Mannheim
Compact Memory

Jüdische Schulzeitung · 1938-08-01 · 8 (1.8.1938) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
14 (1938)
Issue
8 (1.8.1938)
Date
1938-08-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2825247-2825394-2825402--1332-2827021
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nummer 8 J ü d is ch e S ch uIz eitung Seite r in den Vorstand "einer Gemeinde noch in die Repräsentanten- Versammlung wählbar. Selbstverständlich hat der Reichsverr band der Jüdischen Lehrervereine dagegen entschieden Einspruch erhoben. Dem Vernehmen nach ist dies .auch durch die Rabbinerverbände geschehen. Eine Vorstands- und Ausschußsitzung des Reichsverbandes wird wahrscheinlich im Herbste stattfinden. Der Jüdische Lehrerverein für Bayern lädt seine Mitglieder zur 55. Jahresversammlung auf den 28. und 29. Aügust nach Würzburg ein. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Redakteurs der Jüdischen Schulzeitung über die jüdische Schule in dieser Zeit. Persönliches Am 22. August wird Kollege Hauptlehrer i. R. S. A n d o r n in Krefeld seinen 75. Geburtstag begehen. Er hat Jahrzehnte hindurch als angesehener Schulmann und geachteter Publizist im öffentlichen Leben gestanden. Wo und wann immer Kollege Andorn hervortrat, da wirkte er nachhaltig durch seine vornehm-sachliche und eindringlich-kritische Haltung. In Seinern Wesen vereinten sich Verstandesschärfe und Formkültur aufs -beste, und so galt Andorn weithin als eine außerordentlich wertvolle. Kraft in der jüdischen Lehrerschaft. In Wort und Schrift hat er innerhalb des jüdischen Lehrervereins von Rheinland und Westfalen und damit auch innerhalb des Verbandes hervorragenden Anteil an der Hebung des-Lehrerstandes und an der Förderung der Schularbeit genommen. Möchten Kollegen Andorn noch freundliche Zeiten beschieden sein! Möchte das Schicksal nicht allzuviel der Last-auf seine Schultern legen! 'Kollegen und Freunde werden seiner in Verehrung gedenken, wenn er den Weg ins neue Vierteljahrhundert seines Lebens antritt. Vom Schulwesen in Wien Wie im Verordnungsblatt für den Dienstbereich des Ministeriums für innere und kulturelle Angelegenheiten kundgemacht wird, wurde nach dem Erlaß vom 13. Juni 1938 die Teilnahme j ü d ischer Schüler an österreichischen Lehranstalten gelregelt. Danach werden jüdische Schüler und Schülerinnen in Wien in eigenen Schulen zusammengefaßt, an denen grundsätzlich. J u d e n als Leiter und Lehrer zu verwenden sind. Die Ausbildung jüdischer Lehrer bleibt einer späteren Regelung vorbehalten. In den jüdischen höheren Schulen dürfen als öffentliche Schüler und Privatisten nicht mehr als 2% der Gesamtzahl der Schüler höherer Schulen Wiens aufgenommen werden. Dieser Hüridertsatz gilt vor allem für die erste Klasse. In den übrigen Klassen ist die Verteilung an keine bestimmten Vorschriften gebunden, doch darf auch in diesen Klassen der Hundertsatz nicht überschritten werden. Dasselbe gilt auch für die Zahl der jüdischen Bewerber zur Externistenreifeprüfung. An L eh r er - un d Lehrerinn e n b i ldungsanstalten ist auch eine Zulassung jüdischer Privatisten unstatthaft. Ebenso ist die Errichtung einer Handelsakademie für jüdische Schüler nicht vorgesehen. Hingegen können Juden private kaufmännische Lehranstalten im angegebenen Prozentsatz 2 von 100 besuchen. Für die Verpflichtung jüdischer Schüler zum Besuche'der P f 1 i c h t s c h/u 1 e gelten die gesetzlichen Bestimmungen über die Schulpflicht. In Stadtgebieten, wo Z.usammenziehung Schulpflichtiger jüdischer Kinder in eigenen öffentlichen Schulen möglich; jst, sind 'die entsprechenden Vorkehrüngeji zu.treffenV'V/ö1 dies nicht geht sind bei mindestens zwanzig jüdischen Schülern jS a m m e 1 k 1 a s s e n zu errichten.; :;;Prjvatschulen^ smi|fü,behviegehd jüdischen Schülern sind züJ?Ä Kinder umzubilden. Die gleichen -Bestimmungen: gelten; sinngemäß für\ die .kaufmännischen F^rMduhgsschulen;-"; "Ü^: -n Englischer Intensiv-Fortbildungskurs für Lehrer In der Zeit vom 24. Juli bis 4. August 1938 findet in Stuttgart ein von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland-Berlin und vom Oberrat der Isr. Religionsgemeinschaft Württembergs-Stuttgart gemeinsam veranstalteter englischer Intensiv-Fortbildungskurs für Lehrer statt. Als Teilnehmer sind Lehrer vorgesehen, die englischen Sprachunterricht in Schulen und an Erwachsene erteilen. Einer kleinen Zahl von Lehrern kann evtl. noch die Teilnähme ermöglicht werden. Meldungen sind an den Oberrat der Isr. Religionsgemeinschaft Württembergs, Stuttgart-W., Königstraße 82, I. zu erstatten. Literarisches Bücher für die jüdische Jugend I. Ein besprechendes Auswahlverzeichnis, herausgegeben von der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Berthold Levy, Berlin 1938. Dieser Wegweiser wird manchem willkommen sein. Führt er doch nicht nur die Titel von Jugendschriften auf, sondern gibt er zugleich auch eine kurze Charakteristik der Bücher. Freilich nicht für Erwachsene gedacht, sondern für die kleinen Leser selber. So verrät es jedenfalls der kindliche Stil, in dem die Besprechungen abgefaßt sind. Wir wollen es nicht verschweigen, daß nicht alle in dem Verzeichnis aufgeführten Schriften empfehlenswert sind; auch hätten wir es für zweckmäßiger gehalten, wenn der Begleittext sich an die Eltern und Lehrer gewandt hätte. „Palästina in Vergangenheit und Gegenwart" — so ließen sich die Studien überschreiben, welche das soeben erschienene Juniheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums in zwangloser Folge zusammenstellt. Es handelt sich dabei z. T. um recht aktuelle Dinge. So bespricht I. Elbogen die Funde von Lachisch und veranschaulicht ihre Bedeutung für die Geschichte des Landes und der Sprache. I. Heinemann beleuchtet das Problem der Makkabäerzeit. Wie kam es, daß Antiochos als einziger Herrscher des Altertums den Juden eine fremde Religion aufzwingen wollte? Man hat geglaubt, er habe auf Anstiftung von Männern gehandelt, die das Judentum nach Art der Reform des 19. Jahrhunderts zeitgemäß umgestalten wollten; Heinemann lehnt diese geistvolle These ab und zeigt, daß sich der Glaubenszwang vorwiegend aus der Erbitterung des leidenschaftlichen Königs über die Ablehnung des Staatskultes durch die Juden erklärt. S. Krauß bespricht Typen der Städtesiedlung in Palästina zu Ende des Mittelalters, S. Klein berichtet über neuere Arbeiten zur Kunde des Landes und seiner Geschichte. * Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums schließt, wie ihr erster Vorsitzender, Professor Dr. Eugen Mittwoch, bei der Mitgliederversammlung am 16. d. Mts. berichten konnte, das abgelaufene Geschäftsjahr — es war das 35. — mit einem befriedigenden Ergebnis ab. Sie konnte ihre Publikationstätigkeit nach den verschiedensten Richtungen hin fortsetzen, Ihr Organ, die Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, ist weiter regelmäßig erschienen. An größeren Einzelwerken wurde die Sifra-Uebersetzung Professor Dr. Jacob Winters herausge- bracht. Die Herausgabe des' Sifre zu Deuteronomium macht Fortschritte; von dem Gesamtregister zu den 75 ersten Bänden der Monatsschrift konnte Teil I erscheinen und' Teil II zum Druck gegeben: werden, —v lieber die Vorarbeiten zum 2. Bande ,der Germania J.udaica, der/die Zeit von. 1238 bis 1350 umfassen wird, machte Professor Dr. Ismar Elbogen aufschlußreiche--Mitteilungen. Danach werden bei den. Vorarbeiten die siedlungsgeschichtlichen Probleme, die sozialen Bedingungen und die rechtlichen Verhältnisse stärker, als bei der. Anlage des . Werkes geplant sein möchte, im Vordergrund: steheny /während die Gelehrtengeschichte für dies^1 Periode ein wenig" zurüefc-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.