Mannheim
Compact Memory

Jüdische Schulzeitung · 1938-01-01 · 1 (1.1.1938) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
14 (1938)
Issue
1 (1.1.1938)
Date
1938-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2825247-2825394-2825395--1267-2826949
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nummer f isf besonders dann groß, wenn die Küstengebiete nicht einen ausreichenden Schutz durch die Randvegetation erhalten. Die Schüler kennen diesen Sachverhalt aus der Durchnahme der Nord-, und Ostseeküste. (Bepflanzung der Dünen!) Daß man dieser Gefahr auch in Palästina zu begegnen wußte, darauf weist der Peel-Bericht hin in einem Einschub, der Ausführungen - des ehemaligen Hochkommissärs Sir Herbert Samuel enthält, und der auch bemerkenswerte Zahlen über die Aufforstung bringt. (In den Jahren 1920—1925 sind 4 bis 5 Millionen Nutz- und Obstbäume angepflanzt worden.) — Die Ausführungen des Peel-Berichtes über die Regierungsmaßnahmen, die nunmehr folgen, sind im einzelnen für Volksschüler nicht faßlich genug. Sie müssen vom Lehrer in schlichter Einsichtigkeit wiedergegeben werden. Die Forstabteilung der Regierung hat in früheren Jahren wertvolle Bäume auf privatem Boden geschützt. (Wie zuweilen der arabische Fellache mit Bäumen umzugehen pflegt, darüber berichtet anschaulich Hermann Guthe in seinem Buch. (Siehe Quellen am Ende dieser Arbeit!) Als die zionistische Wiederaufbauarbeit einsetzte, wuchs die Nachfrage nach Boden und damit die Gefahr, daß große Flächen mit .Waldvegetation verschwinden würden. Die Regierung wünschte eine derartige Entwicklung nicht und ging zur Festsetzung von Schonungen und Staatsforsten über. Hier verbot sie das Abweiden und das Holzfällen. Alsdann begann die Regierung das Aufforstungswerk, zuerst in der Ebene zur Befestigung der Dünen, sodann im Gebirge, insbesondere im Norden um Nazareth und im Süden um Hebron herum. Die staatlichen Baumschulen pflanzen jährlich im Durchschnitt 1 200 000 Bäume, von denen 200 000 gratis an Einzelpersonen und an Institutionen geliefert werden. 1935 wurde ein selbständiges Forstamt eingerichtet, das genaue Aufforstungspläne ausarbeitet. Der Peel-Bericht erwähnt dann eine Denkschrift von Josef W e i t z, dem F o r s t b e a m t e n des K K L., die uns Gelegenheit gibt, auf die weitausschauende Forstpolitik dieser Institution des jüdischen Volkes einzugehen. Wir ziehen zur Erläuterung ein paar der Druckschriften des KKL. heran und vervollständigen die Ergebnisse des Unterrichts durch einen abschließenden Ueberblick über die volkswirtschaftliche Bedeutung des Waldes, so wie uns ihn Bonne in seinem Buch gegeben hat. — Den erarbeiteten Stoff weiter unterrichtlich auszunutzen, bleibe der Ueberlegung des Einzelnen vorbehalten. Desgleichen die Inanspruchnahme schultechnischer Mittel, wie sie örtlich in verschiedenartiger Vielfalt vorhanden sind. Es seien nur noch ein paar Werke angegeben, die zur Vorbereitung herangezogen werden können, wobei auf eine Anhäufung von Quellen verzichtet wird. 'Ueber den Wald im allgemeinen und über seine regulierende Kraft unterrichten neben den Lehrbüchern für Erdkunde gut W. Migula, Biologie der Pflanzen; Quelle & Meyer, Leipzig; Ueber den Wald.in Palästina: Alfred Bonne, Palästina, Land und Wirtschaft; Josef Singer Verlag A.G. Berlin; Hermann Guthe, Palästina- Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig; Elias Auerbach, Wüste und gelobtes Land; Schocken-Verlag Berlin; Schocken AImanach; u. a. m. — Abbildungen in den jüdischen Lexiken, in Hermann Guthe, in Georg Landauers Palästinabuch, sowie in zahlreichen Photos des KKL., Aenne Mosbachers u. a. ' " " Siegfried Braun. Äus der Hrbeit des Landesverbandes . . Am 7. Dezember 1937 fand in Berlin die Tagung des Großen Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden statt/Nachdem der Präsident des Rates einen kurzen Ueberblick über die Tagesordnung gegeben hatte, erteilte er als-erstem Referenten das Wort an Rabbiner Dr. G a 11 i n e r. Dieser gab bekannt, daß seit seiner Uebernahme des Dezernats die Zahl der Bezirksrabbinate von 3 auf 36 angewachsen sei, durch die zur Zeit insgesamt .55 000 jüdische Seelen in zum Teil.kleinen und...kleinsten Orten, rabbinisch betreut werden. Der Plan'sei noch nicht völlig durchgeführt; es werde noch Seite 5 eine Reihe von Bezirksrabbinaten hinzukommen, doch müsse dabei die bisherige Unterscheidung von haupt- und nebenamtlichen Bezirksrabbinern aufgegeben werden, denn der Landesverband könne es künftig nicht zulassen, daß eine. Gemeinde ihrem Gemeinderabbiner eine Tätigkeit innerhalb des umliegenden Bezirkes verwehre. Sehr fühlbar sei der Mangel an Rabbinern konservativer Richtung; die Gemeinden seien nicht in der Lage, freigewordene konservative Rabbinatsstellen zu besetzen. — Eine neue Bedeutung habe die Tätigkeit des Rabbiners in Verbindung mit der jüdischen Volksschule erhalten; für solche Rabbiner, in deren Gemein« den die Errichtung jüdischer Volksschulen bevorstehe, habe der Landesverband Fortbildungskurse abgehalten, die zu einer ständigen Einrichtung ausgebaut werden sollen. Rabbiner Dr. G a 11 i n e r äußerte sich sodann über Lehrerbildung und jüdische Schule. Die im September abgehaltene Prüfung von Absolventen der Lehrerbildungsanstalt des Landesverbandes habe ein günstiges Resultat gehabt; von den 24 zum Examen vor der staatlichen Prüfungskommission zugelassenen Hörern hätten 23 das Examen bestanden, obwohl die fachlichen Anforderungen auf allen Gebieten einschließlich Musik und Sport sehr erheblich seien, weil die Ausbildung nicht allein im Hinblick auf den Lehrerbedarf im Inland, sondern auch mit Rücksicht auf die Auswanderungsmöglichkeiten der jungen Lehrer erfolge. Die Prüflinge sind fast alle bereits im Amte. Die Frage, ob für die Aufnahme die bisher geltende Abiturientenklausel aufrecht erhalten»werden könne, wird noch erörtert. Die Bearbeitung der Schulsachen soll nach einem Beschlüsse des Rates bei der Reichsvertretung von dieser auf die Landesverbände übertragen werden; die Vorarbeiten für die Durchführung dieses Beschlusses seien im Gange. In Preußen seien von 26 000 schulpflichtigen jüdischen Kindern 18 00O in jüdischen Schulen. Die Gesamtzahl der jüdischen Schulen ist seit 1933 zurückgegangen, dies sei auf die Beseitigung zahlreicher Zwergschulen zurückzuführen. Schulkinderfonds Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zentral wohlfahr tsstelle, unterhält seit dem Jahre 1934 einen Schulkinderfonds, aus dessen Mitteln hilfsbedürftige Kinder, die isoliert in Kleingemeinden leben, in denen sie nicht die Möglichkeit des Besuches einer jüdischen Schule haben, in Gemeinden mit jüdischen Schulen untergebracht werden. Er unterstützt daneben auch solche Kinder, die in ihren Familien weiter verbleiben können, denen aber das Fahrgeld fehlt, um die nächstgelegene jüdische Schule zu besuchen. Der Schulkinderfonds unterstützt zur Zeit 304 Kinder mit Fahrgeldzuschüssen, 225 Kinder, die außerhalb ihrer Familie untergebracht sind. Ausfallen und Ihrem Briefträger mitgeben oder unfrankiert in den Briefkasten werfen POStbeStell SCheitl für Neuabonnenten Hndas Postamt (Zeitungsstelle) Hier* Ich — Wir — bestelle— hiermit zur regelmäßigen Zustellung die monatlich lmal erscheinende Jüdische Schulzeitung Verlagsort Mannheim 2 zum Preise von RM. —.75 pro Vierteljahr, zuzüglich 6 RpL Postzustellgebühren. Genaue Adresse des Absenders: Vor-u.Zuname:____________________.............................................................................................. Eigenhändige, deutliche Unterschrift erforderlich Ort:........................................................................................................................................... Straße: ____________...................................................Nr..................Stock______________ *) Dieser Bestellschein darf nur am Wohnort des Bestellers in den Postbriefkasten geworfen oder dem Brleiträger abgegeben werden. Nicht an den Verlag senden 1 Jüdische Schulzeitung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.