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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 18

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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66 Sternßerg, Wiffenfdiaftlidie ' Arbeit ■> für tfen Zionismus modernen Bedürfnissen entsprechendes Hypothekerrwesen in der Türkei einführt. <Wie wesentlich dies für Palästina wäre, brauche ich wohl an dieser Stelle nicht näher darzulegen.) Fernerhin, ob sich die. Form, in der der N.*F. zu kolonisieren gedenkt, also Erb* pacht und Erbbaurecht, mit der bestehenden türkischen Gesetzgebung; in Einklang bringen läßt, ob ein Weitergeben des im öffentlichen "Besitz stehendes Landes, das bisher unmöglich scheint, in dieser Fortji geschehen kann, da ja dann der türkische Staat das Ober* eigentum behält. Für Ingenieure und Techniker wäre es eine der interessant testen wissenschaftlichen Aufgaben, ob eine elektrische Industrie der Jordan hat in seinem verhältnismäßig kurzen Laufe ein Gefälle von fast 600 m — eine große Zukunft haben könnte. Den Untersuchungen von Chemikern und Geologen würde die Entscheidung vorbehalten bleiben, ob die Asphaltlager bei Asbeja, die Phosphatlager bei Es*Salt einen Abbau lohnen, die Ablage* rungen des Toten Meeres an Asphalt, Brom und Kali industriell rentabel zu verwerten sind. In meinem Aufsatze im »Juden« habe ich gezeigt, wie wesentlich für die Beziehungen zwischen Juden und Arabern die Tätigkeit jüdischer Ärzte ist. Für den Mediziner bildet die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Malaria und dem Trachom wie auch die Erwägung von Maßnahmen zur Verringerung der Heuschrecken^ gefahr ein reiches Betätigungsfeld. , * * fr- Ich bin hier nur auf palästinensische Verhältnisse eingegangen. Die Fülle von wissenschaftlichen Problemen, die uns die Lage der Ost* und Westjuden aufgibt, brauche ich wohl nicht zu er* wähnen. Der Mediziner wie der Jurist, der Nationalökonom wie der Historiker finden sich hier vor eine ungeheure Aufgäbe gestellt. Und wer Sombajts Buch einmal gründlich durchgearbeitet hat, ein Buch, das wirtschaftswissenschaftlich ein ganz außerordentlich hohes Niveau hat — mag man es auch prinzipiell ablehnen —, der findet dort den Stoff für Hunderte von Dissertationen. Von den Problemen, sdie ich*angedeutet habe, wird man einen Teil, besonders die palästinensischen Fragen, erst nach Beendigung des Krieges behandeln können, denn die genaue eigene Kenntnis des Landes dürfte notwendig sein,- jedoch gilt das keineswegs für alle palästinensischen Fragen, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, und noch viel weniger für andere jüdische Probleme. Ich würde es daher für außerordentlich verfehlt halten, wenn man mit einer planmäßigen Behandlung dieser Angelegenheit warten wollte. Ebenso wenig wie sich die zionistische Organisation mit einer Erhaltung des Bestehenden begnügen konnte, sondern eine ganz außerordent* liehe Expansion erfahren hat, wie niemals zuvor, ebenso müssen die Tendenzen schon jetzt berücksichtigt werden, die einer Intensi* vierung der zionistilchen Idee unter ihren Anhängern entgegenkommen.

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