Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 4 (7.4.1937)
- Date
- 1937-04-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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nmer4 Jüdische Schulzeitung Seite T ipei den es gegen Ende des 15. Jahrhunderts unternahm, Europas .Angesicht entscheidend verändert. Die Spanier, kühne Eroberer- und Entdeckervolk, wünschten keinen nzösischen Rivalen an der Mittelmeerküste, und so erhoben die Waffen gegen Frankreich und besiegten es. Zwei Jahrnderte blieb Unteritalien oder Neapel in Spaniens Besitz. Schließlich mag noch darauf hingewiesen werden, daß in len Jahren auch aus deutschen Städten die Juden ausgewiewurden. (Siehe zu dem Ganzen die Zeittafeln Julius öxrers!) Siegfried Braun. [ahn Schulkonflikt In Breslau Aus Breslauer Lehrerkreisen geht uns folgender Bericht zu. Wir behalten uns vor, in der nächsten Ausgabe unseres Blattes zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Es handelt sich um einen der unerfreulichsten Konflikte, den eine jüdische Gemeinde in den letzttn Jahrzehnten durchlebt hat, und wir möchten wünschen, daß er bald beigelegt werde. Die Schriftleitung. In Breslau bestehen zur Zeit zwei Schulwerke, das irn re 1920 gegründete Schulwerk des. konservativen Jüdischen 5chulvereins e. V. mit Reformrealgymnasium und Volksschule, md seit 1934 das Schulwerk am Anger, dessen Schulträger der religiös-liberale Neue Jüdische Schulverein E. V. ist. Dieses ■ Schulwerk ist aus den Privatunterrichtskursen der Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrkräfte hervorgegangen und will die ihm anvertrauten Kinder bei jüdisch-politisch neutraler Haltung religiös-liberal erziehen. Seit seinem Bestehen sind von der politisch liberalen Gruppe der Synagogen-Gemeinde immer wieder Versuche unternommen worden, unter Gleichsetzung jüdisch-politisch-liberaler und religiös-liberaler Gesinnung das Schulwerk von dem politisch-religiös-liberalen Verein in Abhängigkeit zu bringen. Nachdem bereits 1936 die Reichsvertretung der Juden in Deutschland von den Lehrern angerufen wurde und zu ihren Gunsten eingegriffen hatte, ist jetzt dieser Konflikt erneut zum Ausbruch gekommen, als im Jahre 1937 Reichsvertretung und Gemeindevorstand die Vereinheitlichung des gesamten Breslauer Schulwerks durchzuführen unternahmen. Die Vereinheitlichung hat zunächst zu einem Abkommen geführt, nach dem der Jüdische Schulverein E. V. allein die höhere Schule und der Neue Jüdische Schul verein E. V., der sich bisher immer um Klassen einer höheren Schule bemüht hatte, eine Mittelschule erhält. Der Neue Jüdische Schulverein, dessen Vorstand sich jetzt ausschließlich aus Mitgliedern des religiös-liberalen Gemeindevereins zusammensetzt, hat die Gelegenheit der Umgestaltung des Schulwerks benutzt, drei Lehrer, darunter den Schulleiter, aus jüdisch-politischen Gründen endgültig zu entlassen. Daß hierbei dem bisherigen Leiter zugemutet werden soll, als Lehrer an der gleichen Schule zu verbleiben, ist eine pädagogische Unmöglichkeit, die jedem Schulsachverständigen ohne weiteres einleuchten dürfte. Die pädagogischen Qualitäten dieser Lehrer, von denen zwei Zionisten sind, sind allgemein anerkannt. Den übrigen Lehrkräften war auch gekündigt worden, es ist aber jetzt von Seiten des Vereins die Bereitwilligkeit erklärt worden, die Lehrer an dem neuen Schulwerk, dessen jüdisch-politische Richtung eindeutig festgelegt ist, wieder zu beschäftigen, wenn auch unter Vertragsbedingungen, wie sie wohl für Lehrer gerade im Interesse geordneter pädagogischer Arbeit kaum anzunehmen sein dürften. Dieser Konflikt hat sich in den letzten Wochen besonders' zugespitzt. Es haben drei öffentliche Versammlungen stattgefunden, darunter eine der Zionistischen Vereinigung, die gegen die Maßregelung zionistischer Lehrer protestierte und für die Lehr- und Lernfreiheit der Schule eintrat, ferner. Versammlungen des Neuen Jüdischen Schulvereins und des religiösliberalen Vereins der" Synagogen-Gemeinde. Es liegen bereits Aeußerungen vor, daß die endgültige .Zustimmung zu dem Abkommen zwischen den beiden Schulvereinen über die Mittelschule, deren Konzession auch noch aussteht, von der Beilegung des Lehrerkonflikts abhängig gemacht wird. Die Lehrer selbst^ und zwar nicht nur die drei endgültig gekündigten. sondern eine größere Gruppe, die sich mit ihnen solidarisch erklärt hat. haben zur rechtlichen Austragung des Konflikts ein Schiedsgericht angerufen, das demnächst entscheiden wird. Das Anger-Schulwerk selbst ist durch den Konflikt schwer geschädigt worden. Es hat bereits eine starke Abwanderung auf das konservative Schulwerk eingesetzt, die durch die Möglichkeit der Uebernahme der Schüler auf die höhere Schule noch unterstützt wird, während die Konzessionierung einer Mittelschule am Anger fraglich ist. Wie verlautet, beabsichtigt ein größerer Kreis, darunter auch die meisten akademischen Lehrer des Anger, die auf der vom Neuen Jüdischen Schulverein geschaffenen veränderten Basis aus pädagogischen und ideellen Gründen eine Arbeitsmöglichkeit für sich nicht mehr erblicken, sich zu neuer Wirksamkeit zusammenzuschließen. Dr. Höxter, Ehrenvorsitzender des jüdischen Lehrer Vereins Frankfurt am Main Vor 34 Jahren wurde auf Anregung des verstorbenen Direktors des Philanthropins, Dr. Adler, die Vereinigung israelitischer Religionslehrer in Frankfurt am Main ins Leben gerufen. Auf seine Veranlassung übernahm Dr. Julius Höxter den Vorsitz, den er bis zum Januar 1937 inne hatte. In dieser langen Zeit war uns Dr. Höxter ein idealer Führer, der es immer verstand, die verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Richtungen harmonisch zusammenzuhalten. Seiner bewährten Leitung war es zu verdanken, daß sich ein reges Vereinsleben entfalten konnte und sich der Kreis der Mitarbeiter bedeutend erweiterte. Die an Frankfurter simultanen Volks- und Mittelschulen tätigen jüdischen Lehrkräfte schlössen sich auf seine Anregung hin dem Verein an, der daraufhin den Namen „Vereinigung israelitischer Lehrer und Lehrerinnen in Frankfurt am Main" annahm. Seit dem Jahre 1933 trat auch der weitaus größte Teil der Frankfurter jüdischen Philologen dem Verein bei, dessen Mitgliederzahl über 100 stieg. Dr. Höxter sah es ais seine höchste Aufgabe an, den jüdischen Religionsunterricht in neue Bahnen zu lenken. Ausgerüstet mit reichem jüdischen Wissen, hat er sich durch die Herausgabe seiner von der ganzen Lehrerschaft sehr geschätzten Ouellenbücher und Zeittafeln ein großes Verdienst erworben. Unterstützt durch die Mitarbeit von Dr. May und Dr. Hartmann sei. Andenkens, hauptsächlich auch durch die rastlose richtunggebende pädagogische Arbeit von. Koll. J. B. Levy wurden der Lehrerschaft wichtige Hilfsmittel für den Religionsunterricht gegeben. Auch die Lehrpläne für den Religionsunterricht an hiesigen Volks- und Mittelschulen sind seiner Initiative zu verdanken. Anläßlich des 60. Geburtstages Dr. Adlers s. A. konnte er diesem den Adlerfonds überreichen. Die notwendigen Mittel wurden von ihm und andern Frankfurter Kollegen herbeigeschafft und dienten zur Beihilfe für die Ausbildung der Töchter jüdischer Gemeindebeamten. Dr. Höxter zu Ehren wurde ein Fonds gegründet, der Julius Höxter-Fonds, der zunächst als Unterstützungskasse gedacht war und heute zur Förderung wissenschaftlicher jüdisch-pädagogischer Arbeit dient. Dr. Höxter verbat sich anläßlich seines Rücktritts von der Leitung des Vereins jede Ehrung. Als Zeichen der Verbundenheit und dankbaren Anerkennung seiner segensreichen Tätigkeit im Dienste unserer Gemeinschaft wurde Dr. Höxter zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Wir wünschen, daß seine Kräfte in ungetrübter Gesundheit noch viele Jahre zum Segen der jüdischen Lehrerschaft und des Judentums erhalten bleiben. J. Fl, Eine Erklärung In dem Bericht über die Geburtstagsfeier des Herrn Oberlehrer W a I d b o 11 in Speyer in der Nummer 3 behauptet Herr Lehrer Marx in Speyer, daß dem Jubilar trotz Einsetzung seiner ganzen Persönlichkeit für die Gründung: jüdischer Volksschulen in der Pfalz ein Erfolg „infolge mangelnder Ein-