Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 6 (1.6.1938)
- Date
- 1938-06-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 6 deren Lösung die Reichsvertretung, Landesverbände, der Lehr reryerbarid nähertreten sollten.- Vielen wäre geholfen:. Oedrückten Eltern und armen Kindern, dem ungehemmten Fortschritt normaler. Schüler, der Kraft und Arbeitsfreudigkeit des Volksschullehrers. ' * Cilli Marx." Zur Lage des höheren jüdischen Schulwesens *." - - .von^Ir. Dr. Erich Ktibansky-Köln Der- Schriftleiter der Jüdischen;; Schulzeitung hat mich gebeten, seine Ausführungen, in der letzten Nummer dieses Blattes unter besonderer Berücksichtigung der jüdischen Oberschule zu ergänzen. Dies soll im Folgenden versucht werden, obwohl es mir kaum möglich erscheint, die Fülle der uns gegenwärtig beschäftigenden Fragen auch nur einigermaßen erschöpfend zu skizzieren. Mit Beginn des Schuljahres 1933 haben sich die Leiter aller in Deutschland bestehenden »anerkannten" höheren jüdischen Lehranstalten in-einer „Interessen-Vertretung" (Geschäftsstelle: Köln, St. Apernstraße 29/31) zur Wahrnehmung der allen Anstalten gemeinsamen Interessen zusammengefunden, die zu einem immer enger und fruchtbarer werdenden Erfähr.ungs- und Meinungsaustausch geführt hat. Es versteht sich von selbst, daß auch mit der Schulabeiluhg der Reichs- Vertretung, der. Juden in Deutschland, seitdem es eine solche überhaupt gibt, in allen Fragen des höheren Schulwesens aufs Vertrauensvollste zusammengearbeitet wird. Heute gehören; zur J.-V. nicht nur die Jüdischen Oberschulen in Berlin, Breslau, Frankfurt, Fürth, Halberstadt, Hamburg, Herrlingen, Köln und Leipzig, sondern auch die beiden Lehrerbildungsanstalten •Berlin und Würzburg. Wer selbst in dem Jahrzehnt seit dem Ende der Inflation im höheren jüdischen Schuldienst gearbeitet hat, erinnert siclr wohl am besten an die ganz ungewöhnlichen äußeren (vor allem wirtschaftlichen) wie auch inneren (vor allem gemeindepolitischen) Schwierigkeiten und Nöte, denen damals die Mehrzahl unserer höheren Schulen ausgesetzt war. Daß ihre Existenz überhaupt aufrecht erhalten werden konnte, ist vor allem der Opferwilligkeit und dem Idealismus ihrer Lehrkörper zu danken und dem unvergeßlichen Wirken einiger weniger Männer von besonderer Weitsicht, unter denen hier nur diejenigen erwähnt seien, die heute nicht mehr unter uns weilen: Rabbiner Dr. Emanuel Carlebach (Köln), Rabbiner Dr. Ephraim Carlebach (Leipzig), Studiendirektor Prof. Dr. Elias Fink (Frankfurt), Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer (Berlin) und Rabbiner Dr. Mlax Simonsohn (Breslau) — ihr Andenken zum Segen! Der Kern unserer Lehrerkollegien hat es gerade in jenem so . schwierigen. Jahrzehnt gelernt, immer wieder neuen Schwierigkeiten gegenüberzustehen und mit neuen Situationen und Aufgaben fertig zu werden. Hierauf dürfte nicht zuletzt die fast reibungslose Eingliederung der seit 1933 in die vorhandenen Anstalten einziehenden Schülerschaft zurückzufüh-. ren sein, deren Struktur naturgemäß ein ganz anderes Gepräge hat, als dies bis dahin der Fall war. Auch in methodisch-didaktischer Hinsicht war. die höhere jüdische Schule auf die neuen Problemstellungen, schon seit - einer -Reihet von Jahren vorbereitet. Seitdem die preußische .Schulreform . von" 1924 den Gedanken der Allgemeinbildung aufgegeben hätte und Konzentrations-Unterricht f orderte/ arbeitete.; die - höhere Schule bewußt an der konzentrischen •Ärchciif ingüng'; des ' gesamten Bildungsgutes mit jüdischen Gehalten. : ' * . piese Lehrplanarbeit hat seit 1933 unter den neuen Ge- ^geberiheifeh ^an ällen unseren Anstalten immer wieder neuen Antrieb7 erhalten und beansprucht vor allem -im gegenwärtigen Augenblick nach der .jüngsten völligen Umgestaltung; des: höheren Schulwesens in Deutschland unser aktivstes Interesse. In Zusammenarbeit mit der-Schulabteilung der -Reichsf veriretung'W'erden Richtlinien: für die" sinngemäße Anwendung der%eh'rpläh€> für die deutsche Oberschule auf unsere Anstal- Seite.S: :ten^vo.rber£lteVuber■ :dief noch keine Einzelheiten angegeben? wenden Tcönrien; nachdem die amtlichen Lehrpiano erst Kaum einen Monat bekannt sindT" " Ueber den Geist, in dem an unseren höheren Schulen heute gearbeitet-wird, unterrichten vielleicht am objektivsten eine. Reihe, von Lehrmitteln, die von unseren Kollegien im Laufe der letzten Jahre mitgeschafren wurden. Neben einigen kleineren neusprachlichen Leseheften sei vor allem erinnert an das. Liederbuch „Hawa Naschira" von Jacobsen-Jopse, an die „Zeittafeln" von Julius Höxter und — last not least — an-das Lesebuch von;Siegfried Braun und Emanuel bin Gorion, an dem, eine Reihe.Kollegen mitgearbeitet haben, um es auch der höheren Schule als werfvolles-Unterrichtsmittel zur Verfügung zu stellen. Was im Einzelnen über die Problematik der Arbeit in den verschiedenen Fächern zu sagen wäre, das kann in diesem kurzen Ueberblick über die Lage der Höheren jüdischen Schule keinen Raum finden; es müßte, in einer Reihe von Sonderbetrachtungen dargetan werden, deren Abfassung und Veröffentlichung später erfolgen soll. Aus der Welt der Psalmen Die „Ausgewählten Psalmen" Meier Spaniers sind im Vortrupp-Verlag, Berlin, in dritter, vermehrter Auflage erschienen; sie liegen in handlichem Pappband und in sorgfältig bearbeitetem Satz vpv. Leider fehlt dieses Mal der hebräische Text. Die Uebersetzung weist gegenüber der der zweiten Auflage bemerkenswerte .Aenderungen auf. Sie sind veranlaßt worden sowohl durch die Erfordernisse des Rhythmus, als auch durch das Bestreben, dem Sinngehalt des Urtextes noch näher zu kommen. Es liegt nahe, die Buber-Rosenzweig-Uebertnagung des „Buches der Preisungen" zum Vergleichen heranzuziehen. Statt vieler wollen wir ein Beispiel hierhersetzen! Psalm 137, Vers 8 lautet bei Spanier: „Heil dem, der dir vergilt, was du uns angetan." Dagegen übersetzt Buber: „Selig, der dir zahlt dein Gefertigtes, das du fertigtest uns." Es bedarf keiner langen Ueberlegung, wer von beiden Uebersetzern dem Gedanken und seiner sprachlichen Fassung am besten .gerecht worden ist. Es gibt eine Grenze des Zuträglichen, wenn „Entsprechungen" versucht werden. Wer etwa den „Bedeutungswandel" im Sprachlichen außer Acht läßt, der erliegt leicht der Gefahr, sie zu überschreiten. Hierauf hat Spanier einmal nachdrücklich hingewiesen, als er sich mit den Grundsätzen beschäftigte, die Buber-Rosenzweig bei ihrer Verdeutschungsarbeit geleitet haben. (Siehe Jüdische Schulzeitung, Jahrgang 11, Nr. 11.) Spanier ist durchweg dieser Gefahr entgangen, wenngleich es scheinen will, als sei hier Ausfüllen und Ihrem Briefträger mitgeben oder unfrankiert in den Briefkasten werfen POStbeStellSChein für Neuabonnenten ***** Postamt (Zeitungsstelle) Hier* Ich — Wir — bestelle— hiermit zur regelmäßigen Zustellung die monatlich lraal erscheinende Jüdische Schulzeitung Yerlagsort Mannheim 2 zum Preise von RM. —.75 pro Vierteljahr, zuzüglich 6 Rpf. Postzustellgebühren. Genaue Adresse des Absenders: , Yor-u.Zuname: .................................................................................................. Eigenbändige, deutliche Unterschrift erforderlich Ort:..........................................'.........................................................................1................... Straße:..............................___________________________.......................Nr.................. 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