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Jüdische Schulzeitung · 1938-06-01 · 6 (1.6.1938) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
14 (1938)
Issue
6 (1.6.1938)
Date
1938-06-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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. Nummefi£ linddort seine* Ueberfragiirig gegenüber der in . den frühefn" Auflägen härter geworden; " In den den Textübertragungen jeweils folgenden Einführungen (unternimmt es Spanier, dem Leser einen Einblick zu gewähren in die Welt, .der. die Psalmen entwuchsen, und ihm das Verständnis für Form und Gehalt der Dichtungen zu erschließen. Wir werden in die Landschaft versetzt, auf deren Boden das ■ israelitische Bauern- und Hirtenvolk gearbeitet und gesonnen, gekämpft und gelitten, gejubelt und. geweint hat. Vor unsern Blicken ersteht, wie von meisterhafter Hand hingezaubert, jenes überaus farbige, gegensatzreiche Bild des Heiligen Landes, das erst in. unsern Tagen wieder uns Juden lebendige Wirklichkeit zu werden beginnt. /Als einsame Menschen, aber auch als in den friedvollen Verband der Familie und in die zu frommem Tun geeinte Gruppe Eingeordnete ziehen unsere Vorfahren an uns vorüber, und wir dürfen die innersten Regungen ihrer Herzen belauschen. Dann aber wird uns in behutsamem Vorwärtsschreiten der Sinn aufgetan .für die Eigenart und Feinheit der Lieder, die sublimster Ausdruck dieses seltsam bewegten Lebens unserer Väter geworden sind. Diese Einzelbetrachtungen hat Spanier aufs schönste durchkomponiert; es sind selber Kunstwerke erlesener Art. In ihnen stehen Ergebnisse einer umfassenden philologischen Gelehrtenarbeit mit tiefen Einsichten in das Charakteristische altisraelitischen Volkslebens harmonisch beisammen. Bei Interpretationsversuchen liegt immer die Gefahr nahe, der mäkelnden Pedanterie auf der einen, der seichten Apologetik auf der andern Seite zu erliegen. Wer das Schaffen Spaniers verfolgt hat und seine Art, Dienst am Wort zu tun, kennt, der wird es wissen, daß ihm beides im Grunde der Seele zuwider ist. Er geht denn auch mit berechtigter Schärfe derlei Abwegigkeiten zu. Leibe und setzt an -ihre Stelle die wohlbegründete Sachlichkeit, aus der dann freilich die verhaltene Herzglut des genialen Interpreten hindurchdringt. Es ist nicht nur die Meier Spanier zugeborene Leiden: schlaft, sich mit schöpferischen'Menschen gleichsam zu identifizieren und in seiner Weise noch einmal zu formen, was jene in die Sphäre des ihnen gültig erscheinenden Ausdrucks zu bannen wußten, die ihn immer wieder zum biblischen Wort hinlockt. Vielleicht wirkt auf ihn in gleicher Stärke ejn das Wissen um eine Welt, in der „das Religiöse" beheimatet ist, dieses von allem Niedrigen und Häßlichen ferne „vivere in deo", das dem Menschen die Tage freundlich erhellt und die Zuversicht beläßt. Kann es da ausbleiben, daß dieses Mannes Schaffen auch andere tief beeindruckte? Indem er sich selber die trostreiche Welt der Psalmen erschloß, ist auch uns der Zutritt gestattet worden. Und so erweist sich Spanier, ganz dem Trieb zur Arbeit in der Stille hingegeben, auch ganz ohne es zu wollen, aber dennoch nachhaltig ins Draußen hineinwirkend, als eine jener Persönlichkeiten, von denen das Wort gilt: „Lehorot natan belibo!" — „Zu lehren gab er in sein Herz/' Siegfried Braun. Bestellschein fln das Unfrankiert in den Postkasten werfen Postamt (Zeitungsstelle) Hier Von der Fortbildurigsarbcit; . Als erfreuliche Erscheinung sind-die Mitteilungen zu wer-, ten, die in regelmäßigen Abständen von der Jüdischen Schul-, zeitung und von anderen jüdischen Wochenschriften über die Fortbildungsarbeit innerhalb der jüdischen Lehrerschaft gebracht werden. Sind .sie doch ein Beweis dafür, daß die Lehrerschaft und die die Lehrerfortbildung fördernden Organisationen der Judenheit in Deutschland die Probleme jüdischer Erziehung, die durch die veränderte Zeitlage gestellt werden, zu klären und für unsere .Jugend nutzbar zu machen versuchen. :. . . „Ein Zeichen der Zeit war die englische Fortbi'ldungstagung, die, von der Schulabteilung der'Reichsvertretung eingerichtet, vom 3. bis 13. April d. J. in Lehnitz stattfand. Um es vorweg zu sagen, der Schulabteilung gebührt Dank und Anerkennung für diesen ersten Versuch einer derartigen Tagung. Von vorzüglichen Lehrkräften, darunter zwei englischen, geleitet, beschäftigten sich die Teilnehmer in den zehn Tagen intensiv mit allen Zweigen des englischen Sprachunterrichts: Phonetik, Grammatik, Stilistik^ Konversation, Methode etc. Auch Vorträge über englische Malerei, Geschichte der Juden in England, das Imperium, angelsächsische Auswanderungsländer wurden, als Rand- Probleme, nicht vergessen. Die 37 Teilnehmer aus allen Gauen Deutschlands setzten sich aus den verschiedensten Lehrer^ kreisen zusammen: Akademiker, Volksschullehrer, Religions¬ und Privatlehrer. Und das war gut so. Denn jeder konnte aus seinem Arbeitskreis und seiner besonderen Erfahrung zur Klärung mancher Fragen beitragen, so daß sich ein abgerun^ detes Bild ergab. — Die ruhige Lage des schönen Heims des Jüdischen Frauenbundes, das harmonische Zusammenarbeiten innerhalb der Teilnehmerschaft und mit dem Lehrkörper trur gen viel zum Gelingen der Tagung bei, die jedem Teilnehmer wertvolle Anregungen mit nach Hause gegeben hat. — Am 4. Mai begannen in Essen die vom Verein isr; Lehrer der Rheinprovinz und Westfalens ins Leben gerufenen Fortbildungskurse für jüdische Handarbeitslehrerinnen. Die Einrichtung dieser Kurse, die jeweils am Mittwoch nachmittag stattfinden, erwies sich infolge der durch die Zeit bedingten Maßnahmen als notwendig. An den Kursen, die von der technischen Lehrerin Suse Goldschmidt, Dortmund, geleitet werden, beteiligen sich ca. 20 Damen. — Der Verein israelitischer Lehrer der Rheinprovinz und Westfalens beabsichtigt, in Verbindung' mit dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden und der Mittelstelle, in der letzten Hälfte der Sommerferien eine ca. 14tägige Lerntagung zu veranstalten. Die näheren Einzelheiten werden den Vereinsmitgliedern nach Abschluß der Vorarbeiten mitgeteilt werden. Bchh.-Dtd. Ueberbiick über den Stand des jüd. Schulwesens in Deutschland (nach einer sctiulstatistischeri Erhebung der Reichsvertretung vom 1. März 1937 — entnommen aus dem soeben erschienenen Arbeitsbericht der RV) Anzahl d. Anzahl d. Schülerzahl Schulgattung Schulen Klassen Knaben Mädchen zusam. Oeffentl. jüd. Volkschulen 76 198 3345 3298 " 6643 Private jüd. Volkschulen 72 376 5837 5354 11191 Jüd. Volksschulen gcs. 148 574 9182 8652 17834 Jüdische Höhere Schulen 14 159 2236 1891 4127 Jüdische Schulen mit ge¬ ■ hobenem Lehrplan 4 38 405 377 782. Oeff. jüd. Mittelschulen 1 25 437 490 927 167 796 12260 11410 23670'; Gesamtzahl aller jüdischen Schüler: 59000 davon auf jüdischen -Schulen .... 23670 61,27 o/o Dr. Hermann Weil, Frankfürt a. M.-

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