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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 14

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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82 Schwäßacßcr> Berufswahl und Sekretäre der Gemeinden und der Wohlfahrtsorganifationera hervorgehen follen. * Als letzte Stimme feien die zwei erwähnt, die der zionifiißhen? Akademikerfihaft die neuen erheblichen wirtfihaftlichen Möglichkeiten im vorderen Orient und im Zweifiromland weifen und die die Errichtung eines PalästinaJReflbrts in der Leitung unferes Kartells fordern, das den Bundesbrüdern, die nach Palästina überfiedela wollen, mit Rat und Tat behilflich an Hand gehen folle. — Warum haben wir diefe bunte Fülle verfchiedenartigerWürtfcher Forderungen und Anregungen aufgeführt? Weil fie alle uns zeigen, daß die Frage »was foll der Zionifi werden, der die glückliche Freiheit der Wahl feines Berufs hat?« ein ebenfo brennendes wie leider bei uns noch fehr wenig geklärtes Problem iß. Es heißt, wir hätten die frifche Farbe der freien Entfchließung in der Wahl des Berufs <-* und im Ernßfalle verfagen wir und ergreifen ein Brotßudium, das uns vielleicht ein leidliches Auskommen, aber doch wohl nur recht feiten — feien wir ganz ehrlich — wahrhaft innere Befriedigung gewährt. Je vierzig vom Hundert werden Ärzte und »Rechtsgelehrte« —* der Refi verteilt (ich auf die übrigen Fakultäten. Wir wirken in dem jeweiligen Heimatlande, nützen aber damit un^ ferer Gemeinfchaft keinen Deut, da wir unfere koßbare unwieder* bringliche Studienzeit und die ganze fpätere Lebenstätigkeit auf einen Beruf einstellen, der uns unrettbar an die Scholle feffelt. Wie mancher hat als Student fchon nach Palästina »gewollt« — und hat nachher aus Berufsgründen nicht »gekonnt«! — Und fiier wäre wnzufenken. Wer als erfies Semefier oder gar fchon als Schüler Zionifi ifi, darf fich nicht einen Beruf erwählen, der ihn von dem Boden, auf dem er zufällig anfäffig ifi, nicht los< läßt. Beruflich muß unfer zioniftifcher Nachwuchs unbehindert fein für den großen Entfchluß,- es gibt auch ohnedies genug retardierende Momente, die uns ein Lostrennen erfchweren. Aus diefem Kriege werden viele Hunderte von uns heim* kehren, die ganz von vorne wieder werden anfangen müflen,- mögen die es fich überlegen, ob fie wieder einem Muß-Beruf fich zuwenden oder ob fie fich eine Tätigkeit erwählen wollen, die ihnen alle jüdifchen Möglichkeiten für die Zukunft frei eröffnet. Wir denken hier an einen Beruf, der zwar vielleicht nicht der ideale ifi, der aber feine Jünger einmal nicht an die Scholle felTelt, fondern fie im Gegenteil dazu anregt, fich die Welt einmal gründe lieh anzufehen, und dann uns auch, rein praktifch gefprochen, der kommende Beruf zu fein fcheint, der die meifien und mannig* faltigfien Zukunftsausfichten bieten dürfte. Gedacht ifi an das Studium der Nationalökonomie, der Wirtfchafts* lehre, und insbefondere haben wir im Auge: Finanzwiflenfchaft, Verwaltungslehre, Sozialpolitik und verwandte Gebiete. Da dieler Beruf ja nur Mittel zum Zweck fein foll, käme ergänzend hinzu das Studium des Hebräifihen, Türkithen, Arabifchen und der in

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