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Jüdische Schulzeitung · 1938-02-01 · 2 (1.2.1938) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
14 (1938)
Issue
2 (1.2.1938)
Date
1938-02-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nummer- 2 J ü dis-che Schulzeitung: Seite 5 Elias-Frankfurt a. M. und Studienrätin Herrmann-Leipzig) rollten ^eine große Zahl von Fragen auf, die den jüdischen Lehrer aller; Fachgebiete angehen. Es ist innerhalb eines Berichts unmöglich, die Vielzahl der Gegenstände zu berühren, die sich hier dem verantwortungsbewußten, jüdischen Jugendbildner darbieten. Aber es war mehr als ein Hauch dieser lösbaren Unterrichtsproblematik zu spüren, als die Redner den Wert des Unterrichts im Deutschen in allen seinen Formen und Stufen darstellten, beginnend mit dem freien Erlebnisstoff des ersten Jahrgangs bis zur Durchnahme literarischer Stücke, die wiederum zu einer schöpferischen Analyse allgemein menschlicher und jüdischer Themen führt. Reizvoll war ein Querschnitt durch vier dramatische Meisterwerke deutscher Sprache, der die verschiedenartige Darstellung des jüdischen Menschen zeigt und jedesmal eine charakteristische Note trägt. Die Durchdringung des deutschen Unterrichts mit jüdischen Elementen ist eine Angelegenheit, die mit literarischem Geschmack und psychologischem Gefühl gefaßt werden muß, um die Verbindung von Aeußerlichkeiten freizuhalten und sie zu einer Vertiefung des deutschen Sprachgutes innerhalb des jüdischen Wesens unserer jungen Menschen werden zu lassen. Gebührende Anerkennung fanden hierbei die Bestrebungen der Reichsvertretung zur Förderung des deutschen Unterrichts an jüdischen Schulen, die Veröffentlichungen des Verlags Schokken und anderer jüdischen Verlage in Deutschland. Der Stellung des Iwrith im Bereich der jüdischen Schulen dienten zwei Arbeitsgemeinschaften (Jakobsohn-Berlin), in denen unter ausschließlicher Verwendung des Iwrith Stoffe aus dem Tenach schulgerecht dargeboten wurden. Voraussetzung ist, daß der Lehrer selbst über die nötige Sprachgewandtheit verfügt, die Quellen unseres Schrifttums und die Erklärer kennt und im Vorunterricht die Schüler bereits so weit gebracht hat, daß sie die erklärenden Iwrithworte neben dem Text verstehen. Eine solche Tenachbehandlung ist ein Leistungsziel, dem die ihm gebührende Achtung und der Raum zu geben sind, um jüdischen Kulturboden inder Schule zu bereiten. Im Rahmen der Verhandlungen stand schließlich noch ein Vortrag über Berufsberatung und Berufsvorbereitung der schulentlassenen Jugend (Frau Levy/Zobel-Berlin). Die in der sozialen Arbeit stehende Rednerin entwickelte die Grundzüge dieses Zweigs der umfassenden sozialen Tätigkeit, die heute die jüdischen Gemeinden leisten, und legte das Hauptgewicht darauf, dien Lehrern und Angehörigen der sozialen Aemter praktische Hinweise zu geben, wie sie ihren Schulentlassenen beratend und helfend zur Seite stehen können, wenn sie sich zur Wahl des Berufs und auch eines neuen Berufsorts anschicken. Vorbildliche Einrichtungen (Beratungsstellen, Vorlehren, Bildungskurse) in den größeren Städten stehen bereits seit Jahren zur Verfügung-, viel Mühe und Geld werden diesem Werk geopfert, um der jüdischen Jugend wenigstens von der Heimat aus, die sie verlassen, den Weg ins neue Leben zu ebnen. Die vielen Einzelheiten,, die damit zusammenhängen, können hier nicht angeführt werden;: aber es ist, wie Dir. Alterthum als Leiter des Sozialamts der israelitischen Gemeinde zu Leipzig sagte, von den Juden in Deutschland auch auf diesem Gebiet Großes und Geschichtliches geleistet worden. Unsere Jugend kann sich allen diesen' Stellen anvertrauen. Steinhardt-Dresden behandelte die'Stellung des Lehrers in der kleinen Gemeinde, zeigte die vielfältigen Aufgaben und Pflichten auf fast allen Gebieten des jüdischen Lebens, die ihm heute in einer früher nicht bestandenen Dringlichkeit obliegen.- Erschwert wird ihm oft die Aufgabe durch die eigene Sorge, der zu steuern .eine Ehrenpflicht der jüdischen Gemeinschaft ist. Nach den Vorträgen entwickelten sich Aussprachen, die hoch wertvolle Erfahrungen und Gedanken brachten und das allseitige Ringen "um den neuen Schulinhalt zeigten. Der,Verein -der israelitischen-Lehrer Mitteldeutschlands verband mit der Tagung seinen, eigenen Jahrestag.: Der von der Gemeinde. Leipzig, und der Leipziger .Schule gebotene Begrüßungsabehd vereinigte - die Teilnehmer zu einer angeregten Unterhaltung,^ wozu küntlerische^ Darbietungen aus dem Kreise der Lehrer .und.'.Schüler.-.beitrugen. Jll~ - . - Der vom Vorsitzenden (Steinhardt-Dresden) und dem Kassier (Heilbrunner-Arnstadi) gegebene Bericht zeigte, daß die engeren und weiteren Vereinigungen auch in den vergangenen Jahren ihre Aufgabe erfüllt haben, den Stand der. Schule und ihrer Lehrer zu bewahren und Kulturarbeit innerhalb des Judentums in Deutschland zu leisten. Nach vollzogener Neuwahl (Schäler-Dresden, Vorsitzender, an Stelle des aus Gesundheitsrücksichten zurücktretenden Koll. Jaffe-Leipzig, Steinhardt, Ehrenvorsitzender) wurde dem durch Zugang einer großen Zahl von Lehrern aus Leipzig verstärkten Verein die Richtung für das kommende Jahr gegeben, treu den Ueberlieferungen seit mehr als zwei Menschenaltern die Aufgaben der Gegenwart mit voller Hingabe anzugreifen. —hn. 2. Bad Nauheim. In der Jüdischen Bezirksschule in Bad Nauheim fand unter Leitung von Prof. Dr. Kantorowicz, Frankfurt a. M., ein Fortbildungslehrgang für Lehrer an jüdischen Volksschulen statt. Er wurde von der Schulabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, dem Landesverband israelitischer Religionsgemeinden Hessens und der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung bei der Reichsvertretung unterstützt. Der Arbeitsplan umfaßte folgende Gegenstände: I. Pädagogik: Grundfragen der Erziehung (Prof. Dr. Curt Bondy-Groß-Breesen). Fragen der Charaktererziehung (Prof. Dr. Kantorowicz-Frankfurt a. M.). Sonderfragen der Internatserziehung (Schulleiter Karl Bettmann-^Bad Nauheim). II. Didaktik und Methodik: des Hebräischen (Joseph Jakobsohn-Berlin); des Deutschunterrichts (Dr. Siegfried Braun-Köln); des Singens (Karl Adler-Stuttgart). Fragen der Körperschulung mit Anleitung zu Uebungen unter einfachen Verhältnissen (Turn- und Sportlehrer Albert Goß-Berlm). III. Stoffliche Fortbildung: Bibelkurs über Mos. II, 32 (Dr. Abraham Heschel-Frankfurt a. M.). Jüdische Kulturkunde (Rabb. Dr. S. Levy, Mainz). Palästina-; fragen und damit zusammenhängende Auswanderungs¬ und berufspolitische Fragen (Dr. Pomeranz-Frankfurt a. M.). Mischnakurs (Rabb. Dr. Merzbach-Darmstadt). Vorbereitungsmateriai des Geschichtsunterrichts (Eh*. Arnold Berney-Berlin). Grundfragen desgesellschaftlichen Lebens (Prof. Dr. Ernst Kantorowicz-Frankfurt a. M.). IV. Grenzfragen: Fragen der Jugendfürsorge, Berufsfürsorge und Auswanderungsfürsorge (Hilde Meyerowitz-Frankfurt a. M.). Ausfüllen und Ihrem Briefträger mitgeben oder unfrankiert in den Briefkasten, werfen POStbeStellSCheitl für Neuabonnenten .Ändaa Postamt (Zeifungsstelle) Hier* Ich — Wir — bestelle— hiermit zur regelmäßigen Zustellung die monatlich lmal erscheinende Jüdische Schulzeitung Verlagsort Mannheim 2 zum Preise von RM. — .75 pro Vierteljahr, zuzüglich 6 Rpf. Postzustellgebühren. 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