Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 5 (5.5.1937)
- Date
- 1937-05-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Gümmer 5. Jüdisch e Schul zeitung Seite 7* Gründen ist eine kritische Nachschau von der Ferne her nicht möglich. Nur so viel darf wohl gesagt werden, daß der langwierige und mit Leidenschaft geführte Streit nicht dazu angetan war, die pädagogische Arbeit zu-fördern, und daß es für. alle Beteiligten besser gewesen wäre, wenn sich das Breslauer Schul werk im Rahmen des Bestehenden hätte organisch' weiterentwickeln dürfen. Ob die nunmehr zwangsläufig erfolgende Auf splitterung der Lehrer- und Schülerschaft sich als besonders zuträglich erweisen werde, das wagen wir zu bezweifeln. bauer-Ludwigshaten a. Rh. Der Vorsitzende des Jüdischen Lehrerverbandes in Preußen, Ortsgruppe Berlin. I. A.: Reschke." Diese Berichtigung bezieht sich auf die Ankündigung der Herausgabe von Lesebogen in Nr. 4 der Jüdischen Schulzeitung vom 7. April (Seite 8). Bestellen Sie noch heute die vom Jüd. Lehrerverband in Preußen, Ortsgr. Berlin, herausgegebenen Zu einer Erklärung Koll. Marx-Speyer schickt uns eine Erwiderung zu der Erklärung des Herrn Rabb. Dr. Steckelmacher in Nr. 4 ds. Bl. Wir wollen davon absehen, sie ungekürzt-zu veröffentlichen. Koll. Marx führt dem Sinne nach aus: . 1. habe es ihm ferngelegen, Kritik an dem Verband der Pfälzer Kultusgemeinden zu üben, dessen Tätigkeit er durchaus anerkenne; ... 2. wolle er seine Behauptung, von Rabbinerseite sei früher Widerspruch gegen die Gründung jüdischer Volksschulen erhoben worden, beweisen. Auf einer Lelirerversammlung in Kaiserslautern habe man sich im Jahre-1908 einhellig für die Gründung einer Konfessionsschule ausgesprochen; der anwesende Rabbiner sei der -einzige gewesen, der den Plan als reaktionär bekämpft habe. Wir meinen, die Gegenwart auferlege uns derart viele und schwierige Aufgaben, daß wir nicht ohne Not Polemiken um Vergangenes führen sollten. Wir möchten aus dieser Erwägung heraus die Diskussion schließen. Dia Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Neuer Rundbrief der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung Die Mittelstelle hat soeben einen neuen 16 Seiten starken Rundbrief veröffentlicht, der u. a. den Umriß eines Einführungslehrgangs in die Geschichte der Juden während des Mittelalters sowie eine Singanweisung enthält. Der Rundbrief ist gegen Einsendung von 40 Rpf. in Briefmarken von der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung, Frankfurt a. M.- Ginnheim, Fuchshohl 87, zu beziehen. Lesebogen. Bestellkarte liegt der heutigen üullage bei. Verlag der Jüdischen Schulleitung Ludwigshafen a. Rh., Schulstraße 14. Persönliches Am 2. Mai vollendete Koll. Herrn. Wallach, Aachen, sein 70. Lebensjahr. Seine großen Verdienste um Schule, Lehretschaft und Judenheit sind anläßlich seines 60. Geburtstages und ebenso seines vor fünf Jahren erfolgten Uebertritts in den Runestand gewürdigt worden. Den älteren Kollegen ist's wohl noch in lebendiger Erinnerung, wie oft er auf Tagungen durch seine geistvollen Vorträge die ideellen und materiellen Interessen seiner Berufsgenossen gefördert hat. Auch außerhalb . der Lehrerschaft hat er sich durch die Herausgabe der Kinderbibel einen Namen gemacht. Als ein Künstler im Erzählen und als ein Meister der Feder offenbarte er sich hier wie immer. Möge dem Hebenswerten Kollegen noch ein recht langer und friedlicher Lebensabend in guter Gesundheit beschieden sein! Ad meah w'essrim schanah! Privatunterricht an jüdische Schüler Nach einer Anordnung des Reichs erzieh u ngsministers kann jüdischen Antragstellern bei Vorliegen der allgemeinen Voraussetzungen die Erlaubnis zum Privatunterricht an jüdische Schüler erteilt werden. Jüdischem Mischlingen darf jedoch eine solche Erlaubnis mir ausnahmsweise und nur mit Genehmigung des Ministers gegeben werden. Jüdische Mischlinge sollen, soweit sie nicht ausnahmsweise zum Besuch einer jüdischen Schule zugelassen sind, nicht von jüdischen Lehrkräften oder jüdischen Mischlingen unterrichtet werden. Die besondere Unterrichtserlaubnis bezieht sich darum nur auf den Privatunterricht. In . allen Fällen kann eine Unterrichtseriaubnis nur. erteilt werden, wenn gegen die politische Haltung der Lehrkräfte keine Bedenken bestehen. Berichtigung Von der Verbandsleitung werden wir um die Aufnahme folgender Erklärung gebeten: „Die Anzeige des Verlages Gebrüder Neubauer-Ludwigshafen ia. Rh', betr. Lesebogen kann zu Mißverständnissen führen. Wir stellen daher fest: Lesebogen werden herausgegeben vom Jüdischen Lehrerverband in Preußen, Ortsgruppe Berlins und erscheinen im Verlag Gebrüder Neu- Literarisches Martin Buber: Die Frage an den Einzelnen. 124Seiten Oktav. In Leinen 3.50 RM, kartoniert 2.50 RM. Diese neue Schrift Bubers ist die Ausarbeitung eines Ende November 1933 vor den Studentenschaften der drei deutschen Universitäten der Schweiz gehaltenen Vortrags. Ihr Gegenstand ist die Krisis des Menschen, die wir in dieser Stunde erfahren und die sich Buber kundtut als Infragestellung der Person und der Wahrheit. Wie beides zusammengehört, erfahren wir im Akt der Verantwortung. So ist „die Frage, in die heut die Person und die Wahrheit gestellt sind, ... die Frage an den Einzelnen". Bubers Gedankenführung knüpft an die Kritik der von dem großen christlichen Denker Sören Kierkegaard auf einer religiösen Einsamkeitslehre begründeten Kategorie des „Einzelnen" an, er setzt sich ferner mit Max Stirners Konzeption des selbstherrlichen „Einzigen" auseinander^ und stellt beiden das -Bild des Menschen entgegen, der mit der Welt, mit dem öffentlichen Wesen lebt. „Es kann nicht sein, daß die Beziehung der menschlichen Person zu Gott durch Weglassen der Welt entstehe; also muß der Einzelne seine Welt ... in seine Lebensandacht ohne Abstrich mitnehmen . . ." So gelangt Buber zu seinem gegen einige neuere Theoreme abgegrenzten Bild des „Einzelnen in der Verantwortung", von dem es im Schlußsatz der Schrift heißt: „Echte Gemeinschaft und echtes Gemeinwesen werden sich nur in ebendem Maße verwirklichen, in dem die Einzelnen wirklich werden, aus deren verantwortendem Dasein sich das öffentliche Wesen erneut." Der Hauptschrift sind ein Aufsatz aus dem Jahre 1919 „Was ist zu tun?" und „Gandhi,, die Politik und wir" von 1930 als Anhang beigegeben. * Martin Buber: Königtum Gottes. Band I von: „Das Kommende. Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte des messianischen Glaubens.4' Zweite vermehrte Auflage. 344 Seiten Oktav. In Leinen 9.50 RM, broschiert 7.50 RM. Dieser erste und bisher einzige Band von Bubers Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte des messianischen Glau-