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Der jüdische Wille · 1918-04-01 · Heft 1 (April 1918) · page 66

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 1 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 66)
Language
German
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64 Weitzmann, K. C.^Geist immer noch den Juden zu sehen, werden durch eine so groteske Ahnungslosigkeit entwaffnet, wir finden nicht mehr den Mut zum Spott und fühlen auch uns selbst durch solche Entwässerungsversuche verraten und verleugnet..... . . . Was sollen wir von einem Nachruf halten, in dem mit ge^= winnender Verbeugung betont wird, der evangelische Pfarrer hätte sich für den Fall' der Behinderung des Rabbiners als Grabredner zur Verfügung gestellt? Und welchem Juden geht nicht das Herz auf, wenn eine jüdische Verbindung triumphierend verkündet, sie habe ihren Bundesbrüdern Schriften von Richard Voß, Otto Ernst, Torn und Schönthan ins Feld geschickt und dafür vollen Dank ge^ erntet? Das ist, abgesehen vom Jüdischen, auch für künftige Führer des deutschen Volkes, als welche sich einige gelegentlich bezeichnen, ein bischen wenig. Aber es paßt in seiner Anspruchs^ losigkeit zu all den Kriegervereinsreden über Krieg und Religion, über die Arbeit des Feldrabbiners, über Deutsch^ und Judentum, die sämtlich den Nachweis liefern wollen, daß überhaupt nichts auf der Welt jemals so gut wie die Juden mit den Deutschen zusammengepaßt habe. Beide sind »Blüten am gleichen Stamm«, und falls dieser Vergleich doch als etwas übertrieben abgelehnt werden sollte, stellt derselbe Verfasser noch einen anderen zur Wahl: «Wir Juden leben in zwei Kreisen, die sich schneiden, und die Fläche,, die beiden gemeinsam ist, auf der wir stehen, ist groß genug ...» Aus diesem deutschfeindlichen Stil eines Rabbiners geht nicht ganz klar hervor, wie er sich das Leben in zwei Kreisen denkt, wie man das überhaupt kann, wenn man gleichzeitig nur auf der beiden gemeinsamen Fläche steht,- aber für eine schiefe Sache scheinen sich nur schiefe Bilder zu finden. Einem Andern muß gar Lagarde als Eideshelfer dienen, um das deutsche Gemüt ins Jüdische zu übertragen / ein Dritter hält die Treue, die er dem verstorbenen Paul Ehrlich nachrühmt, für eine spezifisch deutsche Treue, und selbst der kriegerische Geist der Bibel läßt sich mit nichts Anderem als gerade dem deutschen Heldensinn vergleichen. Ja, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, so lesen wir in .einer Buchbesprechung anerkennend zitiert, »wird das Volk als Ganzes <das deutsche, nicht das jüdische) nicht zu Schanden w'erden lassen. Deutschland hat sich unter seinen Schutz gestellt . . .« Es ist derselbe Gott, der an anderm Orte gegen Schmähungen von christlicher Seite ver^ teidigt wird, und ich bezweifle, daß das deutsche Volk sich heute mit der umgekehrten Lösung zufrieden gibt. Daß solche Vergleiche ohne die Voraussetzung einer jüdischen Sonderart auch den winzigsten Sinn verlieren, haben die Verfasser olfenbar übersehen, sonst würden sie unmöglich so laut davon sprechen. Sie werden denn auch merklich diskreter, wo es sich um die Ostjuden handelt, denen man doch so kurzweg das Eigene nicht absprechen kann. Zwar befinden sich hier die meisten Mitglieder

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