Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 4 (1.4.1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2825247-2825394-2825398--1295-2826980- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 6 Jüdische Schulz ei tung Nummer 4V wanderungswilligen beraten und ist ihnen in jeder Weise bei ihrem Auswanderungsvorhaben behilflich gewesen. Die Leistungen des Hilfsvereins, der heute die Auswandererzentrale für die gesamte jüdische Auswanderung außerhalb Palästinas ist, dürfen in der Wanderungsgeschichte der Juden ein besonderes Blatt beanspruchen. Viel ist geleistet worden, viel mehr und Schwereres bleibt noch zu tun. Der Strom der Ratsuchenden verstärkt sich von Tag zu Tag, kaum ist er zu bewältigen; ihnen allen muß beratende oder tätige Hilfe zuteil werden. Jeder aber hat sich selbst und der jüdischen Gemeinschaft gegenüber die Pflicht, kein Auswanderungsvorhaben durchzuführen, bevor es nicht vom Hilfsverein begutachtet ist Nur dann werden schwere Schädigungen des Einzelnen und der Gesamtheit vermieden werden. Wir rufen daher alle Mitglieder unserer Gemeinschaft auf: Helft uns bei der Durchführung unserer schweren Aufgabe mit Eurem Denken und Eurem Sinnen. Arbeitet mit an unserem Werke! Tretet ein in unsere Reihen und zeigt, indem Ihr unser Mitglied werdet, wie Ihr den Ruf der Zeit erkannt habt, damit der Hilfsverein in dieser schweren Stunde jedem Juden in Deutschland Freund und Helfer sein kann. Keiner darf bei uns fehlen. Gerade die, die noch nicht von der schweren Hand des Schicksals getroffen sind, gerade sie haben die Pflicht, ihren Brüdern und Schwestern in tiefer Not nach besten Kräften zu helfen. Werde Mitglied, dann hilfst auch Du! Berlin, im März 1938. Hilisverein der Juden in Deutschland e. V. Für das Kuratorium: Max M. Warburg. Lehrgänge Als Einrichtung der von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden organisierten Lehrerfortbildung soll zu Beginn des neuen Schuljahres in Berlin ein Kursus eröffnet werden, der Lehrern, die bereits ein pädagogisches Examen abgelegt haben, die für einen Werklehrer an Volksschulen nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse vermitteln soll. Der einjährige Kursus findet nachmittags statt und wird 20 Wochenstunden umfassen. Es kann nur eine beschränkte Teilnehmerzahl aufgenommen werden. Die Teilnehmergebühr beträgt 5 RM. monatlich. Meldungen sind zu richten an das Sekretariat der Jüdischen Lehrerbildungsanstalt, Berlin SW. 19, Lindenstraße 48-50. '■* Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Es ist in Aussicht genommen, im Anschluß an das Orthopä- - disch-gymnastische Institut von Frau Alice Bloch, Stuttgart, Bestellschein * \ uafrM I -; in den Postj I kästen werfen j Än das Postamt (Zeitungsstelle) Hier einen von .der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und vom Oberrat oler Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg, Stuttgart, zu veranstaltenden neuen einjährigen Lehrgang zur Ausbildung jüdischer Turn- und Sportlehrkräfte in Stuttgart stattfinden zu lassen. Beginn des Lehrgangs: 3. Mai 1938, Schulgeld: monatlich 50 RM., Aufnahmebedingungen:- Vollendetes 19. Lebensjahr, Versetzung nach Obersekunda, bzw. ehemaliges Zeugnis der mittleren Reife, Nachweis besonderer sportlicher Befähigung. Der Meldung ist ein Lebenslauf unter besonderer Darlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Bewerbers beizufügen. Meldungen sind in zweifacher. Ausfertigung umgehend an die Schulabteilung der Reichsvertretung, Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 158, einzureichen;- Herausgabe . jüdischer Literatur genehmigungspflichtig Die Presse-Abteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Vielfach besteht in jüdischen Kreisen nicht die notwendige Klarheit über die amtlichen Bestimmungen für die Herausgabe von Büchern und Broschüren. Um allen Beteiligten Unannehmlichkeiten und Nacihteile zu ersparen, wird auf Folgendes hingewiesen: Laut Anordnung des Sonderbeauftragten des Herrn Reichsministers für Volksaüfklärung und Propaganda vom 30. 7. 37 besteht eine besondere Genehmigungspflicht für die Herausgabe jüdischer Literatur, einschließlich aller Sonderdrucke, Festschriften und ähnlicher Broschüren, gleichgültig, in welchem Druck- oder Vervielfältigungsverfahren sie hergestellt werden, ob sie verkauft oder unentgeltlich verteilt werden sollen. In der Regel werden Herstellung und Vertrieb jüdischer Druckwerke nur im Rahmen des jüdischen Buchhandels gestattet. Jüdische Buchverleger und Buchhändler dürfen ihr Gewerbe im deutschen Reichsgebiet ausüben, wenn sie ihre Tätigkeit auf jüdische Literatur und auf einen jüdischen Abnehmerkreis beschränken. Alle zum jüdischen Buchhandel gehörenden Personen und Unternehmen werden vom Sonderbeauftragten des Herrn Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin W. 8, Wilhelmsplatz 8/9 erfaßt und bedürfen seiner Zulassungsgenehmigung. Alle Anträge sind direkt an die bezeichnete Stelle zu richten. Palästina-Informationsreise Eine Reihe von Kollegen und Kolleginnen haben das Rundschreiben I noch nicht beantwortet; ich bitte es zu tun; Es sind Wünsche geäußert worden, den Termin der Reise zu verschieben. Ihnen kann nicht entsprochen werden; es muß also dabei bleiben, daß gegen den 1. August die Reise angetreten wird. Das endgültige Reiseprogramm wird zu Beginn des Monats Mai allen Interessenten zugestellt werden. Der Aufenthalt im Lande soll volle 16.Tage dauern. Wie vor zwei Jahren wir^ auch dieses Mal ein sachkundiger Führer zur Verfügung stehen, so daß Gewähr dafür geboten ist, daß die Teilnehmer das Land, den Jischuw und sein mühereiches Werk in ihren charakteristischen Zügen kennen lernen. Nähere Auskünfte bezüglich der Reisevorbereitungen und der Reisekosten werden zu rechter Zeit durch Rundsehreiben bekanntgegeben. Braun; Persönliches . In Haigerloch (Hohenzollern) verstarb im 78. Lebensjahre' Kollege Hermann Adler. Mehr als ein halbes -Jahrhundert hat dieser hochbegabte Sänger als Lehrer und Kantor in einer Reihe von Gemeinden gewirkt. Kollege Spier-Haigerloch würdigte am Grabe die Verdienste des Heimgegangenen. Wt