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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 43

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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Rußaf&ojf, Erftfinge 111 nur durch alle / Was alle find, find fie nur durch das Ganze. Darum iß kein Stand gegen den andern und kein Verhältnis gegen das andere in fdiarfer Linie begrenzt, fondern alle haben fie fanfte, die Verfchiedenheit und die Einheit zugleich bezeichnende Über^ gänge. Diefe Totalität hervorzurufen hat der Orient feinen Mono^ theismus, Hellas feine Schönheit und ideelle Freiheit, die römifche Welt den Ernft des Staates dem Individuum gegenüber, das Chrifientum die Schätze des allgemeinmenfchlichen Lebens, das Mittelalter feine Gliederung zu fcharf begrenzten Ständen und Ab* teilungen, die neuere Welt ihre philofophifchen Beßrebungen ge* fpendet, damit fie alle als Momente wieder erfcheinen, nachdeni ihre zeitige Alleinherrfchaft aufgehört. Das Gefanltprodukt diefes vieltaufendjährigen Lebens hat das heutige Europa der anderen Hemifphäre als Vermächtnis übergeben, aber ohne das fichtlfthe Gerüfie feiner Gefchkhte,- und daß der Gegenfatz fich vollende in Afien, darf es fich noch heute feiner Wiege bewußt werden, ein' glücklicher Alter. Das iß des europäifchen Menfchen Glück und Bedeutung, daß er in den mannigfaltigen Ständen der bürgerlichen Gefellfchaft frei den feiriigen fich erwählen darf, daß er in dem a erwählten alle übrigen Stände der Gefellfchaft fühlt. Nehmen Sie diefe Freiheit hinweg, und Sie haben auch feine Grundlage und feinen Begriff genommen. Alfo iß das europäifche Leben. Ihm gegenüber wollen wir die Juden und das jüdifche Leben treten laflen, Haben wir jenes abfirakt als die Vielheit bezeichnet, die ihre Einheit hur im Ganzen habe, fo können wir bei dieferil uns füglich fo ausdrücken: es fei die noch garnicht zur Vielheit gekommene Einheit; In der frühefien Zeit als Bewahrer der Idee von der Einheit Gottes beßellt, bedurfte es diefer Idee nicht' einmal; - um auch Staat, Sitte, Gefetz und Religion als das eine ununter* fchiedene Selbe erfcheinen zu lalfen. Denn darin unterfdhieden fich die Juden von keinem andern orientalifcheri Volke. Was fie unter* fchied, war die fruchtbare Bildfämkeit, mit der fie eine neue Welt aus fich herausgeboren, ohne felbfi diefer Welt teilhaftig zu werden. Als ihr Staat untergegangen war/ haben fie den Begriff diefer Ein* he-it fefizühälten fich eines Starides, des Handelsßandes, bemächtigt; In tiefem lag jedoch neben der Einheit, die er gewährte, wie iif keinem Mandern, die Möglichkeit der Entwickelung zu alten übrigen Stände de£. Gefellfchaft.Daß diele fleh dennoch' [Jährtauferide verzögerte, "iß zühächfi':darM zu Jüchen, daß die-' Gefellfchaft' felbfi noch zu keiner völlfiändigöi* Entwickelung gekommen'war,- daß die eine Beforide^hett kaum als folche erfdiieri, wo noch fö viele nicht zur Uebereinßimmüng gebrachte MalTen vorhanden waren.; Aüs^ gefchlöffen iMci m^Mlenekd gingen Tie däberr eine eigene Gefchichte,, päifällef fiebert der Weltgiefchichte h£r, gehalten ■ durch" das kyrifif0&£ Ineinander ihre^'häuteten, fölitifch^n ünef feligiöferi' föwöhl als' dürdh <cto-Äüsanänder alfer übrigen Stände. d& fellfchaft. vw&U ^;v;.« <^ t>wy

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