Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 3 (1.3.1938)
- Date
- 1938-03-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Jüdische Sc hui zeltung Nummer, hingewiesen werden soll, das allerdings an den Leser große Anforderungen wissenschaftlichen Mitdenkens und kritischen Kontrollierens stellt und das — dieser Hinweis ist zu beachten — die gelehrte Ergänzung zu dem weit leichter geschriebenen Schockenbändchen (Nr. 47) desselben Verfassers bildet Dr. Ernst Marbach-Frankfurt a. M. Dr. Berta Badt-Strauß: Jüdinnen. Jüdischer Buchverlag Joachim Goldstein, Berlin. In vielen Jahren ist uns Berta Badt-Strauß in wohldurchdachter wissenschaftlicher Arbeit vertraut geworden. Vor mir liegt ©in Buch, das in seinem Aufbau, in der Wahl seiner Gestalten, trotz der Kürze und Präzision ein abgerundetes Ganzes ist, Bildnisse vieler Jahrhunderte gibt, Stellung der jüdischen Frau in Recht und Gesetz, im Verlauf des Geschehens beleuchtend. Frauen der Antike treten uns entgegen; Tragödien und Idyllen der Bibel werden uns gezeigt, Prophetin und Diplomatin, eine gelehrte Beruria, Gefährtin des Mannes auch im Berufe. Jüdinnen des Ghettos schildert das Buch als lebensfreudige Gattinnen und Mutter — als Märtyrerinnen beim Ghettobrand, bei mittelalterlicher Vertreibung. Glückel von Hameln erzählt vom falschen Messias Sabbatai Zwi. — Größer un<^ imposanter, vielleicht auch phantastischer, vom Mittelmeerhauch umweht, erscheint das sephardische Ghetto und mit ihm die Ghettofrau. „Doch im Hause der Mendelssohntöchter . leuchten die Sabbatlichter nicht mehr". — Frauengeschicke voller Geist, wir kennen die Namen — aber zugleich Abirren vom jüdischen Weg — Leben, oft voller Tragik. Unter ihnen aber eine Frauengestalt, die den Weg der modernen jüdischen Frau aufweist — Sara Levy, die „Waisenmutter". Wegbahnerin ist sie der modernen jüdischen Frau, die das Leben der Umwelt miterlebt, altjüdisches Tun aber nicht vergißt,, das „Wir" an die Stelle des „Ich" treten läßt Da ist Berta Pappenheim, uns noch ganz nah, da ist die soziale Frau Amerikas-: Rebekka Kohut; die Vertreterin des Ostens: Shmarya Levins Mutter. Chaluzoth und hebräische Dichterinnen erstehen im Bild und als letzte die große Frau, der das Buch gewidmet ist, Henrietta Szold, die Mutter der religiösen Jugendalijah — alle haben sie teil am Geschick der Stammutter Rahel, die sich nicht trösten läßt um des Geschickes ihrer Kinder willen. — Ein Buch — kurz, aber doch in der Beschränkung das Wesen der Jüdin erfassend. Cilli Marx. * S a u 1 L i 1 i e n t h a 1: Jüdische Wanderungen in Frankfurt a. M., Hessen und Hessen-Nassau. J. Kauffmann, Jüdischer Buchverlag, Frankfurt a. M. 1938. Der geschätzte Kollege führt die Leser in diesem gut ausgestatteten Büchlein in beinalie 200 Gemeinden, deren kraftspendender Mittelpunkt Frankfurt a. M. ist, und die in jenem Gebiet zwischen Rhein, Laim und Neckar gelegen sind, das in volkstümlicher Redewendung als Hessen bezeichnet zu werden pflegt. Sind auch die meisten Schilderungen aus früherer Zeit bekannt, so gibt man sich ihnen doch mit inniger Teilnahme hin.«. Wird doch von Saul Lilienthal ein sehr bedeutsames Stück jüdischer Geschichte räumlich und zeitlich lebendig gemächt. Auch wen keine verwandtschaftlichen Beziehungen mit den Menschen verbinden, die einst in diesen frommen Kehilloth ein reiches jüdisches Leben gelebt haben, wird von herbstimmender Wehmut ergriffen, liest er von dem Auf und Ab in der Entwicklung der Gemeinden Hessens. Zuweilen begehrt der Gedanke auf, das Wanderbuch sei zu spät gekommen; es sei ihm nur noch die Aufgabe verblieben, als „Memorbuch" von dem zu künden, was einmal beglückende Wirklichkeit gewesen. Und dennoch: diese liebevolle" Kleinmalerei, von fleißiger Hand hingesetzt, die vielen Bilder, die stille Gäßchen und Winkel, versonnen dreinschauende Judenhäuschen, Synagogen, Mikwoth und Friedhöfe vor uns An unsere LeserT Wir machen darauf aufmerksam, daß zwischen dem >16. und 24. März-1938 der Postbote die Äbonnemenisgebtihren für das 2. Quartal 1938 (April-Juni) in Höhe von 81 Pfennig (inkl. Bestellgeld) k a s s i e r e n wird. Sorgen Sie also dafür, daß der obige Betrag prompt bezahlt wird, damit die Zustellung der Jüd. Schulzeitung keine- Unteibrechung erleidet. Sollten Sie abwesend sein, dann beauftragen Sie bitte eine geeignete Person mit der Zahlung an den Postboten. Nur so sichern Sie sich eine ununterbrochene Zustellung der Jüd. SLhulzeitung. Der Verlag hinzaubern, "aber auch stolze Bauten aus unserer Zeit, dies alles redet einen gar eindrucksvoll an und bewegt das Herz mit seltsamen Gefühlen. Lilienthals „Jüdische Wanderungen" werden selber auf Wanderschaft ziehen und denen treue Begleiter sein, die irgendwo in der weiten Welt eine neue Heimat suchen. d. h. * *" Zu Martin Bubers 60. Geburtstag. Ein Rundbrief an die jüdischen Lehrer. Herausgegeben von der Scjhuktbteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Indem dieses, auch in seinem äußern Gewände, schöne Heft der Lehrerschaft gewidmet wurde, hat der Gedanke Ausdruck gefunden, es bestehe zwischen Martin Buber und den jüdischen Erziehern eine" - besonders enge Beziehung; sein Wirken ziele sowohl auf sie hin als auch durch sie hindurch auf die heranwachsende Jugend. So enthält der Rundbrief denn Beiträge, die uns Lehrer unmittelbar ansprechen, und solche, die unserer Arbeit in der Schule Richtung geben wollen. Das tief e Dankeswort an Buber von Leo Baeck und Rob. Weltschs Versuch einer Wesenssohau heißen uns immer wieder Bubers reiches Lebenswerk durchdenken. Bubers eigene Worte über das Erzieherische, Leschnitzers Anruf, Bubers Wort im täglichen Unterricht lebendig werden zu lassen, treffen auf eine Lehrergeneration, die Tenach mit Buber-Rosenzweig .unterrichtet, und die nicht versäumt, mit den Kindern chassidische Geschichten zu lesen. Mit besonderer Zustimmung nimmt die Lehrerschaft die Rede an, die Ernst Simon über Martin Buber vor Kindern und Jugendlichen gehalten hat, und die uns als wichtigstes Stück des Rundbriefs erscheint. Hier wurde von einem Schulmann mit schlichten, klaren und bildkräftigen Worten die Person und das Werk Bubers lebendig vor die Kinder hingestellt Jeder Kenner der Materie weiß es, wie groß die Gefahr ist, sich in vagem, inhaltleerem Wortgeklingel zu ergehen, wenn über Martin Buber zu reden ist. Um so größer ist die Freude, hier einmal eine für Knaben und Mädchen verständliche und zugleich gediegene Darstellung zu finden. Ernst Simon charakterisiert Bubers Arbeit in beziig auf den Chassidismus, den Zionismus und die Bibel und läßt seine Rede ausklingen in dem Gedanken, Buber werde in Erez Jisrael der Aufgabe dienen, den Bedrängten zu helfen,. auf daß aus dem vielen Unrecht, das ihnen geschehe, kein Unrecht wachse, das sie selber tun, sondern nur Recht um Recht, das Recht der Chassidim, der Chailuzim und der Bibel. d>. n. 158 Zwischen ^cfkule und Ü3exu/ iignungs&vufung Psychotechnisches Laboratorium Kuhn Berlin W 50, Ansbacher Straße 1 — Telefon Nr. .41733 ^rucksacheri liefert in bester Ausführung Qebrüder jtfeubauer Cudwigshafen a. %h., Schulstr. 14- Zeichen-Unterricht Mode/Konfektion Reklame / Schrift Berlin W15, LiSÄ6 Nur für'duden. —1798 HERBERT COHN (HERKO) Verantwortlich fflr den redakt. Teil: Dr. Siegfried Braun, Köln-Sülz, Unkelerstraße 17. Für die Anzeigen verant wortlich: . ~ Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. — D.-A. 4. Vj. 687 Exemplare. — Druck und Verlag: Gebr. Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 3 vom 1. Januar 1936.