Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 1 (April 1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Rußafcßöff, Erftttnge 37 und vorgefpiegelt für ihn gibt es nicht mehr diefe oder jene Wahr*- heit, die, wie fie zufällig aus dem Glücksrade gezogen fich darbietet,, ebenfo beliebig verfolgt werden könne. Nur eins gibt es für ihn, was da ift/ nur eins, was er verfolgen kann, und alle Wege und Weifen, die er fonft einfchlägt, und alle fcheinbaren Beftrebungenr denen er fich fonft hingibt, fie find nichts als die Mittel zu diefem einen Ziele, fie find nichts als die Diener diefes einzigen Zweckes. Meine Herren und Freunde! Uns, wie wir hier verfammelt find, hat die göttliche Beftimmung als Mitglieder eines Stammes geboren werden laffen, der feiner Selbftändigkeit beraubt, wo er fich auch hingewendet, auf welche Weife er auch fich auszubilden und feines Dafeins froh zu werden gefucht hat, immer als der Völkergefchichte verrufenftes Stiefkind behandelt worden. Zur Hinteftüre der Staaten hereingelaffen, hat man häufig die Vorder^ türe derfelben nur zu feiner gänzlichen Verweifung geöffnet, und während man ihm die dumpfen Kellerwohnungen Jahrtaufende lang als fein befchiedenes Erbteil angewiefen, hat man vor Verwunderung und gewaltigem Erftaunen faft vergehen mögen, als die durch das allmähliche Schadhaftwerden diefer unterirdifchen Löcher plötzlich an das* Sonnenlicht Geworfenen," bei dem unvermuteten Anblick des nie gefchauten Glanzes fich gar linkifch gebärdeten und die Augen zuhielten. Ja, diefes Augenzuhalten ift nicht feiten das höchft fcharf* finnige Argument gewefen, welches die alfo Geblendeten, als lebendige Mumien, wieder in die Katakomben zurüdtwerfen ließ, als folche, die nun einmal nidit dazu gemacht feien, das Licht zu fchauen. Soll ich, meine Herren und Freunde, in diefen wenigen an Sie gerichteten Worten der Gefchichtsfchreiber diefes merkwürdigen Stammes werden? Soll ich das hundertfach Bekannte erzählen, wie blutdürftiger Fa* natismus ihre Leiber gemordet, und eine noch weit verderblichere Staatskunft ihreGeifter? Soll ich in die Gräber der Mittelzeit fteigen und die Sünden geftorbener Jahrhunderte heraufbefchwören? Sie verfchonen mich mit einer Aufgabe, die aller hier Verfammelten Gedächtnis felbst zu löfen vermag. Uns aber, meine Herren und Freunde, hat zugleich die gött* liehe Beftimmung in einer Zeit geboren werden laffen, wo dem nicht mehr fo ift,- in einer Zeit, wo d$s milde Himmelslicht der Liebe auch feinen erwärmenden und erleuchtenden Strahl auf unfere Glaubensgenoffen herabfendet ,• in einer Zeit, wo nicht jeder geiftige Auffchwung, jede beffere Wirkfamkeit, jedes regere Leben unterdrückt werden darf und foll ,• wo die Pforten fo mancher freien Tätigkeit fich auftun werden, dafern nur die Mühe des OefFnens nicht gefpart wird. Laffen Sie fich nicht irre machen, meine Herren und Freunde, durch das Kränkeln, durch die Ohnmacht, den Krampf und die FalW fucht der neueften Zeit,- laffen Sie fich nicht irre machen durch den» Baaldienft, mit dem fie vor den Altären des Mittelalters liegen und! barfüßig, aber verhüllten Kopfes ihr Götzenwefen treiben / laffen? Sie fich nicht irre machen durch die hunderttaufend Zungen, die in*