Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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* WMbtvsfiy, Ö£r Prbph'ctismüs sfl^1 lcüffurgefifiicfitficfiifeÄ Pröble^ fäl^^Oc^^hd!^ ■ "Wäd^ deichet, Üeht aus Von clortvVü$rt hi(Jffö Unfeines anp zieht ,äüs aus ihrer Mitte, mächt euch rein; ihr^;Wa-8feh^ träger Jähves. Denn nicht in Hast sollt ihr 1 ausgehen; und iföht fluchtig fprtgehn! Vielmehr Jahve geht vor eüch hei* üfid, eüfe Nath^ hut ist euer Gott! Fürwähr, Erfolg haben wird nieiH Kriecht; uftd emporkommen tind sehr erhaben und hoch dastehen« (Je£. 52- 7^13). Man muß diese glutvollen und stolzen Zukunftöefwartung'en nachfühlend zu begreifen Suchen, um Kellermanns spekulative Irrnis ermessen zu können, wenn er in ihnen den Ausdrück einer in der unendlich fernen Zeit zu erwartenden Verwirklichung der sittlichen Idee zu erkennen wähnt, wobei zugleich der Einwand nicht untere drückt werden darf, ob der dem europäisch-philosophischen Denken entstammende Begriff der zeitlichen Unendlichkeit überhaupt in den Köpfen der Propheten je gewirkt hat. Nun ist es freilich nicht iü bestreiten, daß der Ebed^Jahve-Begriff in seiner Abwandlung eine Differenzierung erfährt, die vielleicht das schwierigste Problem des gesamten prophetischen Denkens enthält und in gewissem Sinne spekulativen Charakter trägt. In Kap. 41 besingt Deutefojesaiä die Allmacht Gottes mit einer Glut der Empfindung, einer Größe der Auffassung, die als unvergleichlich alle Zeiten überdauern wird. Die Volker sind wie der Tropfen am Eimer und gelten vor der Allgewalt Gottes wie das Stäubchen an der Wage, sie sind wie nichts vor ihm, als null und nichtig gelten sie ihm. Der dithyränw bische Schwung dieser Verse ist von hinreißender Kraft und Schöna heit und hat durch die Jahrtausende das religiös^dichterische Empfinden der Völker beeinflußt. Nur darf die Begeisterung nicht dazu verleiten, eine dem heutigen Menschen tief eingewurzelte univer^ salistische Auffassung auch dem Propheten zuzuschreiben. Es soll ja nicht die Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt, vor Gott erwiesen werden, sondern der denkbar schärfste Widerspruch zu diesem Gedanken. Israel ist der Knecht Jahves, wenn er auch äußerlich jenen irdischen Machthabern zu dienen scheint, die nur einem Tropfen am Eimer vor den Augen Jahves gleichzusetzen sind. Deshalb sollen alle vergehn, die mit Israel hadern. Als Israels Lösegeld gibt Jahve Ägypten, Kusch und Saba, Länder und Nationen für Israels Leben hin <43, 3>. Was Kusch erhandelt hat, Ägypten erarbeitet hat, Zion soll's gehören, die Sabäer sollen in Ketten einhergehn und vor Zion niederfallen <45, I4>. Zum Fürsten und Gebieter macht Jahve sein Volk <55, 4>. Es sind dies vertraute Gedankengänge, die dem Geiste der Bibel entsprechenden. Nur in Kap. 53 findet die Idee des Knechtes Jahves «eine Gestaltung, die diesen Geist völlig. zu negieren und ganz neue Ausblid^e zu eröffnen scheint. Israel hat die Krankheiten und Schmerzen der Heiden getragen, um ihrer Missetaten willen ge~ litten, ward darum mißhandelt und tat seinen Mund nicht auf, »wie ein Lamm, das zur Schiächtung geführt wird, und wie ein Schaff