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Der jüdische Wille · 1918-04-01 · Heft 1 (April 1918) · page 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 1 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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Bfoch, Drei Sonette 51 DREI SONETTE TEMPEL Gequadert aus durchnachteten Bafalten, Aus fchwarzem Grund ins Licht emporgeftemmt, Von eines Rhythmus Ernft in Bann gehalten, Dem die Mufik der Bogenwölbung fremd, Verfagft Du Dich dem lächelnden Entfalten, ~ Türmft felbft, Gigant, den Berg, der Dich beklemmt, Mythos zu künden von den Urgewalten, Von Rahabs Drang und Jahve, der ihn dämmt. All Deine Pfeiler bleiben nackt und ragen Und fragen nicht. nach ihrem Sinn und tragen Die Wucht der Flächen ewig unbelohnt, Und alle Unermeßlichkeit der Hallen Ift nur Gewand, ein. Innres zu umwallen Und einen Gott, der ganz im Dunkel wohnt. KNECHTSCHAFT Das Land war alt — der fchilfumraufchte Gang Des Einen Stromes war unendlich alt. Aus Fieberträumen, albbefchwert und krank, Stieg ihrer Götter plumpe Mißgeltalt.. Sie bauten Monumente, wie vom Drang Sehnender Riefen aus dem Stein gekrallt, Doch ihre Leiber waren überfchlank Und ihrer Lippen Lächeln fchmal und kalt. Und zwifchen ihnen ftand der fremde Hirt Mit dem gekrümmten Nacken ftarker Knechte, Und feine Hände tafteten verwirrt — Wenn dann der Abend ihm die Kette nahm, Sog er tief ein den Wind der Steppennächte, Der aus dem Often, aus der Heimat kam. DICHTER Der Schönheit war ich fremd in tiefiter Art — Und wollt ich Lebendes in Reime zwängen, Erklangs mir blechern, wie in Bänkelfängen, Die ein Betrunkner in den Gallen fchnarrt. Da las ich einlt, das Gott uns offenbart, Das hohe Buch, und jäh erfüllt von Klängen, Schmückt ich mein Wort mit ernften Schaugeprängen, Würdig zu fagen, was dies Buch mir ward. Erhabene Geliebte, mach mich rein — Und lehre mich und heile mir das Schielen Nach Glitzertand, damit die Kinder fpielen, Und zwinge Du mich, ganz nur Dein zu fein, Und wenn ich Klang und Bild zujammenfüge, Sei Du bei mir und wehre, HERR, der Lüge. Metz i Hans Bfocß

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