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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 16

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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84 SternBerg, Wiflenfcfiaftliche Ärb&t für den Zionismus WISSENSCHAFTLICHE ARBEIT FÜR DEN ZIONISMUS Das Problem für den weßeuropäifchen Zionismus iß heute r. Wie verbindet der Zioniß feine Ideen mit feinem eigenen individu* eilen Leben, das ihn vor fo viele Realitäten fiellt, die mit den jüdifchen Problemen, die ihn beschäftigen, nicht das mindefte 2u tun haben? Wie fchafft man eine Synthefe von Zionismus und Beruf?.1 Die Frage iß nicht neu/ und die »Alte Herren^Frage« des K.J.V. entfpringt derfelben Wurzel. Aber die Ereignifle, die für die praktifdie Verwirklichungs* möglichkeit des Zionismus von fo fundamentaler Bedeutung find, die Ereignifle, die uns die Möglichkeit einer größeren Befiedelunj Palästinas in greifbare Nähe gerückt haben, haben dazu beigetragen,, diefe Frage uns brennender und dringender zu gestalten. Denn gegenüber der großen Expanfion des Zionismus ruft die Stundegebieterifch nach den Zionißen, denen ihre Idee zentral iß. Die deutfchen Zionißen müflen in ihrem Zionismus intenfiver werden, wollen fie weiterhin in führender Stellung an der Verwirklichung ihrer Idee mitarbeiten. Immer in Richtung auf diefes Ziel foll hier eine Frage zur Diskuffion geßellt werden, die den zionißifchen Akademiker angeht:, die Doktorarbeit des zionißifchen Studenten. Die bisherigen Ver* hältnifle find einfach befchämend,- der Vorwurf eines Feiertags- Zionismus iß nicht unberechtigt, wenn man konfiatieren muß, daß» es bislang nur einen einzigen aeutfchen Zionißen gab, deffen Doktor*- arbeit der Behandlung national-ökonomifch-palästinenfifcher Probleme gewidmet war. Und was von den nationaUökonomifchen Fragen gilt, gilt nicht weniger von den medizinifchen, jurißifchen, tedinifchen„ geologifchen und landwirtfchaftlichen. Die ungeheure Mafle der deutfchen zionißifchen Akademiker ßeht in ihrer wiflenfchaftlichen Arbeit den jüdifdien — fowohl den palästinenfifchen wie den oßjüdifchen — Probierten durchaus fern.. Hier muß Wandel gefchaffen werden. Wandel um unferer felbß willen, aber auch, um die Befirebungen zu fördern, deren Tendenz, die Schaffung einer jüdifchen Wiffenfchaft iß. Ich will im Folgenden einige Arbeiten berühren, die uns be~ fonders nahe liegen, und deren genaue Durchführung bei unferer {>alästinenfifchen Kolonifationsarbeit wefentliche Dienße leißen kann, m Laufe meiner eignen Arbeiten über palästinenfifche Verhältniffe bin ich mir fo oft der Tatfache bewußt geworden, wie wenig pofitives Material wir über diefes Land befitzen. So gehen die Schätzungen über die Anzahl der fiädtifdien* Bevölkerung in Palästina weit auseinander, und was wir befonders brauchen, eine exakte methodifche Unterfuchung über die Lebensweife der palästinenfifchen Städter, über die Berufsverteilung innere

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