Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 11 (1.11.1937)
- Date
- 1937-11-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Jjü dische.rSc ^^^.ßW^^^r^^^^^^^^^^Wß^^^i' ~ , ~ ^""^J^1. g&TUTzei^frn'gi^ sehen das „u" unter das „m" schreiben?! Seht, so . . . Wir schreiben diese drei Punkte zuerst in die Luft! ' Hebt alle euren rechten Arm zuni linken Nachbarn, also . . . 1, 2, 3, jetzt . habt ihr den Arm wieder auf der rechten Seite. Jetzt können wir die „u" gleich unter die „m" im Heft setzen! Wer fertig ist, schreibt gleich eine ganze Reihe „rau". Für die.nächste Stunde übt jeder zwei Reihen „rau"! 2. Stunde. Wer kann an die Tafel schreiben, wie die pa-rah spricht? Wir wollen alle lesen! „mu". Dann können wir aber auch bald schreiben, wie die Ziege meckert. Wie meckert sie denn? „Mä". Das „m" können, wir schon schreiben. Wer schreibt es an die Tafel?! So, jetzt setzen wir wieder drei Punkte darunter, aber etwas anders als beim „u". So . . .! Wir schreiben eine Reihe „mä" ins Heft! Habt ihr auch schön einmal gehört, wie sich Kuh und Ziege unterhalten. Die Külr sagt: „mu". Und was, gibt die Ziege zur Antwort? „mä". Wir schreiben jetzt diese Unterhaltung ins Heft! — Jetzt kommt aber noch die Katze hinzu; die will sich noch mitunterhalten: Wie ruft denn die Katze? „mi^au". Ja, aber es war nur eine ganz kleine Mieze, und die ruft nur „mi". Wie schreibenvwir das? Zuerst wieder ein „m" und darunter ein „f* Punkt. Jetzt schreiben wir eine Zeil© „mi"! Nun wollen wir aber auch aufschreiben, wie sich die drei unterhalten. Du bist die pa-rah, du das es, und du die cha-tul. Jeder ruft sein Wort! Wir schreiben ins Heft: mu, mä. mi! Für morgen sollt ihr drei Reihen schreiben. In die erste, wie sich Kuh und Ziege unterhalten, in die zweite . . . usw. 3. Stunde. . Was können wir denn jetzt schon alles schreiben? Es wird geprüft, ob die Kinder das bisher Durchgenommene schreiben und lesen können. Was habe ich jetzt geschrieben? „mu". Lest nur, worauf ich deute! „m", „u". Umgekehrt' „u", „m". Wie heißt hier das Ganze? „mi". Wie heißt das? „m". Und dies? „i". Wenn ich nun das „m" wegwische, was bleibt da noch übrig? „i". Also, wenn »ich „i" schreiben will, brauche ich nur einen Punkt zu machen. Aber den Punkt kann man leicht übersehen, wenn er so allein dasteht. Und oben, das sieht uns auch zu leer aus. Da müssen wir doch noch etwas hinsetzen. Seht her, was ich da hinmale! (Es wird ein Allef über den Punkt gesetzt. Dann, gehen wir wieder zu dem „mi" über. Wie heißt das Ganze? „mi". Wie heißt das? „m". Und darunter? „i". Das Entsprechende wird beim Allef-i gemacht. Die Kinder merken, daß man das Allef gar nicht aussprechen kann. Der Buchstabe hat gar keinen Namen, dann; nennen wir ihn einfach Herrn Niemand. Wie heißt also das Ganze? „i". Wer kann das lesen? „mä". Und dies? „ä". Und? „u". — Jetzt kommt etwas ganz anderes. Wer kann lesen? Es wird i-mi (da-gesch wird nicht berücksichtigt) an die Tafel geschrieben, aber ohne das „jod". Wie heißt der erste Buchstabe? Herr Niemand. Also lesen wir ihn gar nicht. Was ist das? „i". Weiter! „mi". Seht, jetzt können wir schon i-mi schreiben. Aber wenn du sagst i-mi, wessen em ist das?. Das ist „meine'Mutter". Wir wollen alle „meine" betonen! Oder? „i-mi". Wie haben wir das „mi" gesprochen? Ganz lang. Dann müssen wir es aber auch lang schreiben. Das „jod" wird ergänzt. Da setzen wir einfach noch so ein kleines Häkchen daran. Das heißt: Es ist ein langes „i". Jetzt schreiben wir gleich eine Reihe i-mi. — Wir können zaubern und aus i-mi ein ganz anderes Wort machen. Ich wische etwas davon weg, was bleibt noch? „mi". Das kennt ihr doch. Wie' sage ich immer zu euch? Mi ja-wo, mi jichtow, mi jik-ra. Wir wollen auch eine Reihe „mi" schreiben. Für morgen soll jeder einevReihe „mi" und eine Reihe „i-mi" schreiben! 4. Stunde. * - Alles, was bisher durchgenommen würde, wird genau wiederholt. Wie kann man für i-mi noch sagen? „Meine Mutter". Und wenn ich nur „Mutter" sagen will? „em". Bald können wir 'auch „em" schreiben. Was können wir denn dabei nicht? Das „e". Das „e" sieht, so . . . aus. Jetzt haben wir das „e", nun kommt das „m". Einigen Kindern wird es auffallen, , " ,v * - * * , , «- >^?? daß das Allef-fehlt. Wir müssen also-noch den'Herrn'Niemänäkdarüber setzen. Jetzt haben wir e. Das „m," wird, wenn es aknj' Schluß steht, aber anders geschrieben. Das ist ganz einsäen!*- (Ein Quadrat wird im entgegengesetzten Sinn des Uhrzeigersf? von der unteren Seite an gezeichnet) . . . und am: Schluß wirte die Mausefalle zugemacht, und das Schluß-„m" ist fertig."-" Schreibt einmal eine Reihe davon! Wo darf also dieses;,m"4 nur stehen? Jetzt können^wir auch em schreiben. Das SchluJB^m# wird dazu' geschrieben. Eine Reihe! Für morgen zwei Zeilen;-* em und i-mi. - . * ' 5. Stunde. ' i'\ Die erste Hälfte der Stunde wird dazu verwendet, alles;« bisher Durchgenommene im Lesekasten üben. zu lassen. Ein^l Schüler darf irgendeine Uebung vorschlagen, ein anderer schreibt sie an der Tafel vor, und die ganze Klasse legt sie im v Lesekasten. Dann Einführung des, „schin". Ihr habt doch alle < ' schon einmal di& Eisenbahn fahren hören. Wie macht denn-, die Eisenbahn? „Sch, sch, sch". Das „sch" ist gar nicht schwer,-, ., seht, es wird so ... gemacht, und den Punkt dürft ihr nichtk vergessen. Es wird eine Zeile geübt. Wer kennt ein Wort,: das-? mit „sch" anfängt. Schemi, schein, schä-mäsch, schim-schäh. i Wir schreiben zuerst schä-mäsch. Das Wort wird synthetisch^ zusammengesetzt. Für morgen eine Reihe „sch", wie die JEfet senbahn macht und zwei Reihen schä-mäsch. ■•■■■.-.^fe. ß. S t u n d e. , * E-fo hasch-schä-mäsch? — Scham hasch-schä-mäsch^v;;7 E-fo hal-lu-ach? — Scham hal-lu-ach. usw. Wer kann „scham%* an die Tafel schreiben? Welche Buchstaben brauchst du? . ' „sch", „a", und „m". Das „a" wird so-... . (langes ,,a"> ge-;:-? schrieben. Wo steht das - „m"? Am Schluß, also . . . Jetzt > schreibt eine Reihe „schäm"! Ihr; habt gestern noch . andere.:;-! Wörter genannt, die mit „sch" beginnen. „Schim-schah",; kön-' nen wir das schon schreiben? „sch", „i",.„m", „sch", „a". Wie??, habt ihr denn'das „a" gesprochen in schim-schah? Lang. Was . : machen wir denn, wenn wir beim deutschen Schreiben so einvu: langes „a" haben, wie Hahn, Bahn? Wir schreiben ein „h";.;i; dasselbe könen wir auch im Hebräischen machen. Also schreib >; •ben wir noch ein „h" an den Schluß. Also: schim-schah. Eine> r Zeile wird geschrieben. , i; Mah schäm? — Scham hasch-schim-schah'. Aber das kön-'V nen wir doch auch schon schreiben. Was habe ichgefragt? Mah schäm? Wie fange ich an: maah. Wie ist das „a". Lang. .; Also . . . und genau wie bei schim-schah auch ein „he". „Mah ". schäm" wird geschrieben. Jetzt wollen wir auch die Antwort geben. Scham hasch-schim-schah.„Ha" können wir auch schon schreiben, aber hört, wie ich das „a" in „ha" und wie ich es in „man" spreche? Also müssen wir in „ha" das „a" kurz schreiben.'Seht, das „a" ist kürzer, der Schwanz fehlt';':; es ist um einen Schwanz kürzer gemacht worden. Das Wort wird dann wie vorher zu Ende geschrieben. Für morgen^ sollt:' ihr drei Zeilen „mah schäm, schäm hasch-schim-schah" schrei^ . ben. ■' ._; ■ . ■ ■ . ■ vV.£>y. Erläuternde Nachbemerkungen zum didakv tischen Teil. ■ 1. Vom schreibtechnischen Standpunkt aus gesehen wäre / es einfacher gewesen, nicht mit dem verhältnismäßig schweren; „mem" zu beginnen, sondern die Konsonanten ihrer Einfachheit nach durchzunehmen, etwa in folgender Reihe: Jod, waw,; nun, dallet, he usw. Wenn ich trotzdem davon abgesehen habe/ . die Konsonanten in dieser Reihenfolge zu bringen, so war da- . . für die Tatsache maßgebend, daß diese Konsonanten mit kei-f'> nem einzigen Vokal einen sinnvollen Laut oder ein Wort ergeben. Es ist aber der erste Grundsatz beim Schreibunterricht, sä immer das Sinnvolle und nicht das Schematische zum Äus- .. gangspunkt zu nehmen, denn das Schreiben muß vom SpreV chen herkommen. Es wäre irrig; die Kinder etwa Laute wie % ja, jä und wa, wä usw zu lehren. Hingegen bedeuten die Laute " mu, mä usw. etwas ganz,Bestimmtes. Die Schwierigkeit des'A:e „mem" gegenüber anderen Konsonanten fällt insofern nicht sehr stark ins .Gewicht, als die Kinder eine; fast /einjährige. Schreibpraxis hinter sich haben. 1