Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1918)
- Date
- 1918-06-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Scßwaßacßer, Berufswahl 83 Betracht kommenden modernen Sprachen. Daß beim Studium der Wirtfehäftsgefchichte anderer Länder in erßer Linie natürlich der Orient zu berückfichtigen wäre, fei lediglich der Vollßändigkeit halber erwähnt. — Das fcheiht uns ein Beruf, in dem uns im Orient entweder im Dienße der feinerzeitigen Verwaltung oder im jüdifchen Kolonie sations* und Wohlfahrtswerk, in unferen dortigen Banken oder irgendwo fonß ungeahnte zionißifche Betätigungsmöglichkeiten er*- »blühen dürften. Und noch eins: im ganzen gewaltigen oßeuropäifchen Gebiet wird es not tun, die wirtfehaftliche Exißenz von fechs und mehr Millionen Juden wieder aufzurichten,- KreditgenolTenfchaften, Schuld werk, Gemeindeorganifationen, Wohlfahrtswefen und taufenderlei mehr — kurzum: ein ganzes Reorganifationswerk ungeheuren Umr ifangs werden wir mit zu begründen haben, das zwei Dritteln .unferes Volkes zu Brot und zur Befriedigung der nackten Notdurft des Lebens wird wieder verhelfen mülTen. Sollte es da nicht manchen unferer Zwanzigjährigen mehr reizen, dort am Wiederaufbau feiner eigenen Volksgemeinfchaft mithelfen zu dürfen, als die Zahl der Ärzte oder gar Anwälte —- irgendwo —• um eine Nummer zu vermehren? % * m > Der vorliegende Auffatz entßand vor etwa Jahresfriß, es -wäre ihm heute lediglich hinzuzufügen, daß ich die damals geäußerten Gedanken nicht nur noch immer für richtig halte, fqndern daß auch die Entwickelung der Dinge im nahen und fernen Öfien bewiefen hat und täglich von neuem beweiß, daß wir felbß bei größter Anfpannung aller materiellen und menfehlichen Kräfte auch nicht an^ nähernd imßande feim werden, den taufendfacheri Anforderungen an unfer Können und Wollen gerecht zu werden. — Der kommende Friede wird uns vielleicht "manche Hoffnung erfüllen die Stunde wahrzunehmen, wird Aufgabe unferes akademifchen Nachwuchfes fein. z. 21 ZüriS Dr. S. J. Sckwaßacßer