem ßärkße Partei. In derfelben Weife haben die Juden der Ukraine fidi organifiert, audi dort find im Nationalfat die 24 Zionifien die ßärkße Partei. Aber fonß laflen die jüdifchen VerhältnifTe der Ukraine viel zu wünfchen übrig. Die letzten Wochen fianden leider in der Ukraine wie in Galizien unter dem Zeichen der Pogrome, die von Regierung und Militär mindeßens nicht gehindert wurden. Sie haben uns in trauriger Weife zu er* kennen gegeben, daß alles Erreichte in der Diaspora ßets relativ bleiben muß und daß alle Galutharbeit niemals die Notwendigkeit der gelieferten Heimfiätte in Paläfiina aufheben wird. War es doch nicht einmal möglich, in Rumänien wenigfiehs die Gleich* berechtigung durchzufetzen, die, in allen anderen Staaten Europas durchgeführt, in Rumänien trotz der Befdhlüfle des Berliner Kon* grelTes nicht exifiierte. Was darüber in Bukareß befchloflen wurde, gewährt die Gleichberechtigung nur einem Teil der rumänifchen Juden und macht die Durchführung der Emanzipation von fo vielen zu erbringenden Beweifen abhängig, daß ein mißgünfiiges, judenfeindliches Beamtentum in der Lage iß, das ganze Gefetz illuforifch zu machen. Wie das bisherige Regime gewefen iß , und welche noch vielleicht unbekannten Verfolgungen und Ausfchreitungen während des Krieges gegen das rumänifche Judentum in Szene gefetzt wurden, hat Dr. Berrifiein in der Denkfchrift »Die Juden* Eolitik der rumänifchen Regierung«, herausgegeben vom Kopen* agener Büro der Zionifiifithen Organifafion, in erfchütternder Weife auseinandergefetzt. Nadidem nun der Anfchluß Beßarabiens an Rumänien mit Sicherheit zu erfolgen fcheint, .wird auch das Schickfal der 300000 Juden diefes Landes in die Wirren rumänifcher Politik hineingezogen. Mögen ihnen die Leiden der rumänifchen Juden erfpart bleiben. Diefe kurze Umfchau unter den Problemen, die die Neu* gefialtung Oßeuropas . einer jüdifchen Nationalpolitik auflegetf/^düffte beweifen, wie fehr auch im Galuth eine zielbewußte, efatheitti&e Wahrnehmung der jüdifchen Interelfen erforderlich iß. Püf die Wahrnehmung diefer Aufgabe kommt nur' die zionifilM£Qrgätii* fation in Frage,- denn ihre Prinzipien allein bieten Ge#äfcf oitfür, daß fie nur jüdifche Interelfen als Richtfchnur betrachtet wlftl, Bertin Dr. Tffrz LStvenfiein

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