Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2827066-2827067-2827070--0096-2827194- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wit&ows/fy, Der Prophetismus als 'kn\tüPgetdoiiSt\i(hes Prßbiem Das Präsidium des KJ.V. muß dafür Sorge tragen, daß in allen Korporationen auf die jüngeren Semester in diesehr Sinne gewirkt wird. Dem einzelnen K.J. V.^er muß die Materialsammlung, die ungleich schwieriger ist als die bei einer der üblichen Disser* tationen, möglichst erleichtert werden. Das Zentralkomite wie der Kulturausschuß werden sicherlich diese Arbeit gern unterstützen. Die Herren vom N.-F., insbeson* dere O ettinger, Kaplansky und Böhm werden überall helfen, wo sie sehen, daß ein Wille zu ernsthafter Arbeit besteht,- dasselbe gilt von Ruppin, Nawratzki, Trietsch und Auerbach, um nur einige zu nennen, auf die ich stets bei meiner eigenen Arbeit rechnen konnte. Ich stelle diese Fragen hier zur Diskussion 'und hoffe, daß im Prinzipiellen kein' Streit mehr besteht und nur die Frage der prak* tischen Durchführung erörtert zu werden braucht. Bresfau Dr. Tritz Sternßerg DER PROPHETISMUS ALS KULTUR¬ GESCHICHTLICHES PROBLEM Die überragende Bedeutung des prophetifchen Wirkens im Jüdifchen Volke für die Menfchheitskultur fteht jenfeits jeder Art von Voblematik. Die Tatfache, daß der Gedankeninhalt der jüdifchen Prophetie die Grenzen des jüdifchen Bereiches verläßt und in Chrißen* tum und Islam ausmündet, iß fo finnfällig, daß fie von keinem mit Voräusfetzungen noch fo lehr belaßeten Kritiker, fofern er überhaupt ernft zu nehmen ift, beßritten wird. Die Scheidung der Gdfier be^ ginnt erfi mit dem Verfuch, den Wesenskern des prophetifchen Denkens aus feiner zeitlichen Umhüllung heraüszufchälen. Denn irt diefe Forfchung — das fcheidet fie von anderen Gebieten de* Geißeswiflenfchaften — drängen fich Voraussetzungen, Wünfche, zeitliche Gebundenheit hinein und haben bisher ein gemeingültiges Ergebnis unmöglich gemacht. Im Grunde liegt nichts Erstaunliche^ in diesem Vorgang. Die ägyptifche Pyramidenkultur; die Klaffizität der Griechen, die religiöfe Welt Oßafiens fiehen als gleichfam abi gefchlolfene Gebiete der Forfchung da. Kein Volk, keine Gemein^ Ichaft erhebt den Anfpruch, ihre unmittelbaren Erben zu fein. Ii| beziehungslofe Ferne gerückt feffeln fie den Erkenntnistrieb, der los* gelöß vom Blickpunkt des eigenen Zeitbildes und unbefchwerr woti irgendwie gearteter Intereffiertheit fich betätigen kann.; 7