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Jüdische Schulzeitung · 1937-06-01 · 6 (1.6.1937) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
13 (1937)
Issue
6 (1.6.1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 J ü dische. Sc hu 1 z eitun g Nummer; 6 1 Tag, 12 Stunden, 793 Chalakim durch ein Zauberwort auswendig gemerkt. Ajabtaschzag. Schreiben wir dieses Wort in hebräischen Zeichen, so ist aber der Zauber sofort gelöst. j £ n jj^ 3 90 300 400 12 1 . 793 Chal. StUnd' Tag wobei noch für Unkundige hinzugefügt werden mag, daß bei allen hebräischen Merkworten überall dort, wo zwei schlecht aussprechbare Buchstaben nebeneinander stehen, stets ein a zur Füllung eingeschoben wird. 'II.-Das-jüdische Schaltjahr; Zwölf Monate der oben gekennzeichneten Art bilden das jüdische Jahr. Die Multiplikation ergibt: (29 Tg., 12 Std., 793 Chal.) 12 354 Tg., 8 Std., 876 Chal. oder in dezimaler Schreibweise . 29,53 Tage - 12 354,36 Tage. Da aber das bürgerliche Sonnenjahr 365,24 Tage zählt, so ist unser jüdisches Mondjahr um 365,24 — 354,36 10,88 Tage zu kurz. Der Ausgleich erfolgt durch Schaltmonate, deren wir offenbar etwa alle drei Jahre einen benötigen. Die genaue Rechnung bietet wieder besondere Reize. Man hat schon zu Hillels II. Zeiten ausgeklügelt, daß 235 Mondmonate fast auf das Haar genau so groß sind wie 19 Sonnenjahre; denn 235 : 29,53 Tage 6939,5 . v . Tage 19 : 365,25 Tage 6939,5 . . . Tage Glücklicherweise lassen sich aber 235 Monate aufspalten in 144 plus 91 12 * 12 plus 7 13 und hiermit haben wir das. wichtige Schaltgesetz des jüdischen Kalenders gefunden: In einem Zyklus von 19 Jahren müssen 12 Nor mal jähre zu 12 Monaten und 7 Schaltjahre zu 13 Monaten entha 1 ten sein. Welche Jahre innerhalb des Zyklus Schaltjahre werden müssen, läßt sich durch einfache Bruchrechnung mit Leichtigkeit ermitteln. Man geht von der Gleichung aus 19 Sonnenjahre 235 Mondmonate 1 Sonnenjahr 235:12 127/i9 Mondmonate. Gibt man nun dem 1. Jahr des Zyklus nur 12 Monate, anstatt 127/i9, so hat man ihm V19 Monate zu wenig gegeben; dasselbe ist der Fall beim 2. und 3. Normaljahr. Der Ueber- .schuß beträgt somit nach drei Normaljahren 21/i9 l2/i9 Monate. Man legt daher dem 3. Jahr einen Monat zu und behält 2/i9 noch für das 4. Jahr übrig. Die weitere Rechnung dürfte nach dieser Andeutung ohne Zweifel erkennbar sein und führt zu dem Ergebnis, daß jeweils das 3., 6., 8., 11., 14., 17., 19. Jahr eines Zyklus zum Schaltjahr gemacht werden muß, wenn der Zeitenablauf mit der Sonne im Einklang stehen soll. — Auch hier hat ein Merkwort die Regel festgehalten: Guchadsat ed ■ t - n n v : (1)9. (1)7. (1)4. (1)1. 8. 6. 3. A.us den beiden behandelten Beispielen dürfte zur Genüge erkennbar sein, daß unser jüdischer" Kalender ein edles mathematisch-astronomisches Kunstwerk darstellt, dessen grundlegende Erörterung in keinem Rechenunterricht einer jüdischen Schule fehlen sollte. - ßesuch^ Boppard, die Perle des Rheins Privatpension H. Kahn, Steinstl*. 21 Telefon 209. 1 Minute vom Rhein. Fließ. Wasser, Heizung, reicht. Verpflegung (nicht rituell). 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Die Schule beginnt, vom ersten Tage an das Kind zu sich heranzuziehen, es sich dienstbar zu machen. War bis jetzt das Kind Mittelpunkt eines Kreises, der sich mühte, es zu pflegen, zu unterhalten und es spielend zu unterweisen, so wird jetzt die Schule der Punkt, von dem1 aus das Leben des Kindes geregelt wird. Langsam und stetig soll das Kind lernen, der Schule zu dienen, sich einzufügen in die Gemeinschaft der Schüler und Lehrer, eines der vielen Glieder der Schulgemeinde zu werden. Die Schule steht als ein festgefügtes Ganzes dem Kinde gegenüber, und es erkennt, daß die Forderungen dieser Schule bindend sind für alle, die ihr angehören. Die Einsicht in diese Dinge und der Wunsch mitzu- . machen und dazuzugehören, liegen nahe beieinander. Denn das Kind stellt sich nicht gern außerhalb der Gemeinschaft. Es will nicht, im Gegensatz zu dem älteren Kinde oder dem Jugendlichen, etwas Besonderes sein. Es ist im Gegenteil froh, wenn es in den bestehenden Kreis aufgenommen wird, wenn es merkt, daß man auch seine Mithilfe braucht im Leben' und bei der Arbeit der Schule. Aber es ist schwer für das Kind, den Wunsch in die Tat umzusetzen. Gewiß, man hat auch im Elternhaus und im Kindergarten Anforderungen an das Kind gestellt, aber man hat es ihm doch mehr oder weniger leicht gemacht, diese Anforderungen zu erfüllen. Man hat es besonders dem jüdischen Kind im jüdischen Elternhaus leicht gemacht, indem man wehig von ihm verlangte. Wir berufsmäßigen Erzieher haben leicht sagen, das ist falsche Liebe und schlechte Erziehung. Können wir es aber jüdischen Eltern nicht nachfühlen, wenn sie beim Anblick ihrer Kinder denken: wie gut habt ihr es noch. Ihr seid noch sorglos und ahnt nichts von eurem jüdischen Schicksal. Wie bald wird euch das harte Leben anpacken. Wir wollen euch euer Glück erhalten, solange wir nur können. Wir wollen euch nicht unnötig quälen und drängen mit Dingen, die euch keine Freude machen. Können wir es jüdischen Eltern verdenken, wenn sie sagen: die Kinder sind unsere einzige Freude. Sollen wir uns diese Freude selbst vergällen durch strenge Erziehungsmaßnahmen, die uns allen wehtun? Laßt, uns lieber nachsichtig aber glücklich mit unseren Kindern sein. Das Leben wird schon bald genug alles nachholen, was wir versäumt haben. So sprechen .heute oft jüdische Eltern. Es isf nicht pädagogisch, aber menschlich gedacht. Dazu kommt noch, daß in vielen Fällen Eltern schwer bedrückt sind durch wirtschaftliche Sorgen und selische Not, so daß. ihnen die innere Ruhe und das Gleichmaß fehlen zur Erziehung der Kinder. Ist es da ein Wunder, daß das jüdische Kind oft sprunghaft und zerfahren, launisch und ohne Ausdauer ist. Daß es wohl den guten Willen, nicht.aber Kraft und Energie zur Ein-.und Unterordnung hat? Das-Kind, das aus. einem solchen Elternhaus kommt, weiß manchmal überhaupt nicht, wo das .Ich aufhört und das Wir anfängt. Das jüdische Kind xnehr als ein anderes. ist gewohnt, daß man . alle s.eihe Lebensäußerurigen miti Hingabe .verfolgt, daß man auf eis eingeht und jederzeit für es da ist. Nun auf einmal muß es diese AufrnerJcsamkeit.mit vielen teilen. Es erkennt, daß es nicht das- Einzige, .sondern .eines unter vielen, ist. Es. macht, die Erfahrung, daß es; nicht immer, fragen -darf, wenn es glaubt,.Unbedingt noch einmal fragen'ziLmüssen,.daß es nicht immer reden

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