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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 65

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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Einzelheiten 133 Zeugungen nicht fehr befihwert, aber in der Terminologie aller Richtungen be~ wandert, ftets darauf bedacht, das Licht der Scheinwerfer auf fich zu konzen* trieren, ift er der Typus jener Sorte deutfch*jüdifcher Männer, die fich gegen* ieitig als Notabein bezeichnen — Leute, die, auf die undemokratifchfte Weife zu ihren Ämtern gelangt, das Judentum zum Schemel ihrer Eitelkeit und ihres Ehrgeizes machen. Sie alle find wahr* haft neutral ~ nämlich dem Judentum gegenüber. Der Zionismus darf fich das Verdien/t zufchreiben, folchen Leuten das Aufkommen ziemlich unmöglich ge* macht zu haben. Wenn Apfel in folcher Erbitterung die Sitzung fchloß, fo mag aus ihm unbewußt das Gefühl feines Schickfals gefprochen haben. Erich Cohn Mo/es Mendefsfoßn und der Zio* nismus. Im »Jewish World« wird von J. S. Fuchs folgender merkwürdige Brief Mofes Mendelsfohns »an einen Mann von Stand« veröffentlicht: »Obwohl meine Kenntnifle auf dem Gebiete der politifchen Wiflenfchaften fehr armfelig find, gestehe ich mit Vergnügen, daß der Gedanke, Palästina durch das jüdifche Volk zu neuem Leben zu erwecken, großartig und erhaben ist. Der Urheber und Verbreiter diefes Gedankens ist ein be* geisterter und tapferer Kämpfer. Sein volles Vertrauen zu feinem Ideal und fein Glauben an deflen Verwirklichung haben ihm den Mut und die Kraft verliehen, , den praktifchen Teil des Palästinawerkes zu beginnen. Aber ich bin nur ein Mann der phÜofophifchen und nicht der praktifchen Arbeit; und es ist für mich fchwer, mich mit all den großen Schwierigkeiten auseinander« zufetzen. Ich will indelTen gestehen, daß ich bei der Verwirklichung der Palästinaidee nicht äußeren Widerstand, sondern lediglich innere Hemmnisse be* fürchte, welche von der Eigenart unferes Volkes herrühren. Unfer Volk ist zu* folge der alten Bedrückungen einer un* abhängigen Lebenskraft beraubt. Die natürliche Neigung aller Völker, in ihrem eigenen Lande unabhängig zu leben, fehlt meinen Brüdern gänzlich. Wir begnügen uns mit unferer intellek* tuellen Welt und auf Gott vertrauend ertragen wir mit Mut alle Schickfals* fchläge, alle Verfolgung und Unter* dfückung, ohne etwas zu unferer Be* freiung zu unternehmen. Ich bin in* Zweifel, ob unfer zerstreutes Volk feine Einigung wünfeht, und ohne Einigung aller Kinder unferes Volkesgibt diefe herrliche Idee keine Hoffnung auf Verwirklichung. Jedenfalls ist das Palästinawerk ein unermeßlich großes,- und es zu Ende zu führen, sind fürst* liehe Schätze und große Macht er* forderlich. Aber unser Volk ist nicht reich genug, und unsere wenigen Millionäre werden ihre Taschen nicht zum* Besten; ihres Volkes öffnen. Meiner Meinung nach hat die Idee die beste Aussicht auf Erfolg zu einer Zeitr wenn die großen Mächte im Streite mit einander liegen und nicht zu einer Zeit^ wo Ruhe und Frieden in der politischen Welt herrschen. Ich retourniere Euer Hochwohlgeboren alle mir übersandten Papiere und versichere, daß ich die An* gelegenheit stets geheim halten werde. Berlin, 26.. 6.1770. Moses Mendelssohn^ Endres, Weltpolitik und Zionismus- Leipzig 1918. Major Endres, der bekannte Kenner türkifcher Verhältnilfe, gibt bei Dunker und Humblot foeben eine kleine Schrift über »Weltpolitik und Zionismus« her*- aus, die auf forgfälitigem Quellen/tudiumi vereint mit perfön liehen Erfahrungea fußt, klar und gut gefchrieben ift und fich reftlos für die Ziele des Zionismuseinfetzt. Das ift um fo erfreulicher, weil Endres im Gegenfatz zu fo vielen wäh* rend des Krieges und auch fchon vor dem Kriege über die Türkei fchreibendea Leuten als ein wirklicher Sachverftändiger in den die Türkei betreffenden Fragen angefprochen werden kann. Das Buch gliedert fich in drei Ab*^ jRhnitteA deren erfter die Idee und das- - Werden des Zionismus, deren zweiter die Entwicklung der Verhältnilfe in Paläftina und deren dritter den Zionismusim Rahmen der Weltpolitik behandelt. Daß wir an diefer Stelle auf das Buchverweifen, gefchieht in der Hauptfache deswegen, weil wir es zu Propaganda«- zwecken für vorzüglich geeignet halten. Geeignet, weil ja noch immer bei den Juden das, was eia Chrift und Offizier fagt, viel größeren- Eindruck macht, als die klügften und fachverftändigften Aus~ führungen eines Juden, Wafter Levin

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