Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 1 (April 1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Pefz, K.J.V. und Mischehe Das mag den einen als ein lebensferner Radikalismus er^ fcheinen, den anderen als hart und gefühllos. Die erfteren weile ich zurück. Den zweiten gebe ich zu, daß es im Einzelfalle oft hart fein wird. Ich habe bereits oben gefagt, daß ich mir Umltände vorftellen kann, aus denen heraus es fogaV perfönliches fittliches Handeln fein kann, wenn jemand eine Mifchehe eingeht. Und nur für folche war ja die Ausnahme gedacht. Aber die national^ ethifche Forderung muß darüber gehen. Wir wollen gerade lernen, auch gegen uns felber hart zu fein, wo es die ethifchen Forderungen der Gemeinfchaft zu wahren gilt. Diefe bourgeoife Sentimentalität, diese Weichheit des Verftehens und Weichlichkeit des Nachfühfens wollen wir uns nur ruhig abgewöhnen. Sie haben den leiden^ fchaftlichen Sinn für folche Verfehlungen des Einzelnen völlig atrophiert und zu jener matten Gleichgültigkeit der jüdifchen Ge^ fellfchaft gegen Mifchehe, Täuflinge etc. geführt, die wir bekämpfen. Unfere Vorfahren kannten noch diefe ftarken nationalen Leidenfchaften,- für fie galt der Einzelne und fein Leben nichts, wenn er gegen die Gefetze, die das Leben und die Fortexiltenz der Gemeinfchaft fchützten, verftieß. Selblt wenn man zugibt, daß jene Nachgibigkeit hier aus guten und edlen Regungen entfpringt, fo fteckt doch letzten Endes fo viel Schlaffheit und Halbheit, fo viel Unvermögen zur Ganzheit der Leidenfchaft *larin. Nehmen wir uns lieber die katonifche Größe unferer Vorfahren zum Vor^ bild, da wir ja felber Vorbilder feit* follen und wollen! Wir brauchen fie zur Erziehung unferer Perfönlichkeiten, wir brauchen fie ebenso fehr zur Ausprägung und Erhaltung der inneren Ein^ heit unferes Bundes. Diefe innere Gefchloffenheit iß Lebensnotwendigkeit für das K. J. V. Aus ihrer Erkenntnis haben wir fo oft das Todesurteil über fonft liebe Bundesbrüder aus weniger wichtigem Anlaß ge^ fprochen. Erft allmählich haben wir Älteren diefen Amputations^ betrieb begriffen und feine Notwendigkeit verftanden er gelte auch für den Fall der Mifchehe! Diefes einheitliche Gepräge müßte zerfallen, wenn einzelne es aus perfönlichen Gründen durchbrechen dürfen. Die Hoheit und Autorität diefer inneren Einheit des K.). V. muß abfolut fein und bleiben. Das Bewußtfein von der Notwendigkeit der Erziehung zu folch einheitlichem Fühlen und Reagieren ift jetzt im K. J. V. faft fchon trivial geworden. Welch unermeßlichen Schaden muß da nicht bei unferem Nach^ wuchs, dem wir diefen Schwung, diefe Freudigkeit des Kampfes und der Hingebung, diefe Gefchloflenheit des Gefühls und der Gefinnung einzuprägen verfuchen, welchen Schaden, welche Ver^ wirrung muß da diefe halbe Nachgibigkeit gegenüber der Mifchehe, diefer Geift des Opportunismus hervorrufen! Diefen Schaden erachte ich taufendmal größer J als, jenen, daß uns ein netter, ein tüchtiger Bundesbruder verloren geht. Ganz abgefehen von dem Schaden, den der Bund dadurch nach außen hin nehmen muß.