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Der jüdische Wille · 1918-04-01 · Heft 1 (April 1918) · page 65

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 1 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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Weitzmann, K. C.^Geist 63 K.C.=GEIST*> Wie wenig der Weltkrieg geeignet ist, seelische Wandlungen zu begünstigen, das zeigt sich gerade an jenen Idealisten, die, unentwegt auf seine Wunder hoffen. Der K. C. hat immer von der Voraussetzung gelebt, daß man den Antisemitismus durch gutes Benehmen zur Selbstentäußerung bewegen könne und daß damit die Judenfrage aufhöre, eine Frage zu sein ,• der Krieg vermochte ihm nichts zu geben, was er nicht vorher schon als heilige Über^ zeugung besaß. Die drei letzten Hefte der K. C.-Blätter <Mai bis Oktober 1915) betrachten denn auch im wesentlichen den Krieg als eine Gelegenheit, mehrere Stationen auf dem mühsamen Weg zum Herzen des deutschen Volkes und zu seinen Offizierskasinos zu überspringen. In der wahllos aufgestapelten Fülle der Feld^ postbriefe offenbart sich, soweit sich außer einem gediegenen Schützengrabenhumor überhaupt etwas offenbart, fast ausnahmslos eine so muntere Auffassung der zukünftigen Lage, daß man versucht ist, eine Verwechslung des Lebens mit dem studentischen Keilbetrieb an^ zunehmen. Die »äußerst nette Kameradschaft mit den Kolfegen und Offizieren« wird von einem Militärarzt gleich zum Keijprinzip erhoben, indem er »den Einfluß des jüdischen Sanitätsoffiziers auf die Offiziere sehr hoch einschätzt«, weil der erftere in der Front »die größte Berührungsmöglichkeit mit den Offizieren hat«. Ein anderer Mediziner versichert sogar, er habe nie einen Unterschied im Verkehr seiner Kameraden mit anderen oder sich bemerkt. Man könnte fragen, warum er nicht lieber aus dem K. C. als einer überflüssig gewordenen Institution austrete, aber auf der nächsten Seite schon schlägt ein konsequenter Draufgänger vor, nach dem Kriege eine Umänderung der Tendenz vorzunehmen, da der Kampf gegen den Antisemitismus dann der Geschichte angehören werde. Wie die neue Tendenz aussehen soll, erfahren wir nicht, wir können uns nur ungefähr eine Vorstellung machen, wenn wir von demselben Verfasser hören, daß »wir uns wahrlich nicht mehr als Juden fühlen, sondern als deutsche Brüder im deutschen Vaterland«. Diese Bankrotterklärung darf ein jüdischer Student einer sich bewußt-jüdisch nennenden Verbindung schreiben, und die Verbindung, anstatt ihm den Rat zum Austritt zu geben, drudu solche goldenen Worte feucht^fröhlich ab. Wir, die wir gewohnt sind, im K. C.^er *> In den K. C.=Bfättem von Aug./Okt. 1917 befdhäftigt fich, mit ausdrücklicher Sanktion feitens der Leitung des K. C, ein dem K. C. nicht angehörender Herr Schweitzer mit dem Artikel »K. C.^Geift« aus dem Heft unferer Mitgliederzeitlchrift vom Januar 1916. Zur Widerlegung der Schweitzerfchen Darfteilung, als handle es fich bei diefem Artikel um ein geiftlofes Machwerk, mit dem eine wühlende Geheimpropaganda getrieben werde, lallen wir ihn hier folgen, mit Auslaflung von 15 Zeilen, die einen Angriff auf einen inzwifchen gefallenen K. C.^er enthielten. Dem Verfafier des Artikels, unlerem Bundes^ bruder S- Weitzmann, mußte ein kurzes Wort der Erwiderung geftattet werden. Das Präfldium des K. J. V.

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