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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 42

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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110 Rußafcfjoff, Erftfinge Weisheit liege in einem von beiden. Dies Wider zu begründen,, hat die Leiden fchaftlichkeit ihren Geifer und der Haß feine Galle hefausgefpien, in der Hoffnung, es fei die Strömung eines folchen Kraters mächtig genug, um ein verderbtes und jeglicher Perfektibilität unfähiges Gefchlecht überfchwemmend zu erdrüdten. Diefem Streben, das fie häufig auch Philofophie nannten, — obgleich vom Denken dabei nicht die Rede war, — trat das andere gegenüber, das fich mit der Behauptung des Für viel zu fchaffen machte, und wenn auch, wie natürlich, eine ruhigere Haltung, doch im Grunde eine nicht minder große Seidbtigkeit offenbarte. Wenn dort die Wut und der Ungeftüm ihr Wefen trieben, haben fie hier mit übergroßer Befonnenheit, ja mit faft kalkulatorifcher Genauigkeit die fogenannten guten Eigenschaften des jüdifdien Gefchlechts herausbuchfiabiert, und große Tabellen angelegt, um auch die Vorzüge der Juden vor dem übrigen Menfchengefchlechte zur bequemeren Überficht darin aufzu^ nehmen. Das Fallche beider Arten diefes Treibens liegt in der Grundanficht, als wenn fich die, Weltgefchichte nach dem Stande punkte der Freiheit des Individuums bewege,- als wenn auch von ihr zu fagen fei, fie habe das Gute zu vollbringen und das Böfe zu meiden — es ifi der Fehler des gemeinen Verltandes, der fich nicht überzeugen kann, daß es eine andere Form der Beurteilung gebe, als die Billigung oder den Tadel. Wenige Stimmführer in diefer Angelegenheit vermieden die eben angegebenen Klippen,- aber die Wenigen, denen es glückte, haben fich des einfichtsvollen Beifalls zu erfreuen gehabt. Auch wir wollen uns ihnen anfchließen, um den Gegenfiand unferer Wirkfamkeit zu begreifen, nicht um einen Anklageakt gegen die Weltgefchichte zu unterfchreiben,- Partei zwar, aber ohne Parteilichkeit. Mit der Sache verhält es fich fo. Wie fich das heutige Europa uns darftellt, fo ifi: es nicht das Werk und die Geburt eines zu^ fälligen' Wurfes, der möglicherweife anders, belfer oder fehl-echter hätte ausfallen können, fondern das notwendige Ergebnis der vieU taufendjährigen Anfirengung des vernünftigen Geifies, der fich in der Weltgefchichte offenbart. Treten wir feinem Begriffe näher, fö iß er, abfirakt ausgedrückt, der der Vielheit, deren Einheit allein ini Ganzen iß. Dies aber haben wir jetzt auszuführen. Wenn wir die Eigentümlichkeit des heutigen Europas ins Auge faffen, fo beruht diefe hauptfächlich auf dem Reichtum feines vielgliedrigen Organismus. Da iß kein Gedanke, der nicht zu feinem Dafein und zu feiner . Geßaltung gekommen wäre/ da ifi Mceine Richtung und keine Tätige keit, die nicht ihre Dimenfionen gewonnen hätte. Überall zeigt fich die fruchtbarfie Mannigfaltigkeit von Ständen und Verhältnilfen, das- Werk; des feiner Vollendung immer näher rückenden Geifies. Jeder diefer Stände ifi ein gefchlolfenes> in (ich vollendetes Ganze, aber dennoch hat er feine Bedeutung nicht von fich, er hat fte nur von dem Anderen,- jedes tilied hat fein befoader&s Leben, und dennodv lebt es nur in dem organifchen Gänzen;;; Was ein Stand tft^ iifi r^"

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