Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 5 (5.5.1937)
- Date
- 1937-05-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Jüdische Schulzeitung Nummer 5 bens, in denen er die Ergebnisse seiner viel jährigen Bibelstudien zusammenfaßt, ist zuerst 1932 erschienen und seit Anfang 1934 vergriffen'. Zeitgebundene Qemeinschaftsverpflichtungen haben den Verfasser bis in die letzte Zeit hinein von der Arbeit an der Fortsetzung des Buches und damit auch an der Vorbereitung der Neuauflage abgehalten. Der Band behandelt die biblische Frühzeit und will zeigen, daß Israel schon in den Anfängen seiner Geschichte Gott zu seinem unmittelbaren und ausschließlichen Volkskönig ausgerufen habe. Die Darstellung geht von Qideons Ablehnung des ihm angebotenen Königtums (Richter 8, 22 f.) aus, unter- ' sucht dann Struktur und Entstehung des Richterbuches, in dem sich dieser Bericht findet, verdeutlicht und bestätigt durch die Betrachtung verwandter altorientalischer und besonders westsemitischer Vorstellungen die historisch-politische Konkretheit der biblischen Grundidee vom Königtum Gottes, hebt sie sodann aber von jenen ab, um schließlich das Gotteskönigtum Israels in seiner Einzigkeit erkennen zu lassen. Den Beschluß bildet der Versuch eines Geschichtsabrisses der vorstaatlichen Kanaan-Zeit Israels. Das Buch, das durchaus neue Wege beschreitet, hat gleich nach seinem Erscheinen lebhaften Widerhall gefunden. Auf jüdischer Seite ist es als der Anfang einer Bibelwissenschaft aus jüdischem Geiste begrüßt worden; eine Fülle von Aeußerungen in der wissenschaftlichen Fachpresse vieler Länder erweist seine tiefe Wirkung auf die Fachkreise. Die neue Auflage ist im Text selber gegenüber der ersten nur wenig verändert. Die Erweiterungen betreffen die Anmerkungen und die Exkurse: ein neues Vorwort im Umfang von 40 Seiten gilt der Auseinandersetzung mit einigen auf das Ganze gehenden kritischen Einwänden. * FranzRosenzweig: Der Stern der Erlösung. Zweite, um Randtitel, Register und Nachweise vermehrte Auflage. Drei Teile. 120, 224 und 234 Seiten -Oktav. In drei Leinenbänden 12 RM. Rosenzweigs philosophisches Hauptwerk, das nunmehr auf Grund einer freundschaftlichen Uebereinkunft mit dem Verlag J. Kauffmann in Frankfurt a. M. in den Schocken-Verlag übergegangen ist, steht am Beginn seiner jüdischen Wirksamkeit. Im Kriege entstanden, geht es — an einen methodischen Gedanken Hermann Cohens anknüpfend — von der Auseinandersetzung mit der die Vorkriegszeit beherrschenden „idealistischen" Philosophie aus, der zum Vorwurf gemacht wird, daß in ihr für die Wirklichkeit des Lebens und des Todes kein Raum sei. Der „Philosophie des All" setzt Rosenzweig eine Philosophie des „gesunden Menschenverstandes" entgegen, die sich die Wirklichkeiten nicht vernebeln läßt, „von der Furcht des Todes" anhebt und in ein „Tor" mündet, dessen Flügel sich „ins Leben" öffnen. In poetisch gehobener Sprache, die aber stets exakt bleibt, werden in großem Wurf von einem gewandelten Standort aus die klassischen Gegenstände des philosophischen Denkens abgehandelt und in ein auch im Aeußerlichen vom Herkommen abweichendes System gebracht, in dem buchstäblich Gott und die Welt ihren Platz finden. Rosenzweig selber hat die Abstempelung seines Buches als „jüdisch" abgelehnt. Er hatte das Bewußtsein, in ihm als der Wortführer eines keineswegs auf Juden beschränkten „neuen Denkens" gesprochen zu haben. Gleichwohl darf von diesem Buch gsagt werdenrdaß es wie kaum ein anderes geeignet ist, dem suchenden Juden unserer Tage einen Weg des Denkens zu führen, der ihn zu einem wirklichen und ernsten Verständnis des Judentums und seiner Glaubenswirklichkeit führt. * Dr. Woskin: Hebräischer Lesekasten. Verlag Rudolf Schick & Co., Leipzig. Preis 2 RM. Der Lehrer darf alle Hilfsmittel willkommen heißen, die ihm und den Schülern die Arbeit erleichtern helfen. Das gilt insbesondere für den Unterricht im Hebräischen. Der vorließ gende Lesekasten enthält in Fächer gesondert und in hinreichend vielen Exemplaren vorhanden das hebräische AI-? phabet in Druck- und Schreibschrift. Die.Papptäfeichen lassen sich leicht zu Worten zusammenfügen. Wie jede Betätigung, bei der die Hände des Kindes beschäftigt sind, Freude bringt, so. auch die Arbeit an diesem Lesekasten. Man darf seine Anschaffung empfehlen. Pentateuch an Haftorahs ed. bythe Chief Rabbi. Deuteronomy, London Humphrey Milford 5696/1936. Nun ist diese vorzügliche Pentateuch-Ausgabe zum Abschluß gelangt. Ich zeige, hiermit den fünften Band an, wie . die früheren (Band IV Number in der Jüdischen Schulzeitung vom 31. 8. 1934 p. 9). Dieser Band steht den früheren in Nichts nach. Die gleiche wunderbare Ausstattung, das gleiche System der Bearbeitung, hier bei den reichen Gesetzesabschnitten und den theologisch wertvollen Stücken des Buches, lehrsam und nützlich. Historische, rein theologische, psychologische?- apologetische, volkskündliche Gesichtspunkte sind maßgebend. Erklärungen werde von jüdischen Forschern gebracht, aber auch von Luther, Proben aus Kunstwerken zum Vergleich z. B. Moulton. Rühmlich müssen auch diesmal die Exkurse hervorgehoben werden, so über das Schema-Gebet, über die Anschauungen vom Königtum und Herrschaft überhaupt, von der, Ehe, über den Freien Willen, über die Autorschaft des. Buches Deuternomium, diese kleinen Abhandlungen, von denen die über das Schmagebet bereits in einem Sonderdruck herausgegeben wurde, verdienten ins Deutsche und Hebräische über- . tragen zu werden, da sie eine gute Mischung von populärer Darstellung und wissenschaftlicher. Fundierung zeigen. Die, größeren Anmerkungen z. B. über Tierschutz und Levirat werden dem Leser angenehm sein, und auch der Lehrer wirdsie mit Nutzen lesen und viel Verwendenswertes in ihnen finden. Eine wertvolle Zugabe enthält dieser Band noch: Indices zu den Haftaroth nach den Wochenabschnitten einmal und dann nach den Quellenbüchern, ferner ein Generalverzeichnis der im Pentateuch vorkommenden Namen in Transkription und auch im hebräischen Original. Im ganzen eine vorzügliche Leistung, zu der die Arbeitsgruppe . und an ihrer Spitze den Oberrabbiner Dr. J. H. Hertz nur beglückwünscht werden kann. Dr. Ä. Posner. Bücherei des Schocken Verlages: Emanuel bin Gorion, der nach Palästina übergesiedelt ist, reicht seinen Freunden die erste Frucht seiner Arbeit in Erez Jisrael: die deutsche Uebertragung einer Erzählung des palästinensischen Dichters Jehuda Burla: In den Sternen ge- ' schrieben. Sie führt uns in den — in diesem Falle — düstern Lebenskreis sefardischer Juden der Altstadt Jerusalems. — Den Freunden jüdischer Gesänge wird das von Arno Nadel bearbeitete Büchlein Semiroth Schabbat willkommen sein. Es enthält in Noten die wichtigsten häuslichen Gesänge, z. T. mit Klaviersatz, und in einem besondern Teil die Texte der Lieder in hebräischer Sprache und in hebräischen Lettern. S.B. Parks Cafe Konditorei Kreuzlingen U4s das gediegene £araif ieia-^a/e Besuchen Sie 1730 BOPPARD, die Perle des Rheins Privatpension H. Kahn, Steinstraße 21 Telefon 209. 1 Minute vom Rhein. FJ. Wasser, Heizung, reichl. Verpflegung (nicht rituell). Verlangen Sie Hausprospekt. Billigste Preise. Jahrgang 1 bis 7 der ,Jüd. Schulzeitung' werden gesucht. Angebote an Dr. Ernst Blau, Frankfurt-M., Fahrgasse 146 (Gemeindebibliothek) 666 Verantwortlich für den redakt. Teil: Dr. Siegfried Braun, Hauptschriftleiter, Köln-Sülz, Unkelerstraße 17. Für die Anzeigen verantwortlich: Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. — D.-A. l.Vj. 795 Exemplare. — Druck und Verlag: Gebr. Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 3 vom 1. Januar 1936.