Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 8 (1.8.1937)
- Date
- 1937-08-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 8 Jüdische Schulzeitung Seite? Nach der rassischen Zügehörigkeit waren 5969 Knaben und 5946 Mädchen rein jüdisch! ■Von insgesamt 303 privaten Volksschulen sind 35 jüdische Volksschulen; 1935 betrug die Zahl der privaten^ jüdischen" Volksschulen in Preußen nur 28. Von insgesamt 10 875 Knaben und 9764 Mädchen, die die privaten Volksschulen in Preußen besuchten, waren nach der Religionszugehörigkeit 4318 jüdische Knaben Und 3943 jüdische Mädchen. Im Jahre 1935 gab es" insgesamt- 7276 jüdische Schulkinder. Die Zahl der jüdischen Schüler und Schülerinnen hat sich also um rund 1000 erhöht. Die Zusammensetzung nach der rassischen Zugehörigkeit weicht .von den vorstehenden Zahlen kaum ab. Von den öffen11 iche mi111 eren Schu 1 e besuchenden 164 003 Schulkindern waren 1758 nach der Religions- und Rassezugehlörigkeit jüdisch. Im Jahre 1935 gab es 2172 jüdische Schulkinder an diesen Schulen. Von den diep r i v la t e n mittleren Schule n besuchenden 33 780 Schulkindern waren nach der Religionszugehörigkeit, 1403 jüdisch, nach der Rassezugehörigkeit 1406 rein jüdisch, während im Jahre 1935 nur 1030 jüdische Schulkinder private mittlere Schulen besucht haben. Die öffentlichen höheren Lehranstalten in Preußen wurden von insgesamt 241 803. Knaben und 112451 Mädchen besucht; davon waren 2391 jüdische Kinder und 1718 jüdische Schülerinnen, zusammen also 4109 jüdische Schuld kinder gegenüber 6849 jüdischen Schulkindern im Jahre 1935. Das bedeutet einen Rückgang um rund 40%. Demgegenüber haben sich die Zahlen der jüdischen Schulkinder auf den.priviaten höheren Lehranstalten in Preußen nicht wesentlich verändert. Von den diese Schulen besuchenden 4970 Knaben waren 458 jüdisch (1935: 366), von 35 912 Mädchen .waren 735 jüdisch (1935: 822). Das sind zusammen 1193 jüdische Schulkinder gegen 1188 im Jahre 1935. Nach den vorstehenden Zahlen besuchten , also am 15. Mai 1936 28 820 jüdische Kinder in Preußen die Schulen gegen 33 052 im Jahre 1935; der Rückgang beträgt also 4232 Schulkinder (= 12,8%). Die vorstehenden Zahlen ermöglichen eine Schätzung der gegenwärtigen Zahl der jüdischen Schulkinder in Deutschland. Es kann für Mai 1937 angenommen werden, daß in Deutschland nur noch etwa 34 000 jüdische Schulkinder vorhanden sind, und zwar etwa 24 000 auf Volksschulen und 10 000 auf mittleren und höheren Schulen. Innerhalb von zwei Jahren hätte sich danach der Umfang der jüdischen Schülerschaft in Deutschland um fast 10 000 Schulkinder verringert. Zur Frage der Umschrift Es sind uns in den letzten Wochen eine Reihe Zuschriften zugegangen, die sich mit der Frage der Umschrift des Hebräischen und Jiddischen befassen, mit der Frage also, die Gegenstand zweier Beiträge in diesem Blatt gewesen ist. (Siehe in Nr. 6. das Referat über die Ehrmannschen Lesehefte und in Nr. 7 die Erwiderung Dr. E. L. Ehrmanns!) Wir beschränken uns darauf, aus einigen der Zuschriften das Wesentliche hierherzusetzen. Die Leser werden erkennen, wie schwierig die Frage ist, die hier aufgeworfen wurde, und wie weit wir noch davon entfernt sind, zu einer einheitlichen Auffassung zu kommen. Ein Hochschullehrer schreibt: In der Frage der Umschrift fremder Namen ist volle Folgerichtigkeit gar nicht möglich, wenn man sich nicht, wie es in den gelehrten Umschriften geschieht, vom Leben, das nun einmal nicht folgerichtig ist, völlig unabhängig, machen will- Es kann und muß also genügen, wenn ein Schriftsteller gewissenhaft über die Grundsätze, denen er folgen will, nachgedacht hat; und das scheinen ja die Herausgeber der Quellenhefte getan zu haben. — Bubers Scheidung zwischen Personen- und Ortsnamen ist nicht berechtigt; denn wenn auch die. Menschen gestorben sind, 30 leben die Nähien wie Sara hoch heute weiter. Es kommt in beiden Gruppen von Fällen darauf an, ob der Name häufig im Leben (also außerhalb der Wissenschaft) gebraucht und wie" er dort gesprochen wird. Kollege G. in Z. meint: Ihnen (dem Schriftleiter ds. Bl.) erscheint stilwidrig, Uebertragungen aus dem ostjüdischen Schrifttum mit Sfardit zu durchmischen. Gewiß spricht kein Jude in Polen: „Ich esse nur einmial in der Woche Fleisch, am Schabbat"; er sagt aber auch nicht „am Schabbos", er sagt wirklich „am Schabbes". Wollen Sie das so in der Umschrift bringen? Und wenn wir schon die Wahl zwischen den beiden (nicht zutreffenden) Bezeichnungen Schabbos und Schabbat haben, dann erscheint mir Schabbat weniger stilwidrig... Vor fünf Jahren hätte die Umschreibung Sctoabbat Befremden erregt; heute ist sie jedem geläufig.- Wir wollen die Aussprache über diesen Gegenstand beschließen. Sie hatte nicht den Sinn, eine Patentlösung anzubieten, sondern klärend auf einem Gebiet zu wirken, auf dem ein heilloser Wirrwarr herrscht, wie er nicht zu herrschen brauchte. Namentlich die Schule sollte nach Möglichkeit mit Lernmitteln versorgt werden, die die Jugend vor Verwirrung bewahrt. Wir bekennen es gern, daß der Schocken Verlag nach dieser Richtung vorbildliche Arbeit leistet. Die Presse-Äbteilung'der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Dem Kinder- und Jugenddorf Ben Schemen in Palästina stehen für das am 1. Oktober beginnende Schuljahr noch eine beschränkte Anzahl von Zertifikaten zur Verwendung in Deutschland zur Verfügung. Ein Teil dieser Zertifikate soll verwendet werden für Kinder zwischen 12 und 14 Jahren, die in die Kindergemeinschaft (Grundschule) eintreten. Der Aufenthalt in dieser Schule bildet für die Kinder eine gute Vorbereitung, nicht nur für den späteren Uebergang in die landwirtschaftliche Fachschule von Ben Schemen, sondern für das palästinensische Leben im allgemeinen. Der zwei- bis dreijährige Besuch einer regulären palästinensischen Schule läßt die Kinder nicht nur die sprachlichen Schwierigkeiten leicht überwinden, sondern ermöglicht ihnen eine viel intensivere und nachhaltigere Ausnutzung der Fachausbildung gegenüber denjenigen, die ohne diese Vorbereitungszeit eine palästinensische Berufsausbildung erfahren. Für die landwirtschaftliche Fachschule von Ben Schemen stehen ebenfalls noch einige Zertifikate für Jugendliche im Alter von 15—17 Jahren, die eine mindestens achtjährige Schulausbildung nachweisen können, zur Verfügung. Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an die Jüdische Jugendhilfe E. V., Berlin-Charlottenburg 2 Kantstraße 158, Telefon: 91 5556—57. 500 Zertifikate für jugendalijah in den nächsten Monaten. Die Jugendalijah ist erfreulicherweise in der Lage, ein Programm für die Arbeit der nächsten Monate aufstellen zu können. Nach einer Zeit der Ungewißheit über die Haltung der Palästina-Regierung gegenüber den Wünschen um die Zuteilung von Zertifikaten liegt eine eindeutige, positive Stellungnahme vor. Es werden Zertifikate für jede Siedlung gesondert ausgegeben. 100 Zertifikate für das Emek-Hayarden sind bereits genehmigt, ebenso 30 Zertifikate für Mischmar Haemek und 50 für Kfar Jehoshua. Die Anträge für die Siedlungen Givat Brenner, Kwuzath Schiller, Kfar Jecheskiel und Tel-Chaj stehen vor einer günstigen Erledigung. Auch religiöse Jugendliche werden Anteil an der Alijah der nächsten Monate haben körinen, da die Bauarbeiten am religiösen Jugenddorf bei Kfar Chassidim rasch vorwärts schreiten. In den landwirtschaftlichen Schulen Ben Schemen und Mikwah Israel konnten eine Anzahl von Plätzen für die Jugend-Einwanderer aus Deutschland bereitgestellt werden. Die Vorbereitungsarbeiten für diese Gruppen sowie für die gesamte andere Alijah wird wie bisher geleitet von der: Jüdischen Jugendhilfe E. V., Berlin-Chärlottenburg 2 Kantstraße 158, Telefon: 91 5556—57.