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Jüdische Schulzeitung · 1938-03-01 · 3 (1.3.1938) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
14 (1938)
Issue
3 (1.3.1938)
Date
1938-03-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6;IiuifimerrL3. Schulen der Jüd. Gemeinde zur Gemeinschaftsarbeit aufgefordert. Es ist zwar beschlossen worden, Arbeitsgemeinschaften für fremde Sprächen und Palästinakunde zu bilden; aber Meldungen hierzu sind nicht eingegangen- Die pädagogische Arbeit in den Arbeitsgemeinschaften Grundschule, Geschichte und Film, ist den. einzelnen Kollegien zur innern schulischen Behandlung überantwortet worden. Veränderungen innerhalb der Vereinigung: bei Beginn des Jahres 1937 waren 228 Mitglieder im Verein; durch Tod, Auswanderung und. Austritt sind 15 ausgeschieden; Zugänge: 43. Zur Zeit also Mitgliederzahl: 256. Die Toten des Jahres sind: Dr.» Hermann Cohn und Robert Hirschf eld. Die Bedeutung dieser Persönlichkeiten für die jüdische Lehrerschaft ist in den Nachrufen ausführlich gewürdigt worden. Es hat sich eine Interessengemeinschaft der Zeichen- und Werklehrer gebildet. Die Zeichen- und Werklehrer mögen sich in Fachangelegenheiten an' die Herren Heimba!cli und Laboschin wenden. In der Generalversammlung am 24. 1. wurde die Neuwahl des Vorstandes vorgenommen. Da Herr Dr. Heinem. Stern sein Amt als 1. Vorsitzender wegen Arbeitsüberlastung niederlegte, wurde Herr Johannes W o 1 f f (Berlin N 54, Zionskirchstraße 301) zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Johannes Wolff, 2. Vorsitzender: Max Reschke, 1. Schriftführer: Adolf Baronowitz, 2. Schriftführer: Dr. Chari. Hurwitz, Kassenführer: Walter Jakoby, Beisitzer: Dr. Deutschkron, Julius Stern, Fräulein Bergas und Hans Gärtrier. Baronowitz, Schriftführer. * Verein israelitischer Lehrer der Rheinprovinz und Westfalens. Bezirkskonferenz Ruhr-Niederrhein am 23. Januar 1938 in Mülheim-Eppinghofen. Vor Eintritt in die Tagesordnung macht der Vorsitzende, Kollege Löwen st ein, der Versammlung Mitteilung von dem plötzlichen Hinscheiden des Kollegen Lilienfeld- Wesel und widmet dem Verstorbenen warme Worte des Gedenkens. 1. Kollege Mendel- Bochum spricht über das hebräische Lied und seine unterrichtliche Behandlung. Er gibt zunächst einen Ueberblick übler die Entstehung des hebräischen Liederbuches und seine Mitarbeiter, teilt den Stoff in weltliche und religiöse Gesänge ein und, gibt zu jeder Abteilung Proben am Klavier. Er nennt die Lieder, die sich für die Schule eignen, und zeigt besonders klar auf, welche Stoffe auf diesem Gebiete ihres Bearbeiters noch harren. Für die unterrichtliche Behandlung fordert er, daß die Kinder (möglichst unter Mitwirkung des hebräischen Lehrers) die Texte gut lesen können und den Inhalt verstehen. Für die weltlichen Lieder schlägt er die sephardische., für die religiösen die aschkenasische Aussprache vor. Auf die Anregung des Kollegen F r a n k - Duis-' bürg, der Vortragende möchte die von ihm genannten neuen Bestellschein \ ÜBfaIlWwt \; in den Post-! I kästen weifen; Tin das Postamt (Zeitungsstelle) Hier " ■ ' , ' N - ■ ' - >■. Lieder und ein Chorbuch heraüsgebenv;teilt: Kollege M e n d e L mit, daß ein von ihm in Gemeinschaft hiit Hugo- Adler verfaßtes Manuskript: „Samru bemakheloth" (Singt im Chor)-"bereits vorliege und hoffentlich die Mithilfe' interessierter Kreise finden werde,, so daß es in absehbarer Zeit herausgegeben; werden könne. . 2. Es fand eine Besprechung der Richtlinien zwecks Aufr Stellung von Lehrplänen statt. Nach einem Bericht des Kollegen Dr. Herz- Düsseldorf wurden für folgende Fächer Kommissionen gebildet, die der nächsten Bezirkstagung Vorschläge für einen einheitlichen Lehrplan vorlegen sollen: Religion und Hebräisch, Weltgeschichte und jüdische Geschichte, Deutsch, Heimat- und Erdkünde, Musik und Zeichnen. Jede Kommission ^besteht aus einem Obmann und noch 2—3 Mitgliedern. 3. Kollege Rektor B uchh e im-Dortmund berichtet über Fortbildungsfragen. Ein Kursus über weibliche Handarbeiten wird voraussichtlich Anfang Februar beginnen. Es haben sich 18 Kolleginnen und Kollegenfrauen zur Teilnahme gemeldet. Der Kursus soll Mittwochs von 16—18.30 Uhr stattfinden und auch mit Lehrproben an Essener Schulkindern verbunden sein. Die Arbeitsgemeinschaft für junge Kollegen wird nicht eingerichtet, da keine Meldungen vorliegen. Margarete Steinfeld. Verein israelitischer Lehrer in der Provinz Pommern. Nach mehr als einjähriger Pause fand am 16. und 17. Januar 1938 unsere pädagogische Fortbildungstagung in Stettin statt, an der auch die Kollegen aus der Grenzmark, aus Brandenburg und Mecklenburg teilnahmen. Die Leitung war Herrn Dr. Fritz Bamberger-Berlin, übertragen worden; Rabbiner Richter, Stettin, referierte in zwei Vorträgen über die messianische Bewegung im 16. und 17. Jahrhundert, ausgehend von den beiden Grenzpunkten 1492, dem Katastrophenjahr der sephardischen Juden und 1648, dem Katastrophenjahr der aschkenasischen Juden. Dieses Referat sollte die Kollegen über, ein wenig beachtetes Gebiet informieren und sie zur eigenen Fortbildung anregen. Gleichzeitig zeigte der Referent, wie. der schwierige Stoff reiferen Schülern unterrichtlich nahegebracht werden könne. Dr. Fritz Bamberger-Berlin, zeigte uns in seinem Referat „Manasse ben Israel" ein Beispiel für eine Unterrichtseinheit im jüdischen Geschichtsunterricht. Er betonte, daß es nicht möglich sei, den gesamten Stoff der biblischen und jüdischen Geschichte während der Schulzeit durchzuarbeiten. Es .-sei vielmehr eine Auswahl zu treffen. Der Gesamtüberblick dürfte dabei jedoch nicht außer acht gelassen werden. Biographien und Charakterbilder seien zu vermeiden. Oberkantor Leon Kornitzer-Hamburg, hielt eine Arbeitsgemeinschaft über das „Wesen des Nussach" ab. Er erklärte den Kollegen an Hand praktischer Beispiele die wichtigsten Termini der synagogalen Musik: Neginah,"Nigun (= architektonische Melodie), Steiger (= Tonleiter. als theoretische Grundlage für einen Gesang) und Nussach (= jeweilige traditionelle Singweise eines Gebetstückes in einem bestimmten Steiger mit einem betonten Motiv). Zum ersten Male wurden — zur größten Freude aller — neben theoretischen Erörterungen auch praktische Lehrproben den Teilnehmern geböten. Kollege Hammerstein,; Stettin, hielt am 2. Tag der Tagung eine geschichtliche Lektion über den 15. Schewat im 5, und 6. Schuljahr. Er zeigte, wie man trotz des anscheinend geringen Lehrstoffes eine gegenwartsnahe Unterrichtsstunde geben und den Kindern immer wieder etwas Neues bringen kann, trotzdem sie bereits Vieles über das Thema im Bund gehört hatten. Daran anschließend fand eine Chamischoh ossor bischewat- Feier'statt. Zum Schluß hielt Kollege Rainowitz, Stettin; eine Lektion über ein hebräisches Lied zum 15. Schewat im 5. und 6. Schuljahr.; Er zeigte, wie man an Hand eines hebräischen Liedes hebräischen Sprachunterricht erteilen kann. Die anschließenden Diskussionen, die überaus fruchtbar verliefen, zeigten das große Interesse der Kollegen an allen

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