Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sternberg, Wtssensdiafdche Arbeit für den Zionismus 35 halb der verfchiedenen Raffen und wieder der Raffen im Ver* hältnis zu einander fehlt vollßändig. Wir besitzen riur einzelne private Enqueten, die sidi insbe* sondere mit der jüdischen Bevölkerung in Jerusalem und Jaffa befaffeny über die arabische Itädtische Bevölkerung besitzen wir überhaupt nichts als etwa flüchtige Reisebeschreibungen. Naturgemäß ist aber eine genaue statistische Erfassung der Berufsverteilung des arabischen städtischen Elements in den letzten Jahrzehnten, seiner Einkommens* Verhältnisse usw. unumgänglich notwendig. Ferner wäre zu untersuchen, auf welcher Stufe die Fellachen* Wirtschaft steht, und ob sie sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert hat, besonders hinsichtlich des Durchschnittsertrages für den einzelnen Dunam. Wenn ja, ob diese Veränderung der Fellachenwirtschaft aus fich heraus erfolgt iß oder durch Binwir* kungen von außen her, insbesondere vvon jüdischer Seite. Weiterhin fehlen uns exakte Darstellungen bei Schulmann finden sich die ersten Ansätze —- über die innere Verwaltung, über die politische Machtverteilung innerhalb der Araberbevölkerung, inwieweit sie durch spezifische, z. B. klimatische Bedingungen Palästinas bedingt ist, inwieweit sie auf die wirtschaftlichen Verhältnisse zurückwirkt. Auch über ihren kulturellen Stand besitzen wir nur populäre Dar* Stellungen,« nur dies steht wohl fest, daß sie jahrhundertelang sich ziemlich im Gleichgewichtszustande befand und erst in den letzten Jahrzehnten sich gewandelt hat. Jedenfalls scheint der Araber seinem innersten Wesen nach keineswegs unzugänglich für Weiterbildung auf jeglichem Gebiete zu sein. Bei den deutschen Universitäten wird man mit Dissertationen über diese Frage auf keine grossen Schwierigkeiten stoßen. Für <das Gebiet der Nationalökonomie — ebenso der landwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Geographie —* ist meiner Kenntnis nach eher das Gegenteil zu erwarten- Deutsche Universitätskreise haben sich der Erforschung des Orients mit besonderem Eifer zugewandt. So ist im Laufe des Krieges das »Archiv für Wirtschaftsforschung im Orient« entstanden, das Reinhard Junge herausgibt ,• unter den Herausgebern zeichnen weiterhin -die Nationalökonomen Schumacher und Sering in Berlin, der Islamforscher Becker*Berlin, der Wirtschafts* geograph Philippson*Bonn. Diese Forscher würden einer Promotion, die sich mit Orientfragen beschäftigt, ebenso freundlich gegenüber* stehen, wie beispielsweise Herkner in Berlin, Knapp in Straßburg, Weber in Breslau, Wiedenfeld in Halle oder Werner Sombart, und auch auf den anderen Gebieten — so z. B. dem juristischen — werden sich meines Wissens die etwa vorhandenen Widerstände leicht überwinden lassen. Für den Juristen wäre es eine dankbare Aufgabe, sich mit den türkischen Agrar* und Schuldverhältnissen zu befassen,- insbesondere wie man am besten im Anschluß an das bestehende Recht und unter Berücksichtigung der historischen Verhältnisse ein den