Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 1 (April 1918)
- Date
- 1918-04-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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6 Geleitwort noch unfere radikalßen Förderer zu Wort kommen zu lalfen, nur weil fich vielleicht der verdutzte Bürger in. Abßheu von uns wenden könnte. Denn wir vertrauen, daß aus alledem mehr als aus Propaganda dem ernfthaften Lefer etwas von der zukunftsträchtigeti Kraft unferes Volkes, dem Ethos unferes Verantwortungsgefühls und der bewegenden Liebe zu unferm Volk, die hinter alledem (teht, aufleuchten wird,- daß er doch fchließlich gegenüber Apologeten und fchlichten Gleichberechtigungsapofteln merkt, wo das menlchliche und jüdifche Übergewicht ßedct. An wen denken wir bei alledem? An die Jungen. Diefe deutfche Judenheit, die an den auch für unfer Volk ungeheuren Breigniflen diefer Zeit ftumpf und dumpf vorbeitrottet und in ihrem feiigen Schlummer den Traum von der goldenen Zeit träumt, wo> auch fie ordensgelchmückt zu Staatsämtern aufzeigen werde, daß doch fo viel Blut nicht umfonft vergoflen fei — diefe; deutfche Judenheit wachzurütteln, glauben wir nicht. Es ift uns um viele vor\ ihnen leid: es find fo viele darunter mit dem Hang zum geiftigen Aufftieg in fich ,• mit einer ftarken Teilnahme, wenn ethilche Kräfte fich regen fuchend und taltend nach einem Fundament ,- überall dabei, wo es gilt, die Welt vorwärts zu bringen. Überall, nur nicht da, wo fie hingehören, nur nicht im Rahmen ihrer natura gegebenen Gemeinfchaft. Und wenn Ichon fie uns verloren find, dann wollen wir uns doch die Jungen nicfyt entgehen laden, die neu herauffteigen und beizeiten von uns erfahren follen, wo ihr Platz ift. Und ein merkwürdiges Gefühl befchleicht uns. Waren wir nicht eben noch felber die Jüngften? Eine kleine Schar verlachter Ideologen oder verhaßter Revolutionäre? Eheu fugaces — und heute Ichon find wir ein Bund von Akademikern, der das erfte Taufend überfchritt. Und wie die eignen Reihen, fo wächft es neben uns und mit uns : Turner, Ruderer und Wanderer. Da tritt neben den Stolz die Beklemmung. Denn es wächlt mit der Zahl auch die Gefahr des Satt* und Mattwerdens die Gefahr des Mitläufertums ,• die Gefahr der Verflachung durch gedankenlofe Aneigner, die etwas mitmachen, nur weil es vor fich geht. Hier heißt es, doppelt gewappnet fein. Und grade deshalb fehen wir auf die neu heraufkommenden Jungen, die fchon als Erbteil über^ nehmen, was wir erft zu erringen hatten, Sie werden uns weiter führen, denn fie haben den Vorfprung diefer Erbfchaft und den ihrer jugendlichen Glut. Und wenn überhaupt für jemanden außer uns, dann Ichreiben wir für fie. Kr.