Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 10 (1.10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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lNummer^iO.y 1. Sie muß auch dem des Hebräischen Unkundigen ermöglichen, den Text nach Laut und~Betonung richtig zu lesen. 2. Sie muß auch wissenschaftlichen Zwecken dienen können und richtige Rückschreibung ermöglichen. Zuerst wollen wir nun uns ein paar Dingen zuwenden, die zumeist arg vernachlässigt werden und welche weit größere Beachtung verdienen, als ihnen gemeinhin zuteil wird'. Dazu gehören: - 1. Die Vokale. Die Umschrift muß erkennen lassen, ob es sich um einen kurzen oder langen Vokal handelt. Sonst ist keine Gewähr für die Richtigkeit des Klangbildes gegeben. Es ist nur nötig, die langen Vokale mit einem Zeichen zu versehen und zwar mit dem bekannten Längestrich. Das Nichtvorhandensein eines solchen charakterisiert dann eben die andern Vokale als kurz: min (Art), min (von); ben, ben (Sohn), 2. Die Betonung. Den mühseligen Kampf um die Erzwingung der richtigen Silbenbetonung, gegen die von uns Juden so arg gesündigt wird, müssen wir auch in der deutschen Umschrift fortsetzen. Dies ist um so mehr nötig, als die zeichenlose Umschrift die falsche Betonung begünstigt. Denn im Hebräischen ruht der Hauptton zumeist auf der letzten Silbe, während es im Deutschen bei mehrsilbigen Wörtern, es sei denn, daß sie von Fremdworten hergeleitet sind, nicht der Fall ist. Als Betonungszeichen wählen wir über dem kurzen Vokal einen schrägen Strich (ä), über dem langen Vokal ein Dach (ä). Die Umschrift erfolgt in s f a r d i s c-h e r Aussprache! Gamal (Kamel), gamäl (er hat vergolten); jeled (Kind); mäjim, mäjim [Päusalform] (Wasser). .. Nun kann der „Längestrich" oftmals gespart werden durch folgende Erw ägung: Der betonten Silbe im Worte kann nur eine unbetonte vorangehen. Ist diese offen, so m u ß der Vokal lang sein. Eine andere Aussprache ist nach der deutschen Art zu schreiben und zu lesen gar nicht angängig: gamäl, gamäl. 3. Die Verdoppelung. Die Verdoppelung durch Dagesch ist. eine für die Struktur der hebräischen Sprache so markante Erscheinung, daß sie in der Umschrift zum Ausdruck kommen muß. Das kann bis auf geringe Ausnahmen zwanglos geschehen: lammed (lehren), dibbür (Ausspruch). Nur in wenigen Fällen wird solche Schreibung etwas unbequem und schwerfällig. Das betrifft das Ssamech, das Ssin und das Schin. (Vergleiche Nummer 9.) Ferner erleidet in der Umschrift durch die Verdoppelung des ersten Stammkonsonanten nach dem Artikel ha die Klarheit des Wortes eine Einbuße, Ausnahmsweise mag nach dem Artikel die Verdoppelung unterbleiben und bei ss, ß und sch durch darunter gesetzten Strich angezeigt werden: hagibbör (der Held), baschel kochen), basses (befestigen), baßer (verkünden). 4. die Buchstaben AlefundAjin. Wenn sie überhaupt in der Umschrift angedeutet werden, so werden die Zeichen für sie ziemlich einheitlich gewählt und zwar für Alef der griechische Spiritus Ienis W und für y der Spiritus asper () Wir wollen diese Zeichen übernehmen, aber in beschränktem Umfang. Zunächst wollen wir nur in Betracht ziehen, ob Alef und Ajin Vokalträger sind undl also am Anfang einer Silbe stehen. In diesem Fall soll nur das Ajin angedeutet werden, durch den Spiritus asper oben vor dem Vokal ( fO. Zwei in der Umschrift aufeinanderfolgende Vokale ergeben keine Diphtonge, sondern müssen gesondert gesprochen werden. Ein nicht durch Spiritus bezeichneter Vokal am Wort- und Silbenanfang schließt immer ein Alef mit ein. Wenn es sich nicht um eine wissenschaftliche Angelegenheit handelt, kann zur Vereinfachung auch der Spiritus asper unterbleiben, da der Wortklang dadurch nicht leidet: al (nicht), cal (auf), laem (der Mutter), minima »al (von oben}, hacoläm (die Welt), noraim (erhabene), jedoch: mar^ehu (seine Erscheinung),''damit-nicht fälschlich ma rehu gelesen werde. Anmerkung: u und i am hebräischen und deutschen Wortende sind immer lang und bedürfen darum im allgemeinen nicht des Längezeichens. 5. Die Halbvokale - » t .• werden durch Kleinheit gekennzeichnet: ' adön, adön (Herr), -elphim (Goti), c.ni (Elend), nee mär'(eK heißt). _ ' s- \ : 6. Das Schwa. Unseres Erachtens hat es zur Zeit alsi? Hebräisch eine lebendige Volkssprache war, kernen Vokal gegeben, der durch das Schwa hätte dargestellt werden müssen.7 Erst als die Punktation erfunden wurde und sorgfältigste Gewissenhaftigkeit nicht nur überall Vokalzeichen hinsetzte; wo'-: hin sie gehören, sondern auch alle vokallosen Buchstaben als' solche bezeugen wollte, wurde das Schwa, das Zeichen der. Vokallosigkeit, eingeführt. Jetzt brauchen wir.es nur beizubehalten vor vokalisiertem Alef" und Ajin, für das Gehör: vör^ einem Vokal. Ein volles e dafür einzusetzen, wenn schon mitdem Vorbehalt, daß dieses ganz kurz und dumpf gesprochen werden soll, halten wir nicht für gut, da der kenntnislose Le-> ser.es nicht weiß und nicht beachtet und ganz deutlich e spricht. Auch ein kleines e, ob an den Fuß oder den Kopf des folgenden Buchstabens-gesetzt, scheint uns noch zuviel, dan gegen zur Darstellung der Halbvokale geeignet. Wir akzeptieren für die Umschrift, soweit es nötig ist, das dafür auch; angewandte Häkchen, das Apostroph: Brachä (Segen), Kiar (Dorf), dibbrü (sie haben geredet), b'er (Brunnen), n'-arim (Knaben). 7. H ä u f i g e E n d l a u t e. - a). In der Endung Kamez He ist das He kein Wurzelkonsonant; es soll nur anzeigen, daß im unpunktierten Wort der vorangehende Konsonant nicht der letzte Laut ist, sondern daß ihm noch ein Vokal folgt. Es ist also reines Lesezeichen und kann in der Umschrift, die alle Vokale mitteilt, fortfallen: gadol, gdolä (groß); ram, ramä (hoch), räma (sie ist hoch gewesen). ' - b) In der Lautfolge Karhez Alef ist Alef voller, wenn auch nicht stimmhafter Konsonant und darum für wissenschaftliche Zwecke zu berücksichtigen. Von barä (rein, lauter) ist barä> (er hat geschaffen) zu unterscheiden: entsprechend barä'nu (wir haben geschaffen), jeze^ (er wird hinausgehen). c) . Patach Ajin ist entsprechend durch a* zu geben, sowohl am Wortende wie inmitten eines Wortes: jadä* (er hat erkannt), jadäcnu (wir haben erkannt), jodeac (wissend). d) Mappik-He. In diesem Falle ist das He am Wortauslaut voller Konsonant und soll hörbar gemacht werden. Darum soll es in der Umschrift als h erscheinen: nogah (Glanz), elöah (Gott), jadäh (ihre Hand). e) Auch in den Endungen Ssegol He, Zere He ist das He nur Lesezeichen. In der Endung Zere Jod wird das Jod zwar, auch nicht gelesen, hat aber eine besondere Aufgabe, nämlich den Plural anzuzeigen. Darum muß es, wo es darauf ankommt, erkennbar gemacht werden, vielleicht dadurch, daß es mitgeschrieben wird. Allerdings: der Vorbehalt, daß es nicht mhV gelesen werden soll, schützt nicht vor Falschlesung: ole, ole hinaufziehend, Einwanderer), olej (Plural). Nun endlich kommen wir zur Besprech ung de r Konsonanten. . ' 8. Eine gewisse Schwierigkeit erwächst uns bei der Gruppe „Bgadkfat" ohne Härtungsdagesch. Das Vorhandensein eines solchen. Punktes soll anzeigen, daß dem Laut nicht mehr der Hauch anhaftet, der ihm eigen ist. Wenn z. B. das j}' keinen Punkt hat, so kann man den entsprechenden Laut w lang "anhaltend ertönen lassen wie einen Vokal, während das b nur einmalig, kurz, stoßartig hervorgebracht wird. Demgemäß müßte eigentlich, wie es bei christlichen Grammatikern: auch zumeist geschieht, der noch haftende Hauch überall durch hinzugefügtes h angezeigt und somit geschrieben werden: bh, gh, dh, kh, ph, th: Nun können gh und dh ganz ausscheiden zugunsten von g und d, da wir jetzt bei Vorhandensein oder Nichtvorhandensein des Härtungsdageschs keinen Klarigunter- -schied wahrnehmen. Ebenso kann für Taw mit und ohne Punkt gleichmäßig t gesetzt, werden, da für diese Buchstaben —.; bei sfardischer Aussprache\-rdas Gleiche gilt. Für ph kann das einfachere f eintreten.