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Jüdische Schulzeitung · 1937-08-01 · 8 (1.8.1937) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
13 (1937)
Issue
8 (1.8.1937)
Date
1937-08-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nummer 8 Jü dische Schulzeitung Seite. 3. Unterrichtsmaterialien zum britischen Teilungsplan In diesen Wochen steht Erez Jisrael in außergewöhnlichem Maße im Blickpunkt der jüdischen Schuljugend. Gibt doch die Vorstellung; demnächst ein. selbständiges jüdisches Staatswesen zu besitzen, der Phantasie mancherlei Antrieb zum Umherschweifen, und regt sie die jungen Menschen in reichem Maße an, sich auszumalen, wie es bald einmal in Palästina und im jüdischen Volk sein werde. Da ist es notwendig,* durch eine Reihe belehrender Betrachtungen gewisse Vorstellungen zu korrigieren, zu klären und zu ergänzen, auf daß das rechte Augenmaß nicht verloren gehe und das Bild, das die jungen Menschen vor ihre Seele hinstellen, nicht allzuweit von der Wirklichkeit sich entferne. , Es empfiehlt sich, über dreierlei Dinge Klarheit zu gewinnen: über die Geschichte Palästinas, über die Geschichte der englischen Palästinapolitik und über die .geographischen Sachverhalte, die im Teilungsplan eine Rolle spielen. Es ist nicht die Absicht dieser Zeilen, über die drei hier genannten Themen eingehend zu unterrichten. Es soll vielmehr nur an Hand von stichwortartigen Angaben ein Schema geboten werden, das der Lehrer in seiner Schularbeit mit Leben zu erfüllen hätte. Die Geschichte Palästinas pflegt im allgemeinen nur bis zum Ende des Bar Kochba-AufStandes (132—135) betrachtet zu werden; der'Zeitraum der folgenden 1800 Jahre bleibt bezüglich der Historischen Vorgänge in Palästina eine Terra incognita. Das Land wurde unter der Herrschaft der christlich-römischen Kaiser von Konstantin (312—337) bis zu Heraclius (575—641) durchaus christlich, und die dezimierte Judenschaft durchlebte keine guten Zeiten. Im Jahre 637 beginnt die Herrschaft der islamischen Araber in Palästina. Es blüht unter dem tatkräftigen Wirken der Kalifen auf; auch die Juden bleiben von Unterdrückung frei und dürfen ihre Kräfte entfalten. Nach dem Tode Harun er Raschids (809) zerfällt das" arabische Weltreich. Palästina wechselt seinen Herrn mehrere Male (Türken, Aegypter, Seldschuken, Syrer) bis zum Beginn der Kreuzzüge. 1099 zieht Gottfried von Bouillon in Jerusalem ein. Es geschehen gräßliche Metzeleien unter Juden und Arabern. Gottfrieds Bruder Balduin begründet das Königreich Jerusalem (1100). Im Jahre 1187 macht der ägyptische Sultan Saladin durch seinen Sieg bei Tiberias der christlichen Herrschaft ein Ende. Ueber drei Jahrhunderte hindurch bleibt Palästina nun mit Aegypten verbunden. 1517 wird der türkische Sultan Selim I. Herr des Landes. Unter seinem Nachfolger Suleiman II. ereignet sich die Episode, die an den Namen J.Nassi geknüpft ist und die eine Art Kolonisierungsversuch Palästinas mit dem Zentrum Tiberias darstellt. Fest steht, daß damals die Zahl der eingewanderten Juden recht beträchtlich gewesen ist. Sie vermochten jedoch dem fortdauernd zunehmenden Zerfall des Landes nicht zu steuern. Er dauert an bis tief ins 19. Jahrhundert hinein. 1799 gewinnt Palästina plötzlich wieder die Aufmerksamkeit der Welt: Napoleon Bonaparte dringt von Aegypten her ins Land ein und versucht sein Kriegsglück auch in der Wüstenei am östlichen Mittelmeer. Trotz einer Reihe von Siegen bleibt sein Feldzug ein Mißerfolg; er gibt ihn auf; die Türken bleiben im Lande sitzen. Ihre Herrschaft gerät ernsthaft ins Wanken, als der ägyptische Vizekönig Muhammed Ali mit Hilfe seines Stiefsohnes Ibrahim Pascha Palästina mit Krieg überzieht und sein Heer zuletzt Konstsantinopel bedroht. Die Großmächte fürchten das Anwachsen seiner Macht und zwingen Ibrahim Pascha im Jahre 1841, Palästina den Türken zurückzugeben. Für uns Juden gewinnt die Geschichte erst wieder Interesse mit dem Beginn des philanthropischen Wirkens von Baron Edmond de Rothschild in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts und somit mit dem Einsetzen der neuzeitlichen Alijoth. Nebenher laufen Vorgänge mit weltpolitischen Tendenzen, wie der Bau des Suezkanals, der Bagdadbahn und der Hedschasbahn, sowie die Legung der Oelleitung von Mosul nach Haifa. Im Weltkrieg erobert der englische General Allenby Palästina aus der Hand der Türken; im Dezember 1917 zieht er in Jerusalem als Sieger ein; das Land wird mit Syrien der Militärgewalt unterstellt. Im gleichen Monat erfolgt die Veröffentlichung der. Balfour-Deklaration und damit kommen wir zur Betrachtung! der Geschichte der englischen Palästinapolitik. \ / \ / * * \ / \ / i / V \ Brit Madciixfc Ar-abu4un Gebiet 3%utjc ^*v»ie.

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