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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 59

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 59)
Language
German
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Aus Briefen des gefallenen KJ.V>ers P 1271 alles unerbittlich niedergerungen werden? Es iß fchade darum. Und gar durch die Jurißerei, die dies Henkersamt am Geiße fo gründlich vollzieht! Mit gräßlich ernüchternden zerfetzenden, erkältenden. Einflüffen. HuhM! Ich. merke eben jetzt, wie mein Gehirn ver^ fandet. Heute habe ich den ganzen Tag gefrohndet und bin nun unfähig, Vernünftiges zu fchreiben, zu erzählen von dein Stimmungen und geheimnisvollen Wirkungen, die mich noch geßern erfüllten. Alles verflogen, entflohen vor der Gorgo Themis. Kiel, 21. Dezember 1909 Nun muß ich Dir aber von meiner Menfur erzählen. Die äußeren. Daten wird Dir E. L. geben können. Es war natürlich ein regele rechter Ramfeh, herbeigeführt durch ein bischen Kampfluß, ein bischen Unüberlegtheit und ein bischen viel Alkohol auf der Gegen-** feite. Und nachher kamen noch Erwägungen hinzu, die mich ver* anlaßten, die Sache zu forcieren und nicht einem friedlichen Aus*- gleich zuzuführen, was ja auch gan& in meiner Hand fiand. Diefe Erwägungen find teils kompliziert, teils gar keine, fondern nur Sentiments. . Erftens fpecies Judaica: Sucht, den Gojim durch Schneid zu imponieren. Zweitens ein Hang meines Wefens zu Ritterlichkeit und Cavaliertum es war fchon ein Vergnügen, mit dem Kartellträger knapp, höflich, korrekt, gemeflen zu verhandeln und dann nachher mit den fympatifchen Ariern von der <Verbin^ dung> zu conferieren und fchließlich vor dem »hohen Ehrengericht« kühl, fachlich, fchneidig und doch referviert die Sache zu führen. Ferner der ganze Habitus, das Drum und Dran, die Pofe,- es interefliert mich, mein Benehmen in der Situation zu beobachten und zu kritifieren. Ich bin ganz zufrieden mit mir. Und dann vor allem bedeutet fo etwas doch ein Ereignis, eine Abwechslung, eine Tat,- es iß doch eine Anfpannung aller Energie, ein frifcher Luftzug in die etwas muffige Atmofphäre meiner Exifienz. Du verfiehfi mich, nicht wahr? Kiel, 18. Februar 1910 Mir find heute die Wickel abgenommen worden, und da habe ich erß den Befund feßgeßellt: ich bin regelrecht skalpiert —- auf jeder Seite einen erheblichen Lappen, dazu drei Horizontal* quarten und eine Tiefquart im Geficht. Einen Durchzieher habe ich, um den mich der ganze S. C. beneidete. Was gäb ich drum, wenn wir unfern Waffenruhm gemeinfam begießen könnten ,- in nebenfiehender Situation Photographie) habe ich es recht empfunden, daß ich hier fo ganz allein bin. Die Menfur hat mich überhaupt enttäufcht. Es war garnicht die »Tat«, die Anfpannung aller Energien, die ich erwartete. Es verlief alles mit größter Selbfiverfiändlichkeit, gemütlich, heiter und ohne irgendwelche Emotionen. Ich weiß nun aber wenigßens, daß ich ein vollkommener Gent im Sinne der bekannten Definition Schaukais bin : Es gibt

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