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Jüdische Schulzeitung · 1937-08-01 · 8 (1.8.1937) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
13 (1937)
Issue
8 (1.8.1937)
Date
1937-08-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Aus dem Lehrerverband Am 23. Juni hielt der Verein jüdischer Lehrer in Schlesien "seine Versammlung in Breslau ab. Zu dem Thema „Jüdisches Schulwesen in Polen" sprach Dozent Dr: Urbach; über die jüdischen Höheren Schulen in Erez Jisrael berichtete Rektor Feilchenfeld, über die Volksschulen Palästinas Dr. Daniel. Persönliches 'Kollege Bachenheimer-Uelzen konnte jüngst seinen 75. Geburtstag begehen. Er ist eines der treuesten Mitglieder des Hannoverschen Lehrervereins. Am 1. Mai waren 55 Jahre verflossen, seit Koll. Bachenheimer im Amt steht. Möge ihm noch manch friedvolles Jahr beschieden sein! Verein jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover L. Löwenstein. ■ , . - m — Die jüdische Gemeinde Elberfeld hat durch den Heimgang ihres Lehrers, Kantors und Sekretärs Gustav Sußmann einen herben Verlust erlitten. Mit den Hinterbliebenen trauert nicht nur seine Gemeinde, der der Verstorbene unschätzbare Dienste geleistet hat, sondern gleicherweise der Verein jüdischer Lehrer der Rheinprovinz und Westfalens, in dessen Auftrag Kollege J o n a s - Barmen Abschiedsworte am Grabe sprach. _ Literarisches Dem Andenken Isaak Abrabanels widmet.die MGWJ. das soeben erschienene Juniheft zu erheblichem Teil. Bekanntlich war Abrabanel Staatsmann und Bibelerklärer; E. Urbach weiß zu zeigen, daß diese beiden sehr verschiedenen Betätigungen zusammengewirkt haben. In seiner Stellung zu den Fragen der Staatsverfassung, insbesondere zum Königtum, steht Abrabanel offenkundig unter dem Einfluß der Erfahrungen, die er mit der Monarchie gemacht hatte, und versteht von hier aus die durch die Renaissance wiederbelebte Kritik des klassischen Altertums an der Monarchie. J. Bergmann zeigt Abrabanel im apologetischen Kampf. Auch sonst enthält das reichhaltige Heft vieles Anregende, insbesondere Bernhard Hellers Bericht über jüdische Märchen- und Sagenforschung. Aus dem beigefügten Protokoll und dem Geschäftsbericht der Gesellschaft ergibt sich, daß die Gesellschaft außer ihrer Zeitschrift auch andere wichtige wissenschaftliche Aufgaben — wir erwähnen nur die Germania Judaica — weiter führte. Es wäre daher zu wünschen, daß sich genügend JFreunde der Wissenschaft vom Judentum finden, die durch ihren Beitritt zur Gesellschaft entstandene Lücken ausgleichen, und so der Gesellschaft die weitere Fortsetzung ihres Werkes ermöglichen. S e e w W o 1 f N e i e r: Dan und Gad. 2. Teil. Hebräisches Lese- und Lehrbuch für das zweite und dritte Schuljahr. Sieg^ fried Scholem. Verlag, Berlin-Schöneberg 1937. Das prächtig ausgestattete Buch lehnt sich eng an die schon früher besprochene Fibel des Verfassers an. Der dort gebotene Wortschatz wird hier in neue Zusammenhänge hineingestellt und bedeutend erweitert. Aus der „Eingeschichte" der Fibel entwickelt sich eine Sammlung von lebensvollen, der Erfahrungswelt des. jüdischen Grundschulkindes entnommenen Stoff einheiten. Es bietet sich bei ihnen in mannigfacher Hinsicht Gelegenheit zu Fragen und Antworten und zur freien Sachgestaltung. Die reich verstreuten, in Schwarz-Weiß gehaltenen Illustrationen lassen sich zum Ausmalen und auch wieder zur Formung von Sprech- und Schreibübungen verwenden. Die zahlreich eingeflochtehen Reime regen zum Melodisieren nach bekannten und erst zu erfindenden Motiven Vergessen "Sie nitht Ihre Bestellung auf die vom Jud. Lehrerverband in Preußen, Ortsgruppe Berlin, herausgegebenen Xesebogen» Derlog der JiidL tfrikulzeitimg JEu<lmi&sftafena.(0ifi.,&*fiiMfstT,l&. an. Erfreulich ist die stellenweise' Verwendung: der Kursive schrift. Der zweite und dritte Teil des Buches entnimmt seine Stoffe dem jüdischen Kalender und der biblischen Geschichte. : . Aus der Erwägung heraus, daß der Originaltext der Bibei für das Grundschulkind zu schwer ist, hat. der Verfasser Ausschnitte aus der biblischen Geschichte (vom Schöpfungsbericht bis zu Abrahams Tod) unter Verwendung der - biblischen Phraseologie und Stilistik zusammengestellt, die das Lesen des Originaltextes vorbereiten. Das Kind lernt auf diese Weise unauffällig, sich der Sprache der Bibel im mündlichen und schriftlichen Ausdruck zu bedienen und kommt darüber hinaus: zur freien Wiedergabe des Stoffes. Die jeweils angefügten Fragen führen zu einer weiteren Vertiefung. Möge das reichhaltige, geschickt zusammengestellte Buch den gleichen Anklang wie die Fibel finden und in vielen Schulen eingeführt werden! Es wird sich in der Regel auch fürdas Kind des vierten und fünften Schuljahres als fruchtbare Grund-r läge des neuhebräischen .Unterrichts erweisen. Kurt Schnook, Düsseldorf. - Das Juliheft des „Morgen" leitet ein farbenfroher Bericht über die Pariser Weltausstellung eim Gerade an einem der Wendepunkte jüdischer Geschichte regen zwei Arbeiten dazu an, die Wertmaßstäbe unserer eigenen, vergangenen Geschichte gegenüber im Hinblick auf die Zukunft neu zu überprüfen: „Dialogische Geschichte" von Max Nußbaum und „Säkularisierung des Judentums" von Ernst R oen au; demzweiten, ketzerischen Aufsatz fügt die Schriftleitung ein polemisches Nachwort an. _ Das Feuilleton bedenkt sommerlich das Bad im alten Judentum (von Walter L a a s e r); Nelly S a c h s setzt musikalische Eindrücke in klingende Verse um, und wehmütig frohe - Erinnerungen beschwören ein Jugenderlebnis. „Die kleine Stadt taucht wieder auf ..." Unter den Glossen ist ein Geburtstagsgruß an J. L. Magnes in Jerusalem, die scharfe Kritik an der Kurfürstendamm-Type „Frau Merkthix" und die Besprechung der Kulturgeschichte des Altertums von Egon F r i e d e 11 hervorzuheben. Merkblatt über die Haavaramark Unserer, heutigen Nummer liegt ein Merkblatt der P a lä - stina-Treuhandstelle Berlin, bei, das wir unseren Lesern zur ganz besonderen Beachtung empfehlen. Es betrifft wichtige Neuerungen auf dem Gebiet der Unterstützungen und Geldgeschenke aus dem Ausland und bedeutet für Unterstützungszahlungen an Juden in Deutschland eine wesentliche Erleichterung. Wir sind überzeugt, daß diese Bestimmungen vielen unserer unterstützungsbedürftigen Gemeindemitglieder zugute kommen;können, da sie für dieselbe Leistung eines auswärtigen Verwandten jetzt eine größere Unterstützung erhalten können. Verantwortlich für den redakt. Teil: Dr. Siegfried Braun, Hauptschriftleiter, Köln-Sülz, Unkelerstraße~l7. Für die Anzeigen verantwortlich: Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. — D.-A. 2.VJ. 706 Exemplare. — Druck und.Verlag: Gebr. Neubauer. Ludwigshafen a. Rh. : Gültige Anzeigenpreisiiste Nr. 3 vom 1. Januar 1936.

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