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Jüdische Schulzeitung · 1938-03-01 · 3 (1.3.1938) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
14 (1938)
Issue
3 (1.3.1938)
Date
1938-03-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer 3 J üdlsche Schulzeituag Seite? angeschnittenen. Fragen. Es wurde der Wunsch laut, derartige Tagungen vielleicht zweimal : im Jahr stattfinden zu lassen. _ Im Schlußwort dankte Kollege' Rainowitz allen, die diese Tagung-ideell und materiell ermöglicht hatten. Der Abend vereinte die Kollegen zu einem gemütlichen Beisammensein im Karschowski-Fischer-Saal anläßlich des 90jährigen Bestehens des Isr. Frauenvereins Stettin. Die Generalversammlung des Vereins fand am Sonntag abend statt. An Stelle des ausgeschiedenen Kollegen Moses- Greifenberg wurde Kollege Mayer-Gollnow, in den Vorstand als Kassierer gewählt. Schatz, Güstrow i. Meckl. Verein jüdischer Lehrer in Schlesien.. Der Verein jüdischer Lehrer in Schlesien nahm im Januar wieder seine Tätigkeit auf. In Oberschlesien tagte er diesmal in Gleiwitz; Herr Lehrer Lewin, Breslau, hielt ein anregendes Referat über „Die Lehrerbibliothek an einer jüdischen Schule". In Breslau sprach Herr Dr. Abt, Direktor des jüdischen Reformrealgymnasiums in Breslau über „Die Problematik des jüdischen Religionsunterrichtes". Der Referent führte etwa folgendes an: Grundsätzlich sei jeder reine Religionsunterricht Nachhilfeunterricht, da er nur die religiöse Erziehung des Elternhauses unterstützen kann. Versagt das Elternhaus, so kann auch der beste Unterricht nicht sein Ziel erreichen. Im 19. Jahrhundert wurde der Unterricht im Anschluß an die Methodik christlicher Religionsstunden beinahe in der Form eines „Katechismusunterrichts" erteilt. Aber solch ein Unterricht konnte im Laufe der Zeit immer weniger den an ihn gestellten Ansprüchen gerecht werden. Franz Rosenzweig war der erste, der in sarkastischer Form diese Unzulänglichkeit geißelte. Der Referent legte dann.dar, wie der Begriff des Religionsunterrichts durch die Aktualisierung aller jüdischen Werte sowohl der Vergangenheit wie der Gegenwart erweitert wird zum jüdischen Unterricht. Allerdings sind die Voraussetzungen und 'Bedingungen für solch einen lebendigen Unterricht heute viel günstiger als früher: Hebräische Sprache, Lektüre biblischer und talmudischer Texte, Beschäftigung mit dem modernen hebräischen Schrifttum, Palästinakunde, jüdische Gegenwartskunde sind die Elemente, aus denen heute der jüdische Unterricht besteht. Aber solche Erweiterung der Stoffgebiete birgt die Gefahr der Säkularisierung in sich. Man degradiert die geistigen Elemente des Judentums zur Judentumskunde und das Religionsgesetz zum religiösen Brauchtum. Wenn der jüdische Unterricht wirklich jüdisch seih soll, so muß der Lehrer von dem Gedanken ausgehen, daß der Begriff „G'ttesvolk" immer noch das charakteristische Merkmal des jüdischen Volkes ist. Der Lehrer trägt eine große Verantwortung, indem er Sachwalter alten Erbes und ebenso Deuter der Gegenwart sein muß. Je größer seine jüdische Bildung und seine Kenntnisse der Umweltskultur, um so mehr kann er seiner Aufgabe gerecht werden. An dieses, von den zahlreich erschienenen Kollegen mit großem Beifall aufgenommene Referat, schloß sich eine sehr rege Aussprache, an der sich u. a. auch die beiden Breslauer-- Gemeinderabbiiner Dr. Hoffmann und Dr. Vogelstein beteiligten. ■ '■ Jüdischer Lehrerverein Frankfurt a. M. In der Generalversammlung vom 7. Februar wurde der Vorstand neu gewählt;' zu Vorsitzenden, die Herren Alfred Speyer und Dr. Hermann Weil, zu Mitgliedern Frl. Recha Friedmann, S. Eschwege und S. Oppenheim. - Dasneue Geschäftsjahr begann mit einer Arbeitsgemeinschaft-über das Thema „Jüdische Völkskunde". Den grundlegenden - Ausführiungen des. Referenten Dr. Galliner-Frankfurt a.- M. folgte, eine interessante Aussprache. Weitere Ar— beitsgemeinscihaften über Teilgebiete Verden,; im, Laufe; des Jahres folgen., , . .: . . *- Literarisches Elias Biekermann: Der Gott der Makkabäer. Untersuchungen über Sinn und Ursprung der makkabäischen Erhebung. 184 Seiten. Schocken Verlag, Berlin. Der Verfasser der vorliegenden bedeutenden Schrift, für deren Erscheinen wir dem Schocken Verlag dankbar sein müssen, ist zur Zeit einer der besten Kenner der Makkabäergeschichte. Seine Forschungen auf diesem und manchem benachbarten Gebiete hat er sowohl im jüdischen wie auch im allgemeinen wissenschaftlichen (deutschen und französischen) Schrifttum veröffentlicht. Gestützt auf eine langjährige, gründliche historische Erforschung des Stoffes (B. ist u. a. Verfasser des maßgebenden, unser Wissen über die gesamte Materie zusammenfassenden Artikels „Makkabäerbücher" in der Realenzyklöpädie für die Altertumswissenschaft) und gewappnet mit dem Rüstzeug der Chronologie, Urkundenlehre (einige griechisch geschriebene Urkunden sind im Anhang in deutscher Uebersetzung beigegeben und philologisch erläutert) und Quellenforschung unternimmt es der Verfasser in seinem jüngsten* auch äußerlich streng wissenschaftlich aufgebauten Werk, eine neue Deutung von dem uns allezeit wichtigen und gegenwärtigen Geschehen jener Jahre zu geben, wo „durch ihr Blut die Märtyrer, durch ihr Schwert ^die Gottesstreiter die Losung des Judentums gerettet haben" (S. 138). Die Grundthese des Verfassers, zu der er durch eine imponierend sichere und im ganzen überzeugende sowohl politischgeschichtliche wie religionshistorische Betrachtung der Ueberlieferung gelangt, lautet, daß sie den äußersten und schließlich überraschend erfolgreichen Widerstand der Hasmonäer und ihres Anhanges herausfordernde Glaubensverfolgung des Syrerkönigs Antiochus Epiphanes hervorgerufen wurde durch eine seleukidenfreundliche Partei der Juden, die ihre Landsleute und Glaubensgenossen staatlich, kulturell und kultisch in den damals alle Völker umfassenden Strom des hellenistischen Lebens einfügen wollten. Daneben arbeitet Biekermann scharf die'außenpolitische Situation des damaligen Syrerreiches und die Rivalitäten der miteinander um das Hohepriesteramt streitenden vornehmen jüdischen Familien heraus, Fragen, die für das rechte Verständnis des Kampfes zwischen Antiochus und den Juden stark zu beachten seien. In dem Krieg zwischen dem Seleukidenkönig und Aegypten habe die aus dem Hohepriesteramt vertriebene Familie der Oniaden auf Seiten der ägyptischen Ptolemäer gestanden und einen Aufstand gegen die syrerfreundlichen, von dem damaligen Hohepriester Menelaos geführten Tobiaden unternommen, diese Erhebung sei dann von dem König als gegen seine Herrschaft gerichtet aufgefaßt worden und die Juden — von denen ja wohl die große Masse der durch die hellenisierungsfreundlichen Maßnahmen des Königs sich bedroht fühlenden und noch dazu über den vorangegangenen Tempelraub des Königs erbitterten Strenggläubigen sich jener Revolte angeschlossen haben wird — seien bestraft worden, u: a. durch die wiederum von jenem Menelaos veranlaßte Aufzwingung heidnischer Gebräuche und das Verbot der Ausübung ihrer eigenen Religion. Diese hier nur in ganz großen Umrissen wiedefrgegebenen Ausführungen des Verfassers entwickelt dieser in ständiger Auseinandersetzung mit den vielseitigen wissenschaftlichen Problemen der in Einzelangaben und in der Auffassung recht verschiedenartigen Ueberlieferung, schickt übrigens den eigenen Darlegungen des Tatbestandes und der Deutung eine wohl erschöpfende Geschichte der früheren Wertungen und Erklärungen des Makkabäeräufstahdes von den alten christlichen Schriftstellern 'bis zum 19: Jahrhundert voraus. Recht bemerkenswert ist, daß Biekermann den König selbst der entscheidenden geschichtlichen Verantwortung und jeglicher Absicht einer bestimmten Religionspolitik den Juden gegenüber enthebt. Ob der Verfasser in dieser von den. bisherigen Erklärungen rechj stark abweichenden. Meinung nicht zu weit; gegangen;istj kannan dieser Stelle nicht untersucht werden. wo nur in einem ^kürzen Bericht auf dieses bedeutsame Buöh

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