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Der jüdische Wille · 1918-06-01 · Heft 2 (Juni 1918) · page 7

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 2 (Juni 1918)
Date
1918-06-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JRofehßerg+ Aus unteren Anfa&gsjahren 75 würde. Ich verfuchte nun bei den Akademikern, die bereits über die Studentenzeit hinaus waren, und die 'lieh in der zioniltilchen Bewegung leitend betätigten, Ünterftützung für meinen Plan zu finden. Gefördert wurde diefe durch die Tatfache, daß zur da* maligen Zeit aus Anlaß der Repräfentantenwahlen in Berlin bei der Leitung der Berliner Or^anifatipn das Bedürfnis beftand, aucft in der Studentenfdiaft eine Truppe zu befitzen, die fie mehr in der Hand hätte und auf die fie fich ficher verlaffen könnte, Ich erinnere midi, daß einige Alte Herren des V. J. St., die fich in der Berliner Zioniltilchen Vereinigung betätigten, damals deö V. J. St. zu gewilfer praktifcher Ünterßützung der zioniftifdien AgÜ* tätiön unter der Drohung zu veranlalfen Tüchten, daß fie beim Ver<* fageri des V. J. St. meine, dem V. J. St. fo gefährlich erfcheinenden Verfudie zur Gründung einer zioniftifdien Verbindung unterftützen würden. Diefe mehr pfetonifchen Sympathien einiger Alten Herren konnten mir aber nicht viel nützen, folange ich nicht Studenten gestanden hatte, die bereit waren, in eine nach öfterrdchifdiem Mufter organifierte Studentenverbindung einzutreten. Es war natürlich, daß die erften, die ich dafür bereit fand, auch Oeßerreicher waren, die ößerreidiifchen Verbindungen an* gehört hatten. Von deutfehen Zionifien waren es zwei, eigentlich fdion der Studentenzeit entwadifene Referendare, Alfred Klee und Eduard Leszinsky, die fich für die Gründungszeit aktiv meldeten. In Leszinskys Wohnung hatten wir die erfie Gründungsbefprechung, in der wir den Namen Hasmonaea fefilegten und Klees Vorfchlag, ein fdiwarzes Band mit goldenem Davidsßern zu tragen, an* nahmen. Bald darauf gewannen wir auch den erfien Fuxen, Oskar Treidel. In einer Reklamefchrift des Cafes des Weßens, die ich neulieb gelefen habe, wird berichtet, welche großen geifiigen Bewegungen, wie z. B. das Ueberbrettl, aus ihm ihren Siegeslauf angetreten haberi. Der Verfalfer hat nichts davon gewußt, daß auch der erße Konvertt der Hasmonaea in einem kleinen Zimmer des damaligen Cafes des Wefieris tagte. Diefer Konvent hatte auch die Frage der Satis^ faktion zum Gegenßand, die für die Mitglieder aus Oeßerreid* und für Treidel keine Frage war, die aber den Widerfiand des unterdeflen aufgenommenen Fuxen Elias Auerbach fand, der fidb aber fdiließljdi doch zu diesem Opfer des Intellekts bereit erklärte*. Bis dahin waren wir noch nicht afi die Oeffentlidikeit getreten. Wir mußten zuvor die Genehmigung des Rektors erhalten. Zur Anmeldung bei der Univerfität war aber eine Liße von mindefiens zehn Namen erforderlich, und ich muß heute noch anerkennen, daß einige Niditzionißen und fogar auch ein Antizionifi großzügig genug; waren, uns ihre Namen für die Anmeldung freundlidift zu leihen. So einfach war aber die Genehmigung feitens des Rektors nicht zu erlangen.

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