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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 38

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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106 W^öitbs^ Pioph^in^M als! küftürgefchiditiidies Pröfölein detti -'Stfäfeeri.&f1 Jahves &nä vön alter fest blutrünstiger ^Kri^^ €thik erfüllt.! :; > »Wer ist der, so von Edbm kommt/ niit rötlichen Kleidfcrh Von Bozrat Der so gesdiriiückt ist in seinen Kleidern und £iri^ hertritt in seiner großen Kraft? »Ich biris, der Gerechtigkeit lehret und ein Meister bin, zu helfen. << Warurh iSr denn'Dein Gewand so rotfarb, und Dein Kleid wie eines Keltertreters? »Ich trete die Kelter allein, und ist niemand unter den Völkern mit mir. Ich habe sie gekeltert in meinem Zorn und zertreten in meinem Grimm. Daher ist ihr Blut auf meine Kleider gespritzt und ich halte all mein Gewand besudelt. Denn ich habe einen Tag der Räche mir Vorgenommen. Das Jahr, die Meinen zu erlösen, ist kommen. Und ich sah mich um, da war kein Helfer, und ich verwunderte mich, und niemand stund mir bei. Und ich habe die Völker zertreten in meinem Zorn und habe sie trunken gemacht in meinem Zorn, und ihr Blut auf die Erde geschüttet.« <Jes. 63, 1— 6*> 1 Von hier führt ein weiter Weg zur christlichen Demut, die die Feinde lieben lehrt und für erlittenes Unrecht himmlischen Lohn verspricht, Für Nietzsche sind diese Stationen einer Jahrhunderte währenden, größtenteils noch rätselhaften seelischen Umwälzung nahe an v einander gerückt, so daß er von dem jüdisch^christlicheh Ressentiment der Parias gegen die Herrenvölker sprechen kann. Troeltsch lehnt zwar ausdrücklich diese Deutung der prophetischen Ethik ab, die das Leiden als Selbstzweck und nicht als Durchgangsstation zu einer herrlichen politischen und sozialen Zukunft ansieht. Aber esiehk doch die klare Herausarbeitung des polaren Gegensatzes zwischen jüdischer Prophetie und christlicher Demutslehre. Und so kommt Troeltsch, wie schon erwähnt, auch zu der Annahme, daß das prophetische Gottvertrauen zum Verzicht auf eigene Macht und Kraft geführt und den alten kriegerischen Geist gebrochen habe. Die Geschichte lehrt etwas anderes. Nach siebzigjähriger Unterbrechung des staatlichen Lebens findet ein Gechlecht, das seine nationale Freiheit nur vom Hörensagen kennt, den Mut und die Kraft, neu aufzubauen und ein Gemeinschaftsgebifde zu schaffen, das vom Blickpunkt Weltgeschichte liehen Geschehens gewiß sehr winzig sich ausnimmt, aber darum nicht weniger den ungebrochenen Willen zum Leben erkennen läßt. Die nicht seltene Beteiligung an den für die vorderasiatischen Staaten charakteristischen Aufständen, die M^kkabäerkämpfe, "schließlich; der heroische Endkampf mit Rom zeigen, daß der prophetische Geist den kriegerischen W illen keineswegs gebrochen hat. Daß freilidimit dem völligen Untergang des nationalen Gemeinwesens/ mit der Zerstreuung und der unausbleiblichen sozialen Umgruppierung die Moral des auf Handel und Zinsgeschäft abgedrängten jüdischen Volkes, sich immer mehr dem Ressentiment im Sinne Nietzsches V "'•> Idi; habe ife Luthersche Übersetzung gewählt, weil sie hier von bfT s oriderer Charakteristik Ist. . =.

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