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Der jüdische Wille · 1918-04-01 · Heft 1 (April 1918) · page 28

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 1 (April 1918)
Date
1918-04-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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26 Sternßetg, Die Einwanderung der Juden nach Päiältina Rechnung trägt, Damit iß eine Vorausfetzung für die fruchtbare Entwicklung der Paläfiinaindufirie gefchaffen. Hinzu kommt, daß die zionißifche Bewegung im Gegenfatz zu den Jahrzehnten vor dem Kriege immer mehr auch auf wohlhabende Kreife übergreift/ fo daß fchon jetzt mit Sicherheit gefagt werden kann : Die Geldmittel, die der jüdifchen Kolonifation nach dem Kriege zur Ver^ fügung ßehen werden, find unvergleichlich höher, als die, mit denen ntän bisher arbeiten mußte. Die Ausnutzung der wirtfchaftlichen Kräfte des Landes wird dadurch fiark befchleunigt werden. Einmal wird die Indußrialifierung des Landes weit durchgreifender in die Hand genommen werden <ich verweife hier auf die Ausführungen von Nawratzki und Trietfch) ,• ferner kann man für das nächfie Jahrzehnt damit rechnen, daß man auch in den jüdifchen Getreidekolonien aus der Experimentalzeit herauskommt und zu denfelben Ergebniffen gelangt, wie in den Pflanzungen : zur Syn^ thefe von privatwirtfchaftlichen Rentabilitäten und intenfiver europä^ ifcher Lanawirtfchaft. Auch in diefem Punkte wird fich alfo die Anziehungskraft des Landes erhöhen und die Intenfivierung der arabifchen Wirtfchaft, die damit Hand in Hand gehen wird, wird andererfeits der paläfiinenfifchen Indußrie zu einem kaufkräftigen Binnenfiaat verhelfen. Damit wird fich die Aufnahmefähigkeit des Landes für die jüdifchen Einwanderer in abfehbarer Zeit ganz außerordentlich fieigern und es können für einen großen Teil der Juden die bisherigen Hemmungen als überwunden gelten, für die nämlich, deren nationale Impulfe eine Überfiedlung nach Paläßina verlangten, die fich aber für landwirtfchaftliche Befchäftigung nicht geeignet hielten und in den Städten bisher keine Erwerbsmöglichkeit fanden. Die Bedingungen des Landes fprechen alfo für eine Steigerung der Einwanderung. Wie iß es mit den Gtünden befiellt, aus denen die Juden bislang nach Paläßina gingen? Hier iß eine Stelle, wo es befonders klar wird, daß diefe kleine Studie nicht rein wirtfchaft^ wiflenfchaftlich fein kann ,• denn von diefem Standpunkte aus könnten wir niemals zu einem völligen Verfiändnis für die jüdifche Einwanderung vordringen. Sie wurde nicht von rein wirtfchaftlichen Motiven veranlaßt,- mögen die Einwanderer Oß- oder Weßjuden fein, oder mag fie ihr Wille aus irgend einem Teile der Welt in das Heilige Land führen, mögen fie Ärzte oder Ingenieure fein, kleine Händler, Handwerker; Arbeiter oder Landwirte, fie haben alle einen Zug gemeinfam : kein einziger von ihnen iß aus rein eigene nützigen, privatwirtfchaftlichen Gründen nach Paläßina gegangen, kein einziger iß nur als Händler^ in das Land feiner Sehnfucht gelangt, kein einziger betrachtet es lediglich als Objekt feiner Ausbeutung. Werner Sombart hat einmal gefagt <»Zukunft der Juden«): »Gläubige keit, Hingabe, Begeifierung und Schwung der Seele und Wärme des Herzens werden in die junge Judenfchaft einziehen, die den

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