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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 52

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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120 Rußafcßoff, Erftlinge geisterung eines tiefen Gemütes ergriffen, dem trägen Schlafe eines* gewöhnlichen Lebens anheim zu geben, — o daß Sie doch diesen* Gedanken lieber niemals ergriffen hätten! Möchte mir der Ernst,, der Sie bis dahin leitete, möchte mir die aufopfernde Liebe, mit der Sie bis dahin die Sache Ihres Vereins für die höchste Angelegenheit Ihres Lebens hielten, ein sicherer Bürge sein für die entferntere Zukunft. Aber auch Euch, Glaubensgenossen außerhalb dieser- Vereinigung, Euch, den Vorstehern jüdifcher Gemeinden des deuN sehen Vaterlandes, einige Worte der Liebe und der Ermunterung.. Nur anregen können wir die hier versammelten Freunde,- daß das Angeregte schön erblühe und Früchte trage, dazu bedürfen wir Eurer kräftigsten Mitwirkung. Vergesset des entzweienden Haders und alles persönlichen Zwiespaltes. Gedenket des Allgemeinen,- laßt uns vereinigt ein,Ziel erstreben, zum Segen der Menschheit und zum Heile des Vaterlandes. Auch Ihr, meine christlichen Mitbrüder, die Ihr heute mit Liebe des entfernten gefesselten Hellas gedenket, und ein Ende setzen möchtet der entmenschenden Zwingherrschaft, — auch wir, die unter Euch Wohnenden, wir haben Anspruch auf Eure rücksichtslose Liebe.. Gern möchten wir auch Euch als Mitglieder dieses Vereins begrüßen, dafern Ihr Euch uns anzuschließen nicht verschmäht. Für Euch auch wirket Ihr, wenn Ihr für die Veredlung des jüdischen Geschlechts sorgt. Kommt in unsere Reihen,- lasset uns gemeinsam das schöne Beispiel aufstellen, daß das Vorurteil schwindet, wo das Reinmenschliche sich zeigt. Auch Ihr Fürsten, gesetzgebende Versammlungen, Senate,. Bürgerschaften des deutschen Vaterlandes, und Ihr, seines Bundes, vermittelnde Amphiktionen! Was wären wir, die hier Versammelten, ohne Eure schützende Hand und Eure liebende väterliche Milde? Gedenket auch Ihr, daß es gilt, Euch treue Untertanen und vater^ landsliebende Bürger aus heimatlosen Ansiedlern zu erziehen,- gedenket, wieviel besser es sei, auf die Dankbarkeit einer beglückten Menschenklässe zählen zu können, als auf die widersprechende Ge^ sinnung ehrloser und entmutigter Sklaven. Fördert die Arbeiten dieser Versammlung, deren letzte Früchte nur Ihr allein zu ernten habt. Und nun schließlich noch meinen Dank Ihnen, meine ver^ sammelten Freunde. Sie haben mich für das künftige Geschäftsjahr wiederum zu Ihrem Vorstande erwählt, und ich erkenne diese Ehre an, wie ich es soll. Welche Verantwortung Sie mir auch dadurch, auferlegen, wie groß auch die Pflicht ist, zu der Sie mich berufen-, ich hoffe, meine uneingeschränkte Liebe für Sie und zu dem Ge* danken, der Sie vereinigt hat, wird mir auch jene tragen helfen. Viele sehe ich in dieser Versammlung, denen Erfahrung und Lebens^ erkenntnis die vertrauteren Freundinnen sind, — manchen erblicke ich, dem ich mich ohne Neid sowohl an Umfang der Kenntnis, wie an Tiefe der Einsicht weit untergeordnet fühle,- aber wenn es Sie*

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