Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 5 (15.5.1930)
- Date
- 1930-05-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Schulzeitung. Nummer 5 Seite^ 6 folgte dem Zeitalter Mendelssohns ein Niedergang des Judentums?" Wohlgemuth findet ihn im Wesen und Charakter Mendelssohns begründet. Nach Wohlgemuth fehlte es Mendelssohn an jener inneren Begeisterrmgsfähigkeit, dis sich nach nutzen durch starken Willen zur Tat auswirktet Darin teilte eben Mendelssohn das Schicksal der Zeih deren Produkt er war: für die Wirkungen im weiteren kann Mendelssohn nicht verantwortlich gemacht werden. Darin können wir dem sonst sehr beachtenswerten Standpunkt Wohl-- gernuths nicht beipflichten. Stern danken wist es, daß er uns vor allem den Weg zum Pädagogen Mendelssohn gezecht hat — mit seinen Schwächen und Vorzügen. Mendelssohn gebrach es an Vep,- siandnis für die Historie, für historische Zusammenhänge; darin liegt eine Fehlerquelle des ganzen Mendelsfohnschen Systems. In seiner Person hat er aber ehrlich die Gegensätze harmonisiert und immer als jüdischer Weltweiser gewirkt und erzogen. Es war ihm sicher nicht bewußt, daß er am stärksten und nachhaltigsten als Erzieher wirkte. So hat Stern mit feiner Darstellung uns Lehrern Mendelssohn besonders nahe gebracht. Der Wüstenzug der Israeliten. Von S. Nofenfelder, Ladenburg a. N. Pensum für das 3. Schuljahr (Moses). Teilstrecken des Zuges: 1. Zug zum Sinai. Südliche Richtung. Der nächste Weg non Ramses nach Kenaan ist markiert. (Heute Schnellzugoerbindung Aegypten-.Palästina in einigen Stunden.) 2. Vom Sinai bis Kodes. Nördliche Richtung, östlich der midjanitischen Grenze, geradeswegs nach Kenaan. Der Weg der Kundschafter führt bis Hebron (Höhle Macho ela. Gräber der Väter!). Der Versuch des Volkes, mit Gewalt in das Land einzudringen, ist durch Pfeil bezeichnet. 3. Vierzigjähriger Aufenthalt in der Wüste (als Bogen gezeichnet). 4. Umgehungsweg über Edom, Moab und Amon. (Vergleiche Belgien 1914). 4, Eroberung von Emori und Baschan. Bis zur Landesgrenze (Iarden, Rebo). Einzug in Kenaan. Behandln n g des Stoffes: Erzählung nach dem Artert der Bibel oder einer biblischen Geschichte. Erläuterung und Wiederholung an Hand der Karte. All Einzelheiten lassen sich z. B. behandeln: 1. Einzug der Familie Jakobs in Aegypten (Landschaft Gosen). Kenaan, das „Land der Väter", das Ziel und die Sehnsucht des Volkes. 2. Das Land A egppte n. Nach Mizraim, dem Sohne Harns, benannt (1. Mos. 10,6), zugleich eine Anspielung auf die Knechtschaft Israels (Mezar-Bedrängnis). Geschichte: Pharaonen. Kulturgeschichte: Religion. Sklaverei, Bauten, Pyramiden, Komgsgräber, Mumien, Sphin.r, heutige Ausgrabungen. 3. Moses' Eignung als Führer. a) Erzwhung am kgl. Hofs (Bildung, Sprache, Vertrautheit mit den höfischen Amgangsformen). b) Bescheidenheit (Anowo 4. Mos. 12,13) und Güte. Mitgefühl für die bedrückten Slammesgenossen. <4 Schützer des Rechts. (Schlichtet Streitigkeiten in Aegypten und steht den Töchtern Iisros bei.) 0) Mitgefühl selbst mit den Tieren (Midrasch). o) Kennt den Wüstenweg als Flüchtling und Hirte. 4. S>inaihalbinsel, das Bindeglied (Brücke) zwischen Afrika und Asien. 5. Wüste. Charakter der Wüste: Sand und Sonne, -vier- und^ Pflanzenwelt, Oase: Karawane: Kamel, das Wüstenschiff: Entbehrungen und Gefahren. Samum. 6. M e t h o d i s ch e H i lf s m i t t e!: Sonderkarte „Stift- Zelt". Bilder, z. B. Soloweitschik, Die Welt der Bibel. Bilderkarten von Leineweber, Projektion. Zwiegespräch Mischen Gott und Moses am Dornbusch dramatisch dargestellt. Nachschrift: Hierzu hat der Verfasser eine mehrfarbige Karte gezeichnet. Grütze 45x60 cm, Preis 2,50 StJt. Die Karte ermöglicht schnell und leicht die Durchnahme des umfangreichen Lehrstoffes. Sie will durch Anschaulichkeit das Verständnis und die Orientierung fördern und bei der Aufzählung der Geschehnisse das Gedächtnis unterstützen. Auf Wissenschaftlichkeit macht die Karte keinen Anspruch. Da die Stationen des Zuges sich ohnehin nicht genau feststellen lassen, so begnügt sich die Karte mit der schematischen Darstellung. Nur das für unsere Schule Notwendige ist berücksichtigt. Literarisches. LtMgenscheidts Neues Wörterbuch der französischen Sprache. Teil l: Französisch-Deutsch von Dr. V. Gastor. XVI. 544 Seiten. Zn Ganzleinen gebunden 6,50 Jt. Man könnte dieses Buch einen „Sachs-Villatte im Kleinen" nennen, denn er nähert sich ihm durch die Art der Anordnung, die Aussprachebezeichnung und die Darbietung der Anwendungsbeifpiele. Die Absicht des Verfassers tritt klar zutage: Er will den zahlreichen, wirtschaftlich Schwachen, die ein Wörterbuch größeren Stils benötigen, das Studium des französischen Wortschatzes erleichtern; daher auch die Fülle der idiomatischen Redewendungen, aus denen dis richtige Bedeutung des fremden Wortes herauszufuchen ist. Das Buch ist „modern" geworden; es hat die für das Kulturleben unserer Zeit bedeutsamen Bezeichnungen aus dem Gebiet der Technik, des Flugwesens und des Rundfunks ausgenommen, auch die Ausdrücke, die der Soldat Im Weltkrieg geprägt hat, sind nicht vergessen. Fremdartig erscheint uns auf den ersten Blick das Format (statt Lexikonformat Din A 5), ein Zugeständnis an die fortschreitende Typisierung unserer Erzeugnisse, das wir gerne hinnehmen wollen. Studienrat Hugo Steinhardt. Levy, Jacob: Die Schächtftage unter Berücksichtigung der neuen physiologischen Forschungen, mit einem Vorwort von Vrofesser Dr. med. et phil. Ulrich Gerhardt, 2. erweiterte Auslage, Philo-Verlag, Berlin 1929. 0,90 Ji. Der Verfasser, der schon manche gute Schrift über die Schächtfrage herausgegeben hat, behandelt hier in ruhiger und sachlicher Weise gerade die Fragen, die mit dem Betäubungszwang, mit der Frage nach dem Schmerzempfinden und dem 'Bewußtsein Zusammenhängen. Er stützt seine Behauptungen auf wertvolle Untersuchungen, deren Quelle genau angegeben ist, die zudem der neueren Zeit angehören. Eine reiche Literatur - 13 Nummern — wird genannt, ferner jetzt als Vellage noch ein „wertvolles Nachwort" zur Umfrage der Tierschutzvereine vom Jahre 1927 beigegeben. Gute Ausstattung und klare Darstellung müssen dem Büchlein Freunde gewinnen, dem Verfasser wie dem Verlag gebührt reicher Dank! Rabbiner Dr. P o s n e r, Kiel. M o m f e n - O st e r t u n : „Unfall- und Schadenverhütung im ■ Schnl-Turnuntericht." Berlin. Anion Deutsche Verlagsgesellschaft. Leinwand 4,90 J(t Das Buch ist eine erfreuliche Neuerscheinung in der Menge der modernen Turn- und Sportliteratur. Es hilft einem großen Mangel ab. Wir haben zwar eine große Literatur über diest einzelnen Arten des Turnens und über die verschiedenen Sports,! aber selten wird auf Schaden- und Unfallverhütung in so ausj führlicher Weise hingewiesen, wies es in diesem Buche geschieht.^ Die Furcht des Lehrers vor dem Unfall ist ein Hemmschuh für | die Entwicklung unseres Turnens, und damit ein Nachteil für| die Körperbildung unserer Äugend. Dr. Schütz sagt in seine rZ Einleitung mit Recht: „Daß viele Lehrer und Lehrerinnen ganz? anders an den Turnunterricht Herangehen würden, wenn sie Auch Weisung hätten, wie sie sich in diesem oder jenem Falle zu ver-A halten hätten." Es ist traurig, daß viele Lehrer erst durch einE lange Erfahrung und oft unangenehme Lehrzeit die Technik dem Schadenverhütung und richtigen Hilfestellung erlernen müsien.ß Hier ist ihnen Gelegenheit geboten, die Erfahrungen einesZ Praktikers und eines Sportarztes gesammelt vorzufinden. De aß ml Schulturnen vorkommenden Unfällen und ihrer Verhütung durch richtige Hilfestellung und Beachtung der Vorschriften wird?