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Jüdische Schulzeitung · 1938-03-01 · 3 (1.3.1938) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
14 (1938)
Issue
3 (1.3.1938)
Date
1938-03-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 J ii d i sehe v Schulzeit u n.g Nummer. 3: selbst-obliegt oder sich unter ihrer Mitwirkung vollzieht. Gerade die Gestaltung :dieser Feierstunde kann dem Buberschen Begriff der jüdischen Wesensschule näher führen. Im folgenden werden praktische Erfahrungen über den äußeren und den inhaltlichen Aufbau des Oneg Schabbat mitgeteilt Er wird sich bei den ganz verschieden gelagerten Verhältnissen in den jüdischen Schulen Deutschlands, in Klein-, Mittel- und Großgemeinden, in sehr variablen Formen abwickeln. Ein dringendes Bedürfnis ist er an den Orten, an welchen jüdische Schulen nicht bestehen. Die weiteren Ausführungen, die in der Hauptsache auf Grund von Erfahrungen in einer Mittelgemeinde mitgeteilt werden, stellen nur einen Versuch dar. Sie erheben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit und Vollständigkeit. Sie wollen anregen, andere Erfahrungen in diesen Blättern darzulegend um dadurch einen praktischen Beitrag zu einer neuen Aufgabe der jüdischen Schule zu geben. Bei der Durchführung des Oneg Schabbat isteine Reihe von Gesichtspunkten nach vielen Richtungen hin durchzudenken und zu überprüfen. 1. Ort des Oneg Schabbat: Der Oneg Schabbat soll in einem würdigen Raum stattfinden. Diese Voraussetzung ist in der Synagoge gegeben. Eine "Ideallösung der Raumfrage ist dieser Fall jedoch nicht, da für unsere westlichen Begriffe die Synagoge in erster Linie ein Haus des Gebetes ist und hier die gemütvolle Stimmung, die geschaffen werden soll, nicht ohne gewisse Hemmungen aufkommen kann. Dagegen spricht auch schon das Sitzen in den Bänken. Eine ausgesprochene Notlösung ist ein Oneg im Klassenzimmer. Der alltägliche Schulraum scheint mir für eine echte Onegstimmung nicht geeignet zu sein. Ein, wenn auch schlichter, nicht zu großer Saal oder Raum ist die geeignete Stätte. Der Oneg sollte möglichst nur in kleinen Gruppen abgehalten werden. So erlebte ich einmal in einer Groß- - gemeinde die Einleitung einer solchen Feier mit Kiddusch und Mauzi in einem Saal, in dem alle Kinder versammelt waren. Später gingen die Kinder, etwa 200, in Gruppen von 20—30 in verschiedene Räume, um das Thema im kleinen Kreise zu behandeln. Wenn man sich auch mit Recht auf den Standpunkt stellen kann, daß nicht der Raum den Oneg macht, sondern die Art und Weise, in der er vonstatten geht, so muß jedoch grundsätzlich daran festgehalten werden, daß nur ein würdiger Raum, mag er noch so schlicht sein, ihm "den äußeren Rahmen geben kann. 2. Zeit des Oneg Schabbat: Auf die Beziehung zwischen dem Oneg Schabbat und den Schalosch sseudot wurde schon hingewiesen. Ihnen entsprechend, kann ein Oneg am Freitagabend nach dem Gottesdienst, im Anschluß an den Sabbatmorgengottesdienst oder am Sabbatnachmittag stattfinden. Der Freitagabend ist eine denkbar ungünstige Zeit, abgesehen von den Wintermonaten, in denen der Gottesdienst früh liegt. Schöne Feiern dieser Art habe ich im Winter in Berlin erlebt. Die Kinder saßen an langen, sabbatlich gedeckten Tischen, jedes Kind bekam ein kleines Barches; die Voraussetzungen für einen echten Oneg waren gegeben. Der häuslichen Freitagabendfeier wird im allgemeinen nichts vorweggenommen, da immer noch ein großer Teil der Kinder den Freitagabend im Hause nicht erlebt. In den Orten mit jüdischen Schulen, insbesondere, wenn auch jüdische Höhere Schulen vorhanden sind, liegt der Oneg am besten unmittelbar nach dem Gottesdienst am Sabbatmorgen. Die Kinder sind zu einem großen Teil im Gotteshaus versammelt, und die Säumigen werden durch die Teilnahme am folgenden Oneg - Schabbat vielleicht auch schon zum Besuche der Synagoge veranlaßt. Ein Oneg zu dieser Zeit hat unbestreitbar für seine ganze Formgebung dadurch einen großen Vorzug, daß er mit dem „Kiddusch rabba", der in-frommen jüdischen Häusern am Sabbatmorgen gleich nach der Rückkehr aus der Synagoge gesprochen wird, eingeleitet werden kann.- Wenn die Kinder in die allgemeinen Schulen gehen -und deshalb am Sabbatmorgen - nicht frei' haben, so wird der. Oneg am Nachmittag stattfinden. Seine Durchführung kann sich im äußeren Verlauf im wesentlichen an die Onegfeier Biäliks in Tel-Awiw, die bekanntlich am späten Nachmittag lag und in den Sab-- batausgang überleitete, anschließen. An einer großen jüdischen Schule liegt der Oneg Schabbat schon-während des Unterrichts am Freitagmorgen. Diese Festlegung ist nach meiner Auffassung eine absolute Verkennung seines Sinnes. Ein „Oneg" mag eine solche Stunde sein, aber nur ein „Oneg chol", niemals ein „Oneg Schabbat". Ueber seine zeitliche Lage entscheiden jeweils die Örtlichen Verhältnisse. Der Oneg am Sabbatmorgen dürfte die Regel sein. (Schluß folgt.) Vorbereitung des CjWnukkahfestes in den Klassen 2—5 der Jüdischen Volksschule (Aus Raummangel unliebsam verspätet). Die Vorbereitung. Zur Vorbereitung benutze ich die drei Stunden, in denen die Klassen 2, 3, 4 und 5 kombiniert sind, d. h. gemeinsam Deutschunterricht haben. ' . Da es sich um Kinder im Alter von 7—10 Jahren handelt, bot der „Arbeitsplan von Dr. Elieser Ehrmann keine eigentliche Unterlage. Abgesehen von einigen allgemeinen Hinweisen auf das „Chanukkahbüchlein" und der Feststellung, daß die Behandlung der Chanukkahgeschichte in dieser Stufe keine Schwierigkeiten biete, befaßt sich der „Arbeitsplan für Chanukkah" nicht mit der Grund- und Mittelstufe. Um eine dem kindlichen Geiste von 7 Jahren angemessene Darstellung der Chanukkahgeschichte zu finden, sah ich mich als Deutschlehrer gezwungen, in das eigentliche Gebiet des Religionslehrers einzugreifen. Ich besah mir also das „Buch für unsere Kinder" von S. Müller. Allein auch diese Darstellung, eigentlich für die fünfte Klasse berechnet, ging weit über den Horizont meiner Kleinen. . Wo also sollte ich Material herbekommen, das der doppelten Anforderung gerecht wurde, einmal dem Rahmen des Deutschunterrichts eingereiht werden zu können — also nicht zu sehr historische Tatsachen zu geben, sondern mehr Stimmungs- und Gefühlsmäßiges zu Chanukkah zu schildern und vor allem in Erzählungen, die dem kindlichen Gemüt und sei-, ner Fantasie angemessen sind? Ich hatte das „Jüdische Jahr", Betrachtungen, Schilderungen und Erzählungen, ausgewählt und übersetzt von Gertie und Julius Stern zur Hand. An die beiden Erzählungen „Chanukkah am Wasserturm" und „Das Chanukkahwunder" von Sch. Alechem hielt ich mich.- Ich las sie vor und besprach sie eingehend. Im Anschluß daran wurde teils von mir, teils von den Kindern der 4. und 5. Klasse die Chanukkahgeschichte erzählt. (Die Geschichte des Eleasar, der Channah und ihrer 7 Söhne etc.). r ■ ■ Auf meine Anregung, hin hatten .die Schüler die Kinderbeilagen des „Israelit. Familienblatts" sowie, die der „Jüd. Rundschau" mitgebracht. Das „Israelit. Familienblatt" brachte die Erzählung von Schmarjahu Lewin „Trendel von Blei", das in dieser Fassung inhaltlich und in der Form zu schwer war, zumal: nicht jedes Kind einen Text vor Äugen hatte. Schon die zahlreich darin vorkommenden Fremdwörter machten die Geschichte zur Klassendurchnahme zu schwer. — Auch die „Jüd. Rundschau" brachte dieses Mal. keine geeignete Chanukkaherzählung.. "; Und das neuersehienene Quellenheft „Chanukkah"- und „In den Tagen des Mattitjahu" wird man hier einwenden können. Sie sind doch zu dem speziellen Zweck herausgegeben, dem Chanukkahfest voranzugehen und auch bei den Kleinsten , die nötige Stimmunghervorzurufen:. . - . 'Gewiß! Allein diebeiden Werkchen kamen leider erst acht Tage nach Chanukkah in meinen Besitz, .so daß ,sie für dieses Jahr'ihren Zweckverfehlt-Jiatten. - Ich habe jetzt das " Büchlein ,;In-den, Tagen - des Mattitjahu'- gelesen (von S. Ehrmann).. - Es - ist - in der erforderlich

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