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Der jüdische Wille · 1918-04-01 · Heft 1 (April 1918) · page 41

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 1 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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Rußafcßoff, Erftlinge 39 ich nämlich ausgegangen, daß, wolle man Würdigkeit oder Un* Würdigkeit beurteilen, das eben die paffende Frage fei: was diefer oder jener erftrebt habe? Und eben diefe Frage machen wir, die wir hier verfammelt find, nun an uns felbft und ftellen fie etwas, verändert an uns felbft alfo : Was müflen wir zu diefer Zeit, unter diefen Umftänden und Verhältnilfen geboren, erftreben? Und wir beantworten diefe Frage alfo : Geburt, Verwandtfchaft, Erziehung, freundfdiaftliche Verhältnilfe und die Bande, fo jene zarteren Ein^ drücke der kindlichen Erinnerung weben, die der edlere Menfch niemals verliert, ohne zugleith aufgehört zu haben, der Edlere zu fein, felfeln uns an die Glaubensgenolfen/ das natürliche Wohlwollen,, das jede verwahrlofte Menfchenldälfe im allgemeinen, der verwahr^ lofte Bruder aber vor allen Dingen in Anfpruch nimmt, felfelt uns. an die Glaubensgenolfen. Dankbarkeit für die Wohltat unferer Erziehung und unferer Menfchwerdung im belferen Sinne, Dankbar^ keit für den Standpunkt, auf den wir uns haben ftellen dürfen^ felfelt uns an das Vaterland. Ift diefe zwiefache Liebe und Neigung widerfprechend und fich entgegengefetzt? Wie könnte fie dann wohl nebeneinander beliehen? Oder ift fie nicht allein zu verföhnen, fondern eben die eine und felbe wahre Liebe, die mit gleicher Innigkeit und Stärke fich zu allem hinwendet, was ihr liebenswert erfcheint? Und wie der treue und feiner Pflicht fromm ergebene Bürger auch faft immer zugleich der belfere, liebevollere Familienvater ift wie der lebendige Eifer und die Hingebung für den Staat, als welcher die größere Familie ift, nicht den befonderen für Gattin und Kinder und jedes Einzelnen Wohlfahrt aufzuheben imftande ift ,• wie eben die Begeifterung für das Ganze ihren Grund in der Liebe zum Be*- fonderen hat und umgekehrt,- alfo find auch wir nicht echte Söhne des Vaterlandes, treue Bürger des Staates zu nennen, dafern wir des liebevollen Gemütes für die weit zurückftehenden Glaubens^ genolfen entbehrten dafern wir nicht für diefe das neu gewonnene Vaterland zum heimatlichen Lande der Sehnfucht zu machen fuchten, dem Vaterlande aber eine nicht geringe Zahl treuer Bürger und frommer Untertanen — auch was den Grad ihrer innerlichen Reife und Bildung betrifft — zuzuführen fuchten. Nicht durch feige Ausreißerei und das feichte Ueberlaufen finnlicher Genülfe wegen, nicht durch das vornehme Herabfehen auf diejenigen, zu denen uns die Geburt geftellt hat, werden wir gottergebene, tugendhafte und pflichterfüllende Menfchen feinnein, durch treues Verharren bei denen, wo wir heilbringend und fördernd eingreifen können, erfüllen: wir die göttliche Beftimmung und haben uns zu der Bedeutung unferes Dafeins erhoben. Wenn aber alfo unfere Gefinnung ift, wie ift ein diefer Gefinnung •entfprechendes Tun? Aber die Antwort auf diele Frage, meine Herren und edlen Freunde, finde ich ja in dem Dafein der hochgeehrten Verfammlung, zu der ich jetzt zu fprechen das Glüdt habe ich finde fie in dem: Gedanken des Vereins, den Sie verwirklicht, und an delfen Spitze

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