Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2827066-2827067-2827070--0116-2827214- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wiffioibsfig, Der ^rophetismus als kulturgefdiichtlidies Problem 107 nähert, kann nicht bestritten werdet! Hierin vor allem sieht Troeltsch »das sdiwierige,. Verhältnis des reinen Ghetto-Jydentuflis zur abendländischen Kultur, das von Philo bis Mendel?solih nur mit Schwierigkeiten zu durchbrachen war und heute noch: im Zionismus r-ük^tebiniiges Pr®blem*'':yör ■ uns steht«-/ /; Ist diese Zusämmeristellurig aller jüdischen ' Ausglel^ fetrebüngen mit der zionistischen Idee gfcre&tfertigt? Trö^ttsdb yerkenrit offenbar völlig den Charakter des Zionismus. Denn dieser will keine Versöhnung von Gegensätzen, die ihm unüberbrückbar . erscheinen, sondern eine Entscheidung. So betrachtet, besitzt er nichts Problematisches mehr, da er die Loslösutfg vom Abendland um jeden Preis fördert. Das Problem des Zionismus liegt tiefer. Soll das Ghetto-Judentum, der Paria-Charakter, wie ihn die abendländischen Beurteiler bezefchnen, der Geist 'einer verbissenen Wertung des, »Götschen« ins neue Heim hinüber gerettet und dort konserviert werden? Oder soll ein neues Mensdiehtum erstehen mit :deri natürlichen Machte und Kraftinstinkten, die nicht, wie naive Gemüter wähnen, ein ausschließliches Erbteil der germanischen Rasse sind, sondern allen Völkern des Erdenrundes, allen ringenden und wirkenden, innewohnen? Das ist die Schicksalsfrage des jüdischen Volkes, die sein Wiffe zu beantworten hat. Wohin er sich wenden wird, ist noch tiefstes Rätsel. Kühle Erkenntnis des bedeutsamsten .Abschnitts jüdischer Geschichte, geleitet von reinem Währheitstrieb, könnte vielleicht der Willensentscheidung die Kichtung geben. Im Tefcfe Dr. Gustav WitfiQwsfy