Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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414 Rwßafdfoff? Bffttjoge . IJbfein gekommen ift» Wie es das Wefen aller Kindheit Jftt fdiickt^ft dem Wirken und der praktifchen. %ätigiiQt; lange Zeit da^; Bef . fdiauen voran. Das ganze Leben hätten >wir gerne in feiner Vielf feitigkeit umfaffen mögen/ es hhmerzte yns nur, etwas Vereinzeltes zu tun, weil; darin ein Aufgeben fo vieles Änderen zu liegen fdiien. Belfere Einficht führte darauf, daß, wer das Einzelne fördere, der kräftigfte Beförderer des Ganzen fei, Von dem Augenblick an, wo Sie fidi befchränkten, gelangten Sie zu einer bis dahin fehlenden Beftiijimtheit. Erft jnit diefer; Befdiränkung fing Ihre Vereinigung zu beftehen an. \.; , Aber es hat oie in diefer Befdiränkung eine wahrhaft philofophifche Anficht geleitet. Fühlten Sie gleich, daß es vorläufig nur die WilTenfchaft fein könne, der. Sie nach der vorrätigen Summe von Kraft und Mitteln mit Eifolg obliegen dürften, fo hat keine Einfeitigkeit die anderen vielen Richtungen des Lebens vergeben jaffen. Die Totalität aller Erfcheinungen des Lebens alß die immer feftzuhaltende Grundlage beizubehalten, haben Sie nicht unterlalfen. Wie der Eigentümer keinen Teil feines Grundes aufgräbt, weil er nicht alle zu gleicher Zeit betreten kann, alfo entfagten Sie keiner Äußerung irgend einer Tätigkeit, weil mit allen zugleich anzufangen, Ihnen unmöglich fchien. Ich fage hier nur, was Ichon die Einficht in das Vorwort Ihrer Statuten gewähren kann. Erlauben Sie mir jetzt, daß ich die leitenden Gedanken Ihrer wiflenfchaftlichen Tätigkeit aufftejlje, nach einer Reihe, wie fie die Art derfelben von felbft an^ gibt, und daß jch die Stellung für jedes einzelne herauszufinden midi bemühe. < Derjenige Teil der Wiflenfchaft; welcher, die religiöfen, histo^ rischen und philosophischen Bestrebungen der Juden umfaßt, war, wie er bisher behandelt worden, entweder der der Freiheit oder der Selbständigkeit beraubt gewesen. Unwissende Rabbinen, schon im Voraus befangen in dem, wonach sie erst forschen sollten, das Juden^ tum nicht als Teil eines großen Ganzen betrachtend, sondern als eine ausschließende und isolierte Wissenschaft ohne allen Zusammen^ hang mit den andern Zweigen denkend und behandelnd, hatten eine treue Bearbeitung weder vorbereitet, noch war sie von ihnen zu erwarten, denen kein einziger Standpunkt außer dem zu bearbeiten^ den Felde zu Gebot stand. Was Gytes und Tüchtiges vorhanden ist, das hat man größtenteils - christlichen Gelehrten zu verdanken. Aber ermangelten jene der Freiheit, so haben diese es der Wissenschaft des Judentums oft an der notwendigen Selbständigkeit fehlen lassen : sie war pur zu häufig die dienende Magd christlicher Gottesfelehrtheit, nur in stetem Bezug auf diese studiert pnd behandelt. Line Bearbeitung dieses Teiles der Wissenschaft zu veranlassen, die/ hadern sie, in ^keiner vorgefaßten Ansicht befangen, die vollkommene Freiheit 4er Forschung in Anspruch nimmt, zugleich aber dije Sieibständigk^it behauptet, die jedem Teile des Ganzen als spjchem; auch zukommt: das mwßte Ihr erster Augenmerk ßßfah-l Sie