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Jüdische Schulzeitung · 1937-07-01 · 7 (1.7.1937) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
13 (1937)
Issue
7 (1.7.1937)
Date
1937-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Jüdische Schulzeitung NummerT" Aehnliches wäre zu der „Geschichte vom frommen Abraham" zu sagen. Um so erfreulicher aber sind die Beiträge im 4. Heft und die beiden letzten Schilderungen im 5. Heft. Auch „Hillel" und „Schammai" im 3. Heft dürfen hinzugezählt werden. Es handelt sich-hier um Geschichtsbilder, die in der Hauptsache durch Rektor Stern eine geeignete Bearbeitung erfahren haben.. Abgesehen davon, daß geschichtliche Darstellungen in der Schule immer stark interessieren, wird hier auch praktisch ein Gebiet berührt, das dem Unterricht ein neues Gegenwartsproblem bietet, ich meine die Auswanderungskunde. Die Gründung des jüdischen Reiches in Jemen, die Erhaltung jüdischer Tradition in Sitten und Gebräuchen bei den Nachkommen spanischer Marranen, die Niederlassung des ersten Juden in Schweden, das sind Zeitbilder, nach Inhalt und Darstellung gleich wertvoll. Und nicht zuletzt „Lebensgewohnheiten im ältesten . Israel" und „Staatliche Einrichtungen im ältesten Israel" nach Auerbach bearbeitet, geben eine volkstümliche, klare und zusammenfassende Darstellung des Lebens im alten palästinensischen Staat. Es wäre wünschenswert gewesen, wennjiier auch Schilderungen aus der Gegenwart ihren Platz gefunden hätten. Diese Besprechung kommt von der kritischen Würdigung zur Anerkennung des Guten. Damit ist zugleich der Sinn und Zweck der Kritik aufgezeigt. Nur das Beste ist für die Schule gut genug, und aus der Erkenntnis der Mängel wird am leichtesten der Weg zum Wertvollen gefunden. An der Verwendung der vorliegenden Lesebogen wird das Urteil des Lehrers mitbeteiligt sein. So können sie trotz mancher Unzulänglichkeiten dem Unterricht mit Erfolg dienen. Eugen Jacobi, Köln. Eine dankenswerte Tat der jüdischen Schulverwaltung in Berlin Die Schulverwaltung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin hat vor einiger Zeit eine Kommission zusammengerufen, die die Aufgabe hatte, eine für den Unterricht geeignete hebräische Kursivschrift auszuarbeiten.'Auf Grund eingehender Untersuchungen, auf dem Gebiet der Schrifttypen und unter Benutzung von Mustern bedeutender hebräischer Schriftsteller wie Bialik u. a. ist ein Alphabet entworfen worden, dessen Beschaffenheit nach Ansicht der Bearbeiter den Prinzipien moderner Schreibtechnik und modernen Schreibunterrichts gerecht wird. Die Typen sollen den gleichen Sinn haben wie die der Sütterlinschrift: von ihr aus aufbauend zur „Erreichung einer natürlichen, deutlichen, gut lesbaren, geläufigen und ge- BeStellSCheill j Unfrankiert j j in den Postj j kästen werfen j Rn das Postamt (Zeitungsstelle) Hier pflegten Handschrift" führen. (Wilhelm Thies, Die Entwick^, lung des" Schreibunterrichts;- Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung 1937, Heft 10, Seite 99, Nichtamtlicher Teil.)' Die jüdische Schul Verwaltung hat die Benutzung der neuen Schrifttafeln für verbindlich erklärt, und sie werden schon jetzt an allen Berliner jüdischen Schulen gebraucht. Die Schulverwaltung der Jüdischen Gemeinde hat weiterhin-Tafeln in einer Größe von 21 mal 15 cm herstellen lassen, auf denen das Alphabet in kräftiger, tiefschwarzer Schrift eingezeichnet ist. (Wohl für die Hand der Schüler.) Demnächst werden auch große Tafeln zum Aufhängen hergestellt, und es darf angenommen werden,, daß sie auch im Reich beschafft werden können. Es ist sehr zu begrüßen, daß mit diesem Vorgehen der Berliner Gemeinde ein schwerer Mißstand beseitigt wird, der sich immer dann besonders fühlbar machte, wenn die Schüler ihre Schule oder ihre Lehrer wechselten. Wir werden in einer der nächsten Ausgaben unseres Blattes eingehend auf diese Frage der Schulpraxis und des hebräischen Unterrichts zurückkommen. Die jüdischen Volksschulen Nach dem im - Dezember 1936 ergangenen Volksschulfinanzgesetz soll bei der .Berechnung des finanziellen Beitrages, den der Staat für die öffentlichen Volksschulen zu leisten hat, und bei der Berechnung der Mehrstellen in den einzelnen Gemeinden die Gemeinschaftsschulen, die evangelischen und katholischen Schulen jede für sich als besondere Schiilgattung genommen werden. Die öffentlichen jüdischen Volksschulen, die es vor allem in größeren Städten, aber auch in einer Reihe von Landgemeinden gibt, wurden dabei nicht genannt. Hierzu ist nun ein neuer Erlaß ergangen, in dem der Reichserziehungsminister mitteilt, daß „die jüdischen öffentlichem Volksschulen in Erwartung einer gesetzlichen Neuregelung des jüdischen Schulwesens" in der Aufzählung der Schulgattungen fortgeblieben seien. Da aber die Neuregelung noch ausstehe, sollten auch diese Schulen bis'auf weiteres wie die übrigen Schulgattungen für die Zählung der Schulkinder und Lehrerstellen bei der Berechnung des Staatsbeitrages und der Mehrstellen herangezogen werden. Für die Einrichtung thoratreuer Volksschulen Wie die Arbeitsgemeinschaft für die Errichtung thoratreuer Volksschulen innerhalb der Jüdischen Gemeinde zu Berlin mitteilt, ist im Sabbatgottesdienst am 5. Juni von sämtlichen konservativen Kanzeln der Berliner Jüdischen Gemeinde das Thema der konservativen Schulen in der Predigt der Rabbiner behandelt worden. Es wurde einmütig der Forderung und der Erwartung Ausdruck gegeben, daß von der Schulverwaltung der Jüdischen Gemeinde, die Gründung konservativer Volksschulen, die eine Lebensnotwendigkeit für die thoratreue Bevölkerung darstellen, in Angriff genommen werde. Der Umgang mit Juden Die außerdienstlichen Pflichten des deutschen Beamten nach der einheitlichen Neuordnung der Beamtengesetzgebung behandelt der Major der Schutzpolizei Daume, vom Hauptamt Ordnungspolizei im Reichs- und preußischen Ministerium' des Innern im »Deutschen Polizeibeamten". Zum Verhalten des deutschen Beamten gegenüber dem Judentum sagt er, daß es Unterschiede zwischen dem „anständigen" und dem „n i c h t a n s t ä n d i g e n" Judennichtgebe und auch für den Beamten des nationalsozialistischen Staates nicht zu geben habe. Der einzig be-. stehende Unterschied bezüglich der Bezeichnung Jude sei im

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