Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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102 WttiiowsRy, D^r Prophetismus als kuftürgefchiditlidies Problem »falschen« Propheten geduldiges Ausharren und Warten auf bessert Zeiten. Ob schließlich das Schicksal Judas auch bei folgerichtiger Einhaltung der jeremiariischen Politik nicht unvermeidlich gewesen wäre, ist eine andere Frage. Entscheidend für unser Problem ist allein die Feststellung, daß die prophetische Politik d. h. der Glaube an die Unzerstörbarkeit Israels, wenn es seinem Gotte treu bleibt/ oder allgemeiner gesagt/ die heroische Willensbereitschaft; in sich das Maß der Vollkommenheit zu suchen, mit einer besonnenen Wertung der politischen Notwendigkeiten durchaus vereinbar ist, ja diese geradezu bedingt. Denn da jede Art politischen Handelns' auf ein Gebot Jahves zurückgeführt wird, so setzt schon diese Substituierung eines göttlichen, ällweisen und allmächtigen Willens den denkbar höchsten Grad politischer Zweckmäßigkeit voraus. Was bedeutet schließlich der Hinweis Troeltschs auf den deuteronomistischen Re^ formversuch der prophetischen Predigt in 5 Mos. 20, wonach der Heerbann einer Auswahl der nicht durch Weib und Kind, nicht durch Haus und Hof gehemmten Tapfersten unterzogen werden soll?* Abgesehen davon, daß Gesetze solcher Art, wie z. B. große Teile der Agrargesetzgebung, wahrscheinlich unter dem Zwang der Verhältnisse nur ein ideales Dasein geführt haben mögen und gleichsam den Ansporn zu männlicher sittlicher Auffassung bedeuteten, ist die Weltfremdheit eines solchen Gebotes von unvergleichlicher Harmlosigkeit gegenüber einem einzigen Satze der Bergpredigt, die, wenn sie nicht eine komplizierte Umdeutung erfahren soll, jede Möglichkeit einer staatlichen Gemeinschaft aufhebt. Gewiß ist die jüdische Staatlichkeit nach der Rückkehr aus der Verbannung von kümmerlicher Art. Aber es ist eine schwer zu entscheidende Frage; ob die Legalisierung der prophetischen Gedanken oder die politischen Notwendigkeiten einer völlig veränderten Welt ein kraftvolles Ge^ deihen Judas unmöglich machten. Beachtenswert ist jedenfalls die Tatsache, daß die staatliche Gemeinschaft sich ein halbes Jahrtausend hindurch behaupten konnte und erst nach verzweifeltem Ringen mir dem übermächtigen Rom ihren Untergang findet. Bisher war von der Ethik der Propheten nur gelegentlich die Rede. Im Rahmen der Methodik von Troeltsdi bedarf sie einer um so gründlicheren Untersuchung, als auf diesem Gebiete die gegensätzlichen Auffassungen ihren stärksten Ausdruck finden. Daß für die transcendental-idealistische Schule der sittliche Gedanke schlechthin den Inhält der prophetischen Predigt bildet) ist schon gesägt. Kellermann sieht sogar in deri Jahve-Gedähken und dein sittlichen Begriff völlige Identität; Es kann nach derri Vorausgegangenen nicht' übferräfcchen, däß für Troeltsdi die Sittlichkeit der Propheten > nicht die Sittlichkeitder Menschheit ist> sondern die I§pätek';i)nr" der ganzert Ungeschiedenhett yoh Sitte, R^cht undMöfal, <fiig;'-äKen-j an'öken;' Volkenj, eigeri; tet>:©& ^tifäeß'fa&^Htäffy ge* Winnen an'iftr;,rför;:Änteil/':wenh - sie zu;Jaihvfe1 si<4 -bekehröh -uri.ct seine M3efcot&':1: äänehifaenP- Die;hüfiiand;^B^hätidlühg---'gegeä*"tteto